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ICEP-Projekt 47
Kirgistan: „Stark in der
Gruppe“ – Unternehmertraining und Kredite
für Selbsthilfegruppen
Marktwirtschaftliches
und unternehmerisches Denken sind für viele Menschen
im ehemals sowjetischen Kirgistan noch ungewohnt.
Durch unternehmerisches Know-how und Zugang zu Kapital
erhalten Selbsthilfegruppen professionelle Unterstützung
bei der Gründung und Formalisierung von Kleinstunternehmen.
Die Armutssituation in
Kirgistan - besonders auf dem Land und in Siedlungsgebieten
rund um die Großstädte - hat sich seit
Erlangung der Unabhängigkeit 1991 und dem darauf
folgenden Transformationsprozess verschärft.
Ein Großteil der Beschäftigten auf dem
Land und in der Region rund um die Hauptstadt Bishkek
sind Selbstständige im informellen Sektor, die
zwar technisch oft gut ausgebildet sind, aber über
mangelndes unternehmerisches Know-how und praktisch
keinen Zugang zu Fremdkapital für Investitionen
verfügen. Die meisten Kleinunternehmen sind daher
in ständigen Existenznöten.
In vielen Orten Kirgistans
haben sich aus diesem Grund Selbsthilfegruppen (SHG)
gebildet, um gemeinsam die Lebens-umstände vor
Ort zu verbessern. Manche SHG organisieren einen Austausch
von unternehmerischem Know-how und/oder Spar- und
Kreditmöglichkeiten. Die Struktur der SHG ist
aber zumeist schwach, das Management der Gruppen unprofessionell,
und das Volumen der Spareinlagen erlaubt nur minimale
Kreditvergaben.

Die kirgisische Entwicklungsorganisation
Erayim setzt sich seit ihrer Gründung 1995 intensiv
für die strukturelle und organisatorische Stärkung
dieser SHG ein. Das Projekt mit ICEP hat in erster
Linie eine Erweiterung der Struktur von Erayim um
eine Unternehmerausbildungs-Komponente und eine Professionalisierung
von Erayim als Mikrofinanzorganisation zum Gegenstand.
Ziel des Projekts ist der Aufbau einer Ausbildungsstruktur,
welche einerseits die Stärkung von Selbsthilfegruppen
und andererseits von Mikrounternehmen durch die Professionalisierung
ihrer Tätigkeiten sichert. Dadurch wird wiederum
eine Verbesserung der Situation der SHG-Mitglieder
erreicht.
Auf der einen Seite umfasst das Projekt die Durchführung
von Ausbildungsaktivitäten für SHG-Vertreter
– sogenannte Multiplikatoren – und auf
der anderen Seite die Einrichtung eines revolvierenden
Fonds für Kleinunternehmer. Wie bei der bewährten
Dorfbankenmethode, die ICEP etwa mit der Partnerorganisation
FUNDAP in Guatemala einsetzt, werden isolierte SHG
miteinander vernetzt und erhalten durch den Erayim-Mikrokreditfonds
Zugang zu Kapital. Innerhalb der SHG kann dieses in
Form von Mikrokrediten an die einzelnen Mitglieder
vergeben werden. In Kombination mit den Unternehmertrainings,
welche die Multiplikatoren in ihre jeweiligen Gruppen
tragen, werden die Mitglieder in die Lage versetzt,
ihre Kleinunternehmen erfolgreicher führen und
ihre Einkommen zu erhöhen.

Konkrete Projektziele
400 Vertreter von Selbsthilfegruppen werden
durch Erayim zu Multiplikatoren ausgebildet, damit
sie das erworbene unternehmerische Know-how an ihre
Gruppen in den ländlichen Regionen Kirgistans
weiter geben können.
Konkret werden rund 100 Selbsthilfegruppen
gestärkt, 20 stellt Erayim Kapital zur Verfügung.
Insgesamt können rund 500 Kleinunternehmer
durch das Erwerben von unternehmerischem Know How
und einen erleichterten Kapitalzugang ihre wirtschaftliche
Situation verbessern.

© ICEP 2008
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