Entwicklungsprojekte

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ICEP Projektarbeit
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 Berufliche Ausbildung

38 MOJE - El Salvador: Berufsausbildung im Tourismussektor

40 FUNDAP - Guatemala: Tourismus- Ausbildung durch mobile Trainingszentren

52 MASP - Kasachstan:
Berufsausbildung und Jobvermittlung für Jugendliche

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 Förderung von Kleinunternehmern

47 ERAYIM - Kirgistan:
Unternehmertraining und Kredite für Selbsthilfegruppen

50 CED – Kamerun:
Businesstrainings für Kleinunternehmer

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Empowerment von Frauen

53 Ostafrika & Zentralamerika:
WorldWideWomen – Bessere Zukunftschancen für Frauen

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Ländliche Entwicklung

32 FUNDAP - Guatemala: Bessere Bildung - längerer Schulbesuch

44 LEWA - Kenia:
Nachhaltige Einkommensquellen für ländliche Gemeinden

45 CENADE - Nicaragua:
Unternehmerische Ausbildung für Kleinbauern und Kooperativen

49 MOC – Brasilien:
Strukturelle Verbesserung der Schulbildung in ländlichen Regionen

>>51 FUNDAP - Guatemala:
Landwirtschaftliche Ausbildung und Business-Trainings

56 FABRETTO – Nicaragua:
OMV VIVA unterstützt Schulbildung in ländlichen Regionen

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abgeschlossene Projekte

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Mikroprojekte

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ICEP-Projekt 51

Guatemala: Nachhaltige Formen der Einkommensgenerierung für Kleinbauerngruppen

Die Kleinbauern im westlichen Hochland Guatemalas leben in bitterer Armut. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit sind sie nahezu ausschließlich auf die Landwirtschaft angewiesen. Aufgrund der winzigen Anbauflächen wird häufig versucht, die Erträge durch intensive
Bewirtschaftung zu steigern. Dies verstärkt allerdings auf Dauer die Bodenerosion, was in einer niedrigeren Produktivität und höheren Anfälligkeit bei extremen Wetterbedingungen resultiert. Im Rahmen des Projekts werden Kleinbauerngruppen mit nachhaltigen land-wirtschaftlichen Methoden vertraut gemacht und in grundlegendem unternehmerischen Know-how geschult. Dabei wird besonders auf die Zusammenarbeit der Bauern in Gruppen gesetzt. Die Stärkung genossenschaftlicher Strukturen ermöglicht überdies eine verbesserte Ver-netzung der Bauern, gemeinsame Vermarktungsformen sowie den Zugang zu Mikrofinanz.

Das westliche Hochland von Guatemala gilt als das Armenhaus des Landes. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 70% und rund 85% der Bevölkerung leben von weniger als 2 USD pro Tag. Der Großteil der Bevölkerung ist auf die Landwirtschaft angewiesen. Aufgrund von Naturkatastrophen wie Hurricans oder Trockenperioden sind die Ernteerträge und das damit verbundene Einkommen jedoch starken Schwankungen ausgesetzt. Auch starke Preisfluktuationen, wie etwa der scharfe Preisverfall aufgrund des höheren Angebots nach der Erntezeit, treffen die Bauern mit voller Wucht. Überdies ist die durchschnittliche bewirtschaftete Fläche pro Familie mit weniger als 0,3 ha sehr klein und wird daher in der Hoffnung auf höhere Erträge sehr intensiv bewirtschaftet. Überdüngung und ungeeignete Bewässerungsmethoden sowie der Anbau wenig diversifizierter Produkte führen allerdings zu einer starken Bodenerosion, die sich negativ auf die Produktivität auswirkt. Zu mangelndem Wissen über nachhaltige Anbaumethoden kommt überdies eine sehr schwache genossenschaftliche Organisation der Kleinbauern. Eine funktionierende Institution, welche als Puffer bei extremen Preisschwankungen dient und die Interessen ihrer Mitglieder bündelt, fehlt nahezu gänzlich. Probleme werden im Alleingang zu bewältigen versucht und der Zugang zu Know-how, innovativeren Technologien sowie Kapital wird den Bauern der Region somit zusätzlich erschwert, wodurch sie weiterhin im Kreislauf der Armut gefangen bleiben.


Im Rahmen des zweijährigen Projekts werden Kleinbauerngruppen in vier Dorfgemeinschaften gestärkt und können durch den Zugang zu notwendigem Know-how und Kapital ihre landwirtschaftlichen Methoden nachhaltig optimieren und so ihre eigene Einkommens-situation verbessern sowie gleichzeitig den Druck auf das lokale Ökosystem reduzieren. Dies führt einerseits zu einer Steigerung des Lebensstandards der Bauern, andererseits werden die meist an steilen Berghängen gelegenen Böden durch eine nachhaltige Bewirtschaftung weniger anfällig für Murenabgänge und Erdrutsche und das Risiko großer Ernteausfälle etwa bei extremen Niederschlägen wird dadurch gesenkt. Eine Stärkung landwirtschaftlicher Kooperativen ermöglicht den Bauern, gemeinsame Lösungsansätze für Probleme zu entwickeln, an denen sie einzeln scheitern würden.



Durch einen Ausbildungsansatz, der partizipative Gruppentrainings, den Einsatz von Modell-Bepflanzungen sowie individuelle Beratungen umfasst, soll das Know-how der Kleinbauern über innovative landwirtschaftliche Methoden verbessert werden. Im Rahmen der Trainings, die Inhalte wie nachhaltige Bewässerung- und Bewirtschaftungsmethoden, Auswahl geeigneter Pflanzen oder Formen biologischen Landbaus vermitteln, wird gleichzeitig die Bildung von Bauerngruppen gefördert. Diese haben sich im Lauf von Vorgängerprojekten als sehr effektiver Ansatz erwiesen: Die Bauern unterstützen sich somit gegenseitig, ihre Produktions-methoden optimal an die lokalen ökologischen Bedingungen anzupassen. Weiters werden sie im Rahmen von Gruppentrainings in unternehmerischem Basiswissen geschult – dieses umfasst etwa die Führung eines Kassabuchs, einfache Einnahmen-Ausgaben-rechnung, Sparen und Kredit. Dabei wird auch der Zusammen-schluss der Bauern in genossenschaftlichen Verbänden gefördert bzw. die Strukturen bereits bestehender Kollektiven gestärkt. So werden überdies Formen der kollektiven Vermarktung oder die Einrichtung von Mikrokreditfonds zugunsten der Kleinbauern ermöglicht. Im Rahmen des Projekts werden die Kooperativen diesbezüglich entsprechend geschult. Schließlich wird ein revolvierender Fonds eingerichtet, durch welchen Kleinbauern-gruppen der Zugang zu Finanzierung für unternehmerische Initiativen eröffnet wird.



Konkrete Projektziele
Konkret zielt das Projekt auf eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und Produktivität von mind. 400 Kleinbauernfamilien sowie auf die Stärkung der Kapazitäten von mind. 7 Kleinbauerngenossenschaften ab. Ein revolvierender Fonds wird Mikrofinanzierung in Form von Dorfbanken für Kleinbauerngruppen bereitstellen. Am Ende des Projekts werden:

70% der Bauernfamilien ihre Produktion diversifiziert und mindestens drei neue landwirtschaftliche Methoden eingeführt haben.
die Begünstigten des Projektes ihr durchschnittliches Einkommen um mindestens 20% gesteigert haben.
7 genossenschaftliche Initiativen wurden aufgebaut bzw. strukturell gestärkt.
Aus dem revolvierenden Fonds wurden 10 Dorfbanken zur Förderung unternehmerischer Projekte eingerichtet, deren Rückzahlungsrate bei 95% liegt.

Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 5 Mitgliedern pro Kleinbauernfamilie profitieren somit rund 2.000 Menschen direkt von dem Projekt. Geschätzte weitere 1.000 Menschen werden durch die im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion oder Vermarktung geschaffenen Arbeitsplätze indirekt durch das Projekt begünstigt.

© ICEP 2008

Projektzeitraum
Oktober 2008 – September 2010

Projektkosten
€ 196.000,-

Projektfinanzierung
Finanzierung durch private Mittel


Projektgebiet
Das Projekt wird im Bezirk San Marcos im westlichen Hochland Guatemalas durchgeführt. Mit mehr als 80% liegt der Anteil der Armen an der Bevölkerung in der Region über dem nationalen Durchschnitt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung verfügt über keinen direkten Zugang zu Trinkwasser oder Strom und die Landflucht ist vor allem bei jungen Männern dementsprechend hoch. Das Haupteinkommen in der Region wird aus landwirtschaftlicher Produktion erzielt; allerdings ist auch dieses extrem niedrig – die durchschnittliche Familie in der Region generiert ca. 500-700 USD pro Jahr.


Projektpartner
Die Nicht-Regierungs-Organisation FUNDAP wurde 1981 mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des westlichen Hochlands von Guatemala zu leisten. Die Konzepte des langjährigen Projektpartners von ICEP richten sich nach dem Grundsatz „Entwicklung mit Würde“ und haben bei der einheimischen Bevölkerung ein sehr hohes Ansehen. Das Programm für ländliche Entwicklung (Fomagro), das einen der Schwerpunkte der Organisation bildet, ist im Projektgebiet bereits seit 18 Jahren aktiv.