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ICEP-Projekt 53
World Wide Women: Zukunftschancen
für Frauen in Ostafrika & Zentralamerika
Weltweit haben Frauen in
Entwicklungsländern – besonders in ländlichen
Regionen – mit großen Problemen zu kämpfen.
Ein Zugang zu einer angemessenen Schul- oder Berufsausbildung
bleibt den meisten verwehrt. Dadurch sind die Jobchancen
für Frauen äußerst schlecht. Dazu
kommt, dass viele Männer auf der Suche nach Arbeit
in die Städte abwandern und die Frauen auf sich
allein gestellt für die Kinder sorgen müssen.
Die einzige Möglichkeit, Einkommen zu erwirtschaften,
besteht oftmals darin, ein eigenes kleines Business
wie z.B. eine Hühnerzucht, eine Schneiderei oder
den Verkauf von Backwaren zu starten. Um damit erfolgreich
zu sein, fehlen den meisten Frauen die Voraussetzungen.
Die Herausforderung:
Frauen empowern
Als sich ICEP 2002 gemeinsam mit seiner kenianischen
Partnerorganisation Kianda mit der schwierigen Lage
von Frauen im ländlichen Umkreis von Nairobi
auseinandersetzte, war bald klar, dass vier Angebote
der Schlüssel zu echtem Empowerment von Frauen
sind:
grundlegende
kaufmännische Kenntnisse (Kostenrechnung, Buchhaltung
etc.)
spezifisches
Know-how zur Umsetzung ihrer Geschäftsidee (Erstellen
eines Businessplans, Marketing und Verkauf etc.)
Startkapital
(in Form eines Mikrokredits)
Hilfe
bei der Überwindung von Anfangsschwierigkeiten,
mit denen jeder Unternehmensgründer zu kämpfen
hat. (durch individuelles Coaching)
Nur: Wie lässt sich mit beschränkten Ressourcen
ein solch ausbildungsintensives Entwicklungsprogramm
aufziehen? Das noch dazu weit ab von Ballungszentren
eine möglichst große Anzahl von Frauen,
die oft nicht Lesen und Schreiben können, zu
erfolgreichen Unternehmerinnen macht?
Die Lösung:
Arbeit mit Multiplikatorinnen
Kianda und ICEP entwickelten gemeinsam eine innovative
Methodologie, die sich wesentlich auf den Einsatz
von Studentinnen stützt, die selbst aus ländlichen
Gegenden stammen: junge Frauen, die sich durch Leadership
und eine gute Ausbildung auszeichnen, über Mentalität
und Sprache Zugang zu den Frauen am Land finden und
sich gerne an der Entwicklung der Regionen, aus der
sie stammen, beteiligen.

Die Erfolgsfaktoren:
Individuelles Coaching und Mikrokredite
Mit entsprechender Vorbereitung und professioneller
Begleitung steuern diese jungen Frauen genau das bei,
was der wesentliche Erfolgsfaktor des Empowerment-Ansatzes
ist: individuelles Coaching und kontinuierliche Betreuung
über viele Monate, das genau dort stattfindet,
wo die Frauen ihr Business betreiben.
Mit Unterstützung von ICEP hat Kianda im Jahr
2003 ein Outreach-Programm für Frauen im ländlichen
Raum gestartet (>>
ICEP-Projekt 13 und >>
ICEP-Projekt 27). Jahr für Jahr werden seither
30 Studentinnen zu Multiplikatorinnen für qualifizierte
Unternehmerinnentrainings ausgebildet. So können
jedes Jahr rund 180 Frauen am Land effizient und effektiv
beim Aufbau eines kleinen Unternehmens unterstützt
werden. Kiandas Trainerinnen definieren die Ausbildungsinhalte
und vergeben notwendiges Startkapital aus einem Mikrokredit-Fonds,
die Multiplikatorinnen betreiben das zeitintensive
Coaching der Frauen.

Die Weiterführung
des Erfolgs-Projekts:
Ein weltweites Empowerment-Programm
Aufgrund der großen Erfolge und der nachhaltigen
Wirkung der Arbeit mit Multiplikatorinnen in Kenia
hat ICEP Anfang 2009 ein auf drei Jahre angelegtes
länderübergreifendes Rahmenprogramm gestartet.
Ziel ist, den Programmansatz der Multiplikatorinnen
zur Ausbildung von Unternehmerinnen in ländlichen
Regionen weiter zu etablieren und in neue Länder
zu portieren. Dabei arbeitet ICEP neben Kianda in
Kenia mit vier weiteren Partnerorganisationen in Uganda,
El Salvador, Guatemala und Nicaragua zusammen. Insgesamt
sollen durch das Rahmenprogramm 2.200 Frauen in Ostafrika
und Zentralamerika in den kommenden Jahren empowert
werden.
Konkrete Projektziele
Das Programm zielt sowohl auf die Weiterentwicklung
und -verbreitung der Methodologie auf organisatorischer
Ebene als auch auf die konkrete Arbeit mit bedürftigen
Frauen in ländlichen Regionen, um deren Lebenssituation
zu verbessern:
Stärkung der Partner, Professionalisierung und
Replikation der Methode:
Bereits
im ersten Jahr wird die Methodologie der Multiplikatorinnen
von den fünf Partner-NGOs in Ostafrika und Zentralamerika
professionalisiert bzw. neu und effizienter eingesetzt.
Ausarbeitung
eines Workshop-Designs zur Weitervermittlung der Methodologie
sowie die Erstellung eines Handbuchs
Im
Rahmen zwei regionaler Workshops in Afrika und Mittelamerika
werden mind. 20 weitere Frauen-NGOs vor Ort mit der
Methodologie vertraut gemacht.
Unternehmertrainings für Frauen in ländlichen
Regionen:
Insgesamt
werden 440 Studentinnen in fünf Ländern
als Multiplikatorinnen ausgebildet, um Unternehmertrainings
für Frauengruppen am Land durchzuführen.
Insgesamt
werden 2.200 Frauen an einem Unternehmer- und Empowermenttraining
inkl. Follow-up und Mentoring teilnehmen.
85% der Frauen werden nach dem Training innerhalb
von sechs Monaten ihr eigenes Kleinunternehmen starten.
50% der Unternehmerinnen können ihr
Einkommen ein Jahr nach dem Training um mind. 50%
steigern.
© ICEP 2009
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