Entwicklungsprojekte

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ICEP Projektarbeit
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 Berufliche Ausbildung

38 MOJE - El Salvador: Berufsausbildung im Tourismussektor

40 FUNDAP - Guatemala: Tourismus- Ausbildung durch mobile Trainingszentren

52 MASP - Kasachstan:
Berufsausbildung und Jobvermittlung für Jugendliche

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 Förderung von Kleinunternehmern

47 ERAYIM - Kirgistan:
Unternehmertraining und Kredite für Selbsthilfegruppen

50 CED – Kamerun:
Businesstrainings für Kleinunternehmer

67 ISBI – Kenia:
Valartis Bank unterstützt Mikrounternehmer in Nairobi

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Empowerment von Frauen

53 Ostafrika & Zentralamerika:
WorldWideWomen – Bessere Zukunftschancen für Frauen

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Ländliche Entwicklung

32 FUNDAP - Guatemala: Bessere Bildung - längerer Schulbesuch

44 LEWA - Kenia:
Nachhaltige Einkommensquellen für ländliche Gemeinden

45 CENADE - Nicaragua:
Unternehmerische Ausbildung für Kleinbauern und Kooperativen

49 MOC – Brasilien:
Strukturelle Verbesserung der Schulbildung in ländlichen Regionen

51 FUNDAP - Guatemala:
Landwirtschaftliche Ausbildung und Business-Trainings

56 FABRETTO – Nicaragua:
OMV VIVA unterstützt Schulbildung in ländlichen Regionen

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>> abgeschlossene Projekte

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Mikroprojekte

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„Ich unterstütze gerne ein Unternehmen, das sich wie ICEP dafür einsetzt, einen Güterausgleich zwischen den Menschen der ersten und der dritten Welt herbeizuführen. Darin sehe ich einen ganz wichtigen Beitrag zur Förderung der Menschenrechte und Sicherung des Friedens auf unserer Welt. Da der Ausgleich, den ICEP schafft, über den „Umweg“ der Ausbildung führt, halte ich das ganze Unterfangen für umso wertvoller.“

Univ.-Prof. DDr. Franz Matscher, Österr. Institut für Menschenrechte, ICEP-Beirat

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Kartoffelsilos: Eine neue Ära für Kartoffelbauern

Das erste Projekt, das ICEP beim Außenministerium einreichte und – mit 75 Prozent Kostenübernahme – auch bewilligt bekam, war das so genannte „Kartoffelsilo-Projekt“. Dieses Projekt war darauf ausgelegt, Kleinbauern zu helfen, ihre Arbeit professioneller zu gestalten, kosten-, qualitätsbewusster und langfristiger zu denken und marktorientierter zu wirtschaften. Ort des Geschehens: das westliche Hochland Guatemalas, in dem ein Viertel der fast ausschließlich indigenen Bevölkerung vom Kartoffelanbau lebt.

Bisherige Praxis
Der praktisch einzige agronomische Fortschritt in den letzten Jahrzehnten war die Verwendung von Chemikalien. Zur Erhöhung der Ernte wurde Kunstdünger eingesetzt, zur Ungezieferbekämpfung verwendeten die Bauern reichlich Insektizide, beides ungeachtet der giftigen Wirkung, von der vor allem ihre Familienmitglieder betroffen waren. In Ermangelung einer Alternative wurden die für die Aussaat bestimmten Kartoffeln nämlich im häuslichen Bereich, meist unter den Betten, gelagert. Dort, direkt auf dem oft feuchten Boden, wurden die Kartoffeln leicht von Knollenfäulnis befallen, was zu einem Verlust der wertvollen Saatkartoffeln führte – und einen weiteren Angriff auf die Gesundheit der Familien darstellte. Die Lagerung der Kartoffeln in relativer Dunkelheit hatte darüberhinaus zur Folge, dass sie nur schwach und unregelmäßig keimten, wie es für Saatkartoffeln wünschenswert wäre. Die Ertragssituation wurde zusätzlich dadurch verschlechtert, dass zur Erntezeit rund 2500 Bauern nahezu gleichzeitig auf den einheimischen Markt (v. a. in San Juan Ostuncalco) fuhren, wo sie ihre Kartoffeln bei dem vorhandenen Überangebot nur zu einem entsprechend niedrigen Preis anbieten konnten. Zudem gab es unter den Bauern kaum Formen der Arbeitsteilung oder des Zusammenhalts.

Das Maßnahmenpaket
Angesichts dieser Situation schien ein ganzes Maßnahmenpaket notwendig. Durch das Projekt sollten die Bauern primär theoretisch und praktisch durch Fachleute unterrichtet werden und Unterstützung beim Bau von Kartoffelsilos erhalten. Diese Silos ermöglichen eine sachgerechte Lagerung der Saatkartoffeln. Sie stellten außerdem einen wichtigen Schritt zur Auslagerung der Kartoffeln und Arbeitsgeräte aus dem Wohnraum dar – sehr zur Freude und zum Wohl der Frauen und Kinder. Das Projekt sollte aber darüber hinaus tatsächlich der ganzen Familie zugute kommen: So hatten auch Frauen die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen, sie erhielten zusätzlich Aufklärung über Ernährung und Hygiene. Frauen und Kinder wurden in Gemüseanbau und Obstbau eingeführt, Lehrgärten wurden angelegt.

Dreijähriges Ausbildungsprogramm
Insgesamt nahmen mehr als 900 Personen an verschiedenen Ausbildungskursen teil. 352 von ihnen besuchten den vertiefenden Unterricht, wobei jeder auch ein Handbuch über Anbau und Verkauf von Kartoffeln erhielt. Darauf können die Kursteilnehmer auch nach Projektende zurückgreifen und sich das Gelernte in Erinnerung rufen. Um die Bauern von den Vorteilen von Silos zur Lagerung von Saatkartoffeln zu überzeugen, wurden zuerst 14 Modellsilos gebaut. Mit gegenseitiger Unterstützung errichteten die Bauern anschließend Silos für ihren eigenen Bedarf: Dabei konnten sie mit der technischen Unterstützung von FUNDAP rechnen. Sie erhielten auch einen Teil des Materials (v. a. Wellblech, Nägel und Plastikplanen). Den Rest, vor allem Holz, mussten sie selbst beschaffen. Es wurden insgesamt 352 Silos – für 352 Bauern – errichtet, was den Silobestand der Region von 4 auf 16 Prozent erhöhte. Abgesehen vom Unterricht förderten die Ausbildner den Erfahrungsaustausch unter den Bauern und besuchten die Bauern auch zuhause, um den Nutzen des Projektes zu besprechen.

Live beim Unterricht dabei
Im Zuge einer Projektreise nahm ICEP-Geschäftsführer Bernhard Weber nicht nur kontrollierend Einblick in die Buchhaltungs- und Rechnungsprüfberichte von FUNDAP-Fomagro, sondern gewann außerdem in einem persönlichen Gespräch mit 18 Projektteilnehmern einen unmittelbaren Einblick in den Projektfortgang. Er besichtigte fertiggestellte Kartoffelsilos und nahm als Beobachter an einem Unterricht für Projektbegünstigte vor Ort teil, wo Ausbildner Alfons García in der Maya-Sprache Mam und unter Verwendung von gut aufgemachtem Anschauungsmaterial eine Lektion über die Bekämpfung von Kartoffelschädlingen und Ungeziefer erteilte. Auch der im Anschluss erteilte Unterricht auf einem Lehracker, wo die Inhalte des Vortrags demonstriert und besprochen wurden, überzeugte.

Ökologisch sinnvoll arbeiten
Die empfohlenen Methoden der Schädlingsbekämpfung – ein Chili-Knoblauch-Zwiebel-Gemisch, mit dem die Kartoffelpflanzen bestrichen werden, und ein klebriges gelbes Kunststoffband, das die Schädlinge anzieht und festhält – sollten den Bauern den Einsatz teurer und giftiger Insektizide zumindest teilweise ersparen. Das Angebot einer internationalen Pharmafirma, das Projekt zu unterstützen, wenn sie bei der Ausbildung der Bauern für ein konkretes Schädlingsbekämpfungsmittel werben bzw. einen Vertreter der Firma zu den Unterrichten schicken dürfen, wurde von FUNDAP abgelehnt.

Für die ganze Familie
Bei ihrer Visite des Projektgebiets trafen Bernhard Weber und Oscar Gómez in den Siedlungen fast nur Frauen und Kinder vor – die Bauern waren auf ihren Äckern. So zeigten die Frauen, die Oscar Gómez kannten, den Besuchern mit Freude und vielen Erklärungen ihre Kartoffelsilos. Es war zu erkennen, wie sehr sie sich mit dem Projekt identifizierten und beim Projekt mitlebten. Einige Frauen erzählten, dass die Kinder weniger oft erkrankten und weniger mit Husten zu kämpfen hatten, seit die Kartoffeln nicht mehr im Haus gelagert werden. Das Projekt wirkte sich also auch positiv auf die Gesundheitssituation insbesondere der Kinder aus.

Ein zusätzlicher Aspekt
Das Projekt leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Friedenssicherung in einem ehemaligen Bürgerkriegsgebiet. Der ICEP-Geschäftsführer gelangte in Ortschaften, die bis vor kurzem aus Sicherheitsgründen nicht besucht werden konnten, und war beeindruckt, wie frühere „Guerilleros“ in das Projekt integriert werden konnten.

Zufriedene Bauern
Die unabhängige Beratungsfirma ECODESA wurde von FUNDAP auf Bitte ICEPs gegen Projektende hin mit einer Projektevaluierung beauftragt. Eine Umfrage unter den beteiligten Bauern ergab, dass sie das Projekt einstimmig befürworteten und feststellten, dass es ihren Arbeitsalltag gegenüber früher erheblich verbessert hat. Die erzielte Erhöhung der Verkaufserlöse ist nicht nur dem Projekterfolg zu verdanken: Der Hurrikan Mitch hatte 1998 in den Nachbarländern Ernten und Felder zerstört, was der Nachfrage in Guatemala zugute kam. ECODESA bestätigte, dass die Ernten tatsächlich deutlich besser ausfielen, seit die Saatkartoffeln in den Silos gelagert wurden. Außerdem wirkten die Bauern motiviert und voll des Willens, dazu zu lernen und ihre Arbeit weiter zu verbessern.

Schneeballeffekt
Das Beispiel der 352 ausgebildeten Bauern weckte nicht nur das Interesse anderer Bauern in der Region, sondern auch anderer Entwicklungsorganisationen, die es besuchten, um die Inhalte in ihr Entwicklungsprogramm zu integrieren.

© ICEP 2003

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ICEP-ProJekt Nr. 1: Know-how für kartoffelbauern. ICEP half Kleinbauern im westlichen Hochland Guatemalas, die Lebensbedingungen ihrer Familien nachhaltig zu verbessern.


Projektbudget:

Juni 1998 bis Mai 2001

Projektbudget (in EUR) 101.200,-
Planung, Evaluierung 5.450,-
Didaktisches Material 6.550,-
Materialkosten Silos 22.700,-
Personal-, Reisekosten 52.900,-
Projektbegleitung ACODEP 8.150,-
Verwaltung ICEP 6 % 5.450,-

ICEP: 29.400 EUR
BMaA: 71.800 EUR

Gefördert durch die


Mit 352 Bauern aus 20 ländlichen Gemeinden konnte das ursprüngliche Ziel von 270 direkt Begünstigten um 30 Prozent übertroffen werden.


ICEP-Partner: FUNDAP-FOMAGRO

Die guatemaltekische Entwicklungsorganisation FUNDAP arbeitet im westlichen Hochland Guatemalas.
Die Programmlinie FOMAGRO konzentriert sich auf den Kampf gegen die Armut unter der ländlichen Bevölkerung in abgelegenen Regionen. Dazu spezialisierte sich FUNDAP-FOMAGRO auf die Unterstützung von bäuerlichen Betrieben. Sie kennen die konkreten Bedürfnisse der Kleinbauern und entwerfen gemeinsam mit ihnen Entwicklungs-Modelle, die einfach und kostengünstig vor Ort umsetzbar sind. Eines dieser Projekte war das zusammen mit ICEP konzipierte Modell für Kartoffelbauern. Andere Aktivitäten betreffen die Viehzucht, die Diversifikation beim Gemüse- und Obstanbau, die bessere Vermarktung oder nicht zuletzt den Umweltschutz.
Im Mittelpunkt steht bei jedem Projekt der Ausbildungaspekt. Der erste Schritt dabei ist immer die Überzeugung der Bauern, dass es sich für sie auszahlt, ihre Zeit in Know-How zu investieren. Verbesserungen können auch durch den Ausbau der Infrastruktur der Bauernhöfe erreicht werden: durch Regenwasserauffangbecken, Ställe oder Silos.


Im Gespräch: Walter Hillermann

Walter Hillermann, Guatemalteke, ist FUNDAP Mitarbeiter der ersten Stunde. Er leitet FOMAGRO, das Programm für landwirtschaftliche Ausbildung.
Welche Mittel haben Sie eingesetzt, um die Bereitschaft der Bauern für neue Arbeitsmethoden zu wecken?
„Unsere Methode bestand vor allem darin, die Begünstigten über Gruppen und Untergruppen zu erreichen. Bei der Gruppenbildung trafen wir bei den Bauern anfänglich auf Widerstand, der allmählich abgebaut werden konnte. Dabei war sehr hilfreich, dass die Bauern einander bei der Errichtung der Silos helfen mussten. Bei der gemeinsamen Arbeit wuchsen sie zusammen. Das wiederum war eine Voraussetzung dafür, dass sie an den Unterrichten teilnahmen, die in Gruppen stattfanden.“
Können Sie feststellen, dass die Bauern das erlernte Wissen anwenden?
„Die Bauern haben ihre Arbeitsmethodik erwiesenermaßen geändert. Das gilt vor allem hinsichtlich der Verwendung der Silos. Im Zuge der Evaluierung wurde bei etlichen Bauern weiters die Anwendung zeitgemäßer Methoden auch beim Anbau und beim Erosionsschutz festgestellt.“
Welche Erkenntnisse haben Sie für sich aus diesem Projekt gewonnen?
„Für mich war es herausfordernd und bereichernd zugleich, direkt mit ICEP und indirekt mit dem österreichischen Außenministerium zusammenzuarbeiten, vor allem hinsichtlich des Projekt-Controllings. Von den halbjährlichen Zwischenabrechnungen mit Bericht profitierten wir selbst am meisten. Nicht nur des Feed-Backs wegen, sondern auch, weil wir dadurch angehalten waren, den konkreten Fortschritt des Projektes zu dokumentieren.“


Zum Thema: Rurale Entwicklung

Etwa 75% aller Armen leben in ländlichen Gebieten, ebenso die Mehrzahl der etwa 800 Mio. hungernden oder unterernährten Menschen. Frauen und Mädchen sind besonders betroffen. Wesentliches Kennzeichen für die Lebensbedingungen dieser Menschen sind geringes oder fehlendes Einkommen, mangelnde Bildung, unzureichende wirtschaftliche Möglichkeiten und soziale Versorgung sowie Ausschluss von sozio-ökonomischen und politischen Entscheidungsprozessen. In Ländern mit hohem Anteil der Agrarwirtschaft am BSP und an der Gesamtbeschäftigung hängen die Höhe des volkswirtschaftlichen Wachstums und das Tempo der Armutsminderung besonders vom Wachstum der ländlichen Wirtschaftssysteme sowie der Entwicklung ländlicher Institutionen und des Humankapitals (Bildung und Gesundheit) ab.

Entwicklungsländer sind durch gravierende Defizite in der landwirtschaftlichen Produktion geprägt, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die Rahmenbedingungen, unter denen es für klein- und kleinstbäuerliche Betrieben nicht ökonomisch ist, in die Steigerung der Produktion zu investieren. Der Zugang zu produktiven Ressourcen fehlt, Beratung und andere Dienstleistungen gehen oft am Bedarf vorbei oder werden gar nicht angeboten.

Ländliche Entwicklung bedeutet sehr viel mehr als nur ertragreichere Landwirtschaft. Maßnahmen im Bereich ruraler Entwicklung fördern die wirtschaftliche Entwicklung, die Ernährungssicherung sowie die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen (Boden, Wasser, biologische Vielfalt). Damit tragen sie zur Verbesserung der ökonomischen, ökologi-schen und sozialen Situation im ländlichen Raum sowie zur Schaffung von geregeltem Einkommen und Beschäftigung für die arme ländliche Bevölkerung bei.