Kimlea: Ausbildungsplätze für
Teepflückerinnen
Kimlea bietet jungen Kenianerinnen aus ärmsten Verhältnissen
nach der Primary School eine gewerbliche Ausbildung in
Nähen, Kochen, Hygiene, Gemüseanbau, Kleintierzucht
u. ä. Das Ausbildungszentrum liegt im Gebiet Tigoni
auf 2.000 Meter Höhe, an der Grenze zwischen den
darunter liegenden Kaffeeplantagen und den höher
liegenden Teeplantagen, die sich über die geneigte
Hochfläche des Distrikts gegen das Aberdare-Gebirge
hin erstrecken. Kimlea erhält sich mittels der eigenen
Produktion (durch die Bewirtschaftung eines angrenzenden
Tagungshauses, Veranstaltungs-Catering, den Verkauf von
Backwaren, Gemüse, Honig, Kinderbekleidung).

Kapazitäten erweitern
Durch den Ausbau und die Verbesserung der Anlage
im Zuge des ICEP-Projekts wurden zwei Ziele erreicht.
Zum einen wurde die Zahl der internen Schülerinnen
von ursprünglich 20 auf 60, der externen von 70 auf
140 erhöht. Ein Pick-up-Service wurde eingeführt,
damit auch Mädchen, die weiter als zehn Kilometer
entfernt wohnen und diese Entfernung nicht täglich
zu Fuß zurücklegen können, eine Teilnahme
an Kursen möglich ist. Zum anderen und nicht unabhängig
vom ersten Ziel werden die Voraussetzungen vor allem im
Catering-Bereich verbessert und damit die Einkommensmöglichkeiten
der Ausbildungsstätte erhöht. Sie soll sich
langfristig selbst erhalten können.
Am Beispiel von Hannah Mwihaki …
… kann man erkennen, welche Perspektiven
und Chancen Kimlea Mädchen in einer benachteiligten
ländlichen Region Kenias eröffnet. Hannah Mwihaki,
drittes Kind einer neunköpfigen Familie, der Vater
Teepflücker, hatte das Glück, Kimlea zu besuchen.
Dazu musste sie jeden Tag 15 Kilometer zurücklegen.
Nach ihrer Ausbildung in Kimlea wurde Hannah von einer
Schneiderin engagiert, bei der sie ein Einkommen erhielt,
das es ihr sogar ermöglichte, jeden Monat etwas auf
die Seite zu legen. Nach zwei Jahren konnte sie sich ihren
Traum erfüllen: Sie kaufte sich eine eigene Nähmaschine
und eröffnete ihr eigenes Geschäft in Ngarariga
Village. Unter anderem fertigt sie heute Uniformen für
eine Schule an. Sie steht auf eigenen Beinen – und
kann außerdem für einen ihrer Brüder das
Schulgeld für die Secondary School zahlen. Ohne Kimlea
würde Hannah heute für maximal einen Dollar
pro Tag auf einer der Teeplantagen arbeiten ...

Anerkennung von allen Seiten
Die umfassend vorbereitete Erweiterung
Kimleas stellte für den Lehrkörper eine
Herausforderung dar. Sie wurde aber vor allem als
Motivationsschub gesehen, wie ein Statement der
Leiterin, Francesca Gikandi, zeigt: „The improvement
in the teaching environment created by the new unit
has enthused all our teachers and inevitably this
will have a positive influence on all our students
and encourage them to aim at excellence.“
Abgesehen von den unmittelbar Begünstigten
des Projekts äußern sich auch staatliche
Vertreter aller Ebenen sehr positiv über die
Bildungs- und Entwicklungsarbeit, die in und von
Kimlea aus geleistet wird. So die amerikanische
Botschafterin anerkennend: „If this project
could be multiplied over the country, things would
be different for Kenya.“ Auch der österreichische
Botschafter in Kenia, Mag. Franz Hörlberger,
attestierte Kimlea im Hinblick auf die organisatorischen
Fähigkeiten „eine ordentliche Verwaltung
und Instandhaltung, was hierorts leider nicht die
Regel, sondern die Ausnahme ist“.
© ICEP 2003
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