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Kleinunternehmer stärken
lokale Strukturen
Über Informationsabende,
zu denen städtische und ländliche Unternehmerverbände
eingeladen wurden, die Verteilung von Informationsmaterial
in den Mikrokreditvergabestellen in mehreren Städten
und zwei TV-Reportagen gelang es unserem Projektpartner
ACODEP, fast zweitausend Kleinunternehmer und -unternehmerinnen
für Fortbildungskurse zu gewinnen. Zugang zu den Kursen
hatten Menschen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren, die
an der Spitze eines Familienunternehmens stehen, mit einem
monatlichen Umsatz unter 1.500 USD und nicht mehr als drei
Angestellten.

Armut, soweit das
Auge reicht
Ein Blick auf die jüngere Entwicklung Nicaraguas hilft,
die wirtschaftlich-gesellschaftliche Stimmung von Land und
Leuten Ende der 90er Jahre zu verstehen: Eine einseitige
Wirtschaftstruktur (Konzentration auf die Produktion von
Fleisch, Kaffee und Zucker), eine unglückliche Wirtschaftspolitik
und Bürgerkrieg führten zwischen 1987 und 1990
fast zum völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch Nicaraguas.
Internationale Hilfe ermöglichte dem nach Haiti zweitärmsten
Land Lateinamerikas, 1990 einen langsamen Wiederaufbauprozess
aufzunehmen. Naturkatastrophen machten diese Bemühungen
immer wieder zunichte: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Dürreperioden,
Überschwemmungen, Wirbelstürme ... Zuletzt warf
das Jahrhundertereignis des Hurrikans „Mitch“
im Jahre 1998 das Land binnen kurzer Zeit um Jahre zurück:
Die extremen Regenfälle verursachten dramatische Überschwemmungen.
Die Ernten wurden vernichtet, große Teile der Infrastruktur
zerstört, ganze Wohnviertel weggeschwemmt, Schweine
und Hühner von den Fluten weggerissen und Wasserleitungen
zerstört. In Nicaragua und den umliegenden Ländern
fielen insgesamt etwa 11.000 Menschen dem Hurrikan zum Opfer,
tausende Kinder verloren ihre Eltern.
Unternehmerische Initiative
stärken
Ob politische Misswirtschaft oder die Unbilden der Natur,
die ohnehin bereits Armen werden am Gröbsten in Mitleidenschaft
gezogen. Somit ist verständlich, dass gerade nach der
Mitch-Katastrophe die Stimmung auch unter den städtischen
Klein- und Kleinstunternehmern einen Tiefpunkt erreicht
hatte. Verschiedene nationale und internationale Hilfsorganisationen
versuchten, dem Land und seiner Bevölkerung zu helfen,
eine neue Zukunft aufzubauen. Eine dieser Institutionen
war ACODEP, die mit Mitteln der Banco Centroamericano de
Integración Económica und dem Know-how der
Deutschen Gesellschaft zur Technischen Zusammenarbeit GTZ
ein Pilotprojekt für 300 Unternehmensgründer und
Gewerbetreibende mit besten Ergebnissen auf die Beine stellte.
Ein externer Begutachter stellte fest, dass 60 Prozent der
Kursteilnehmer ihren Umsatz praktisch unmittelbar nach Projektende
um bis zu 35 Prozent steigern konnten. Ein weiterer positiver
Effekt: ein klarer Trend zur Aufstockung des Personals und
somit zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen durch
die Kursteilnehmer.
Wirksam: die CEFE-Methode
Das Mikrokreditprogramm, mit dem ACODEP Kleinunternehmern
einen finanziellen Spielraum einräumte, machte nur
einen Teil des Erfolgs des Pilotprojekts aus. Den anderen
Teil verdankte es Ausbildungseinheiten, in denen ein in
Deutschland entwickeltes und weltweit erprobtes Fortbildungskonzept
zur Förderung kaufmännischer und unternehmerischer
Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen zur Anwendung
kommt: die so genannte CEFE-Methode. CEFE steht dabei für
„Competency based Economies through Formation of Enterprise“.
Diese aktionsorientierte Methode erweist sich gerade bei
Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit geringer Bildung und
niedrigem Einkommen als wirksam: Die Teilnehmer lernen durch
ihr eigenes Handeln, erproben Strategien in simulierten
und realen Lebenssituationen und werden befähigt und
motiviert, ihre Umwelt kreativ und produktiv zu gestalten.
Somit vertiefen sie in hohem Maß ihre ökonomische
Entscheidungskompetenz. Die Bereiche der Fortbildung betreffen
Persönlichkeitsentwicklung, geschäftliches Umfeld,
Vermarktung, Produktion, Kostenrechnung, Finanzierung.
Das Kursangebot: gut
genützt
Im Rahmen des ICEP-Kleinunternehmerprojekts wurden
eintägige Basis- und dreitägigeVertiefungskurse
– an nicht aufeinander folgenden Tagen – angeboten.
Die Bezahlung eines geringfügigen Kursbeitrags von
5 USD diente vor allem der Sicherung des Commitments der
Kursteilnehmer. Insbesondere in der Hauptstadt zeigte sich,
dass es den Kleinunternehmern nicht leicht fiel, einen Arbeitstag
in Ausbildung zu investieren, u. a. weil sie spontan eher
auf ihre Tradition und Intuition vertrauten als auf externe
Fortbildung. Umso erfreulicher ist es, dass ACODEP so viele
Interessenten für die Kurse gewinnen und das allgemeine
Bewusstsein für die Notwendigkeit spezifischer Ausbildung
unter Unternehmern wecken konnte.
Kundenorientierung
& Übersicht
Eine von ICEP initiierte Umfrage nach Projektende
ergab, dass die Begünstigten dank der Trainings bei
Klientenbetreuung und Geschäftsgebarung wesentliche
Fortschritte erzielt hatten. Die positiven Wirkungen reichten
über das Geschäft hinaus auch in die Familien
der Begünstigten hinein. Eine Kursteilnehmerin analysierte:
Die Ausbildung kommt auch der Erziehung der Kinder zugute
und verbessert die Bereitschaft, Haltungen zu ändern
und Neues zu lernen.
© ICEP 2003
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ICEP-Projekt Nr. 3: Ausbildungsinitiative
für Kleinunternehmer 1800 Klein- und Kleinstunternehmer
in Managua und zehn anderen Städten Nicaraguas
nützten die Chance, ihr Geschäft auf Vordermann
zu bringen.
„Ausbildung für Kleinunternehmer
in zwölf Städten Nicaraguas“
September 1999 bis November 2000
Projektbudget (in EUR) 87.600,-
Projektplanung, -bewerbung 2.540,-
Didakt. Material, Seminaraufw. 30.690,-
Personal, externe Trainer 33.700,-
Projektbegleitung ACODEP 12.370,-
Externes Projektauditing 3.340,-
Verwaltung ICEP 6 % 4.960,-
ICEP: 25.700 EUR
BMaA: 61.900 EUR
gefördert
durch die

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Mit 1.382 Teilnehmern an den Basis-
und 560 Teilnehmern an den Vertiefungskursen konnte
das quantitative Ziel zu 98,5 % erreicht werden. Darüber
hinaus konnten die Teilnehmer wie vorgesehen ihre
Einkünfte im Schnitt um 35 % steigern.

Rossana Ostrovsky: Learning
by doing
Rossana Ostrovsky, Ausbildungsleiterin
des ICEP Projektpartners ACODEP, ist von der Wirksamkeit
der Kurse überzeugt: „Die Ausbildner bringen
verschiedenste Instrumente zur Anwendung, um den Teilnehmern
Entwicklung zu ermöglichen: Fallstudien, Rollenspiele,
Beratungsgespräche, Verhaltenstrainings, Vorträge
u. a. Dadurch lernen die Teilnehmer sich selbst kennen,
ihre Stärken und ihre Schwächen, sodass
sie daran arbeiten können. Sie gewinnen neue
Kenntnisse, erfassen neue Konzepte, lernen, innerhalb
einer dynamischen Wirklichkeit eine Vision zu entwickeln.
Sie lernen, für Alltagsprobleme und Schwierigkeiten
kreative Lösungen zu finden. Sie lernen, auf
der Grundlage von Daten Entscheidungen zu treffen.
Und sie erlangen die Basiskenntnisse für die
Führung ihres kleinen Unternehmens. ... Danke
für das Vertrauen, das ICEP in uns setzt!“
Zum Thema: Kleinunternehmer
& Entwicklung
Die entscheidende Rolle, die Kleinstunternehmen für
das wirtschaftliche und allgemeine Vorankommen eines
Entwicklungslandes zukommt, ist leicht erkennbar:
Sie bekämpfen die Armut an ihrer Wurzel, da die
ärmste Bevölkerung in ihnen tätig wird
und sich eine Lebensgrundlage schafft. Können
sich Kleinunternehmen entfalten, kommen Talente und
Begabungen der Bevölkerung sowie lokale Güter
und Produktionsmittel zum Einsatz – Kleinunternehmer
operieren zumeist importunabhängig. Gewinnen
sie Schlagkraft, erstarkt der private Sektor und werden
die dezentralen, demokratischen Strukturen belebt.
Entwickeln sie sich, werden das Hochkommen von Entscheidungsträgern
in der Bevölkerung und der private Sektor unterstützt.

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