Entwicklungsprojekte

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ICEP Projektarbeit
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 Berufliche Ausbildung

38 MOJE - El Salvador: Berufsausbildung im Tourismussektor

40 FUNDAP - Guatemala: Tourismus- Ausbildung durch mobile Trainingszentren

52 MASP - Kasachstan:
Berufsausbildung und Jobvermittlung für Jugendliche

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 Förderung von Kleinunternehmern

47 ERAYIM - Kirgistan:
Unternehmertraining und Kredite für Selbsthilfegruppen

50 CED – Kamerun:
Businesstrainings für Kleinunternehmer

67 ISBI – Kenia:
Valartis Bank unterstützt Mikrounternehmer in Nairobi

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Empowerment von Frauen

53 Ostafrika & Zentralamerika:
WorldWideWomen – Bessere Zukunftschancen für Frauen

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Ländliche Entwicklung

32 FUNDAP - Guatemala: Bessere Bildung - längerer Schulbesuch

44 LEWA - Kenia:
Nachhaltige Einkommensquellen für ländliche Gemeinden

45 CENADE - Nicaragua:
Unternehmerische Ausbildung für Kleinbauern und Kooperativen

49 MOC – Brasilien:
Strukturelle Verbesserung der Schulbildung in ländlichen Regionen

51 FUNDAP - Guatemala:
Landwirtschaftliche Ausbildung und Business-Trainings

56 FABRETTO – Nicaragua:
OMV VIVA unterstützt Schulbildung in ländlichen Regionen

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>> abgeschlossene Projekte

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Mikroprojekte

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„Charity ist eine wichtige Sache: Zum einen, weil wir in einer gemeinsamen Welt leben, in der es nur wenigen so gut geht wie uns. Wir können davor nicht einfach die Augen verschließen. Zum anderen ist es für unsere Gesellschaft sehr heilsam, sich gemeinsam für andere einzusetzen. Besonders sinnvoll erscheint mir dieser Einsatz dort, wo es Projekten zugute kommt, die ohne viel Verwaltungsaufwand umgesetzt werden. Das ist einer der Gründe, weshalb ich auch gerne die ICEP-Projekte unterstütze.“

Andrea Herberstein, ICEP-Beirat

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Fanusi Study Centre:Solidarität lebendig umsetzen

In einem Entwicklungsland wie Kenia ist es für junge ambitionierte Leute, die nicht den reichen Bevölkerungsschichten angehören, die sich möglicherweise ein Studium im Ausland leisten können, schwierig, eine Universität zu besuchen. Ohne staatliche oder private Förderung ist das praktisch unmöglich, und selbst einen Universitätskredit zu bekommen, braucht viel Glück. Aber auch dann ist es selbstverständlich, neben dem Studium zu arbeiten. Da Frauen in Kenia mit vielfältigen Benachteiligungen konfrontiert sind, ist es für sie noch schwieriger, ein Studium zu absolvieren. Der Frauenanteil an den Studenten ist daher sehr niedrig.

Fanusi: Rückhalt für Studentinnen
Unweit der Universität von Nairobi befindet sich das Fanusi Study Centre. Seit seiner Eröffnung 1987 ist es nicht nur ein Wohnort, sondern auch ein Treffpunkt für alle interessierten Studentinnen, unabhängig von ihrer Nationalität oder Stammeszugehörigkeit, sozialer Herkunft oder Religion. Es richtet sich vor allem an Mädchen aus der armen, ländlichen Bevölkerung, die zum Studium nach Nairobi kommen: Fanusi bietet ihnen eine hilfreiche Hand beim Zugang zur Universität und bei der Bewältigung des Studiums. Es stellt ihnen einen ruhigen Studierraum zur Verfügung, bietet Möglichkeiten der Bildung von Persönlichkeit und sozialer Kompetenz, leistet Gesundheitsfürsorge, vermittelt Jobs und unterstützt bei der Umsetzung von Sozialinitiativen in den Heimatdörfern, die den Studentinnen helfen sollen, mit ihren Familien und Freunden in ihren Dörfern verbunden zu bleiben.

Weiter Horizont
Als die Kianda Foundation das Fanusi Study Centre konzipierte, hatte sie mehr als nur die Errichtung eines Wohnheims für zwanzig Studentinnen im Auge. Und tatsächlich gelang es, von Anfang an weitreichende Tätigkeiten zu enfalten.

Vielfältige Einsätze am Land
Zum Coaching der Führungskräfte von Morgen gehört aus der Sicht Kiandas in den Ferienzeiten die Durchführung von Sozialeinsätzen auf dem Land. Es geht dabei um frauenspezifische Beratung (Familie und Erziehung, AIDS-Prävention, Würde der Frau, Menschenrechte ...), Ernährung und Hygiene, das ABC der Unternehmensführung, medizinische Vorsorge und Nachhilfe-Unterricht für Kinder. Mitunter führt Fanusi auch sehr handfeste Einsätze durch, bei denen Wassertanks installiert, Klassenzimmer restauriert, eine Apotheke oder Schneiderei eingerichtet werden.

Komplimente vom Ministerium
Im „Ministry of Culture and Social Services“ Kenias wird der geleistete Einsatz honoriert. Hellen M. Achola, Social Development Officer: „The programmes carried out at the Centre have a real impact in many of the rural areas. As a Social Developer I am happy to see that there are institutions like this one, interested in addressing the real needs of the country, that is helping to form leaders who can work with the grass roots.“ – Während der Sommerferien beteiligen sich jährlich mehrere Dutzend europäische Studentinnen an den sozialen Einsätzen Fanusis. Ihr Aufenthalt in Kenia erweitert Kiandas Rückhalt in Europa, ermöglicht kulturellen Austausch, und mit den Einnahmen kann Kianda während des Jahres Stipendien für Heimplätze vergeben.

Entscheidend: Training of Trainers
Von Beginn an war es das Bestreben Kiandas, Studentinnen und junge Berufstätige für Sozialeinsätze zu gewinnen. Kianda legte dabei großen Wert auf die Ausbildung der freiwilligen Sozialtrainerinnen. Aus dieser Bemühung heraus etablierte Kianda einen sechsmonatigen Kurs „training for trainers“ für 20 Teilnehmerinnen pro Jahr. Bemerkenswerterweise rekrutiert sich das heutige, dreiköpfige Fanusi-Leitungsteam aus Studentinnen, die neben ihrem Studium diesen Kurs abgeschlossen haben. Kianda ist auch stolz darauf, dass die meisten Absolventinnen neben ihrem normalen Beruf in verschiedenen kleineren und größeren Entwicklungsinitiativen engagiert sind.

Kapazitäten erweitern
ICEP ermöglichte es, die räumlichen Kapazitäten des Fanusi Study Centre im Bereich Ausbildung zu erweitern und endlich ein Auto für die Outreach-Aktivitäten sowie eine bisher nicht vorhandene Computerausrüstung anzuschaffen. Die neuen Räumlichkeiten erlauben im Winter ein Training für 40 Volonteers, im Sommer ihre Beherbergung und die gleichzeitige Durchführung von mehreren Kleinprojekten am Land. Auf der Grundlage der neuen Möglichkeiten startete Fanusi Initiativen, die weit über die gesteckten Ziele hinausgehen. Dabei lässt sich beobachten, dass diese große Dynamik entfalten und oft auch im Verbund mit anderen Kianda Projekten umgesetzt werden. So etwa gemeinsam mit dem Ausbildungszentrum Kimlea, das sich im Zentrum einer Tee- und Kaffeeplantagenlandschaft befindet und sich daher als Basis für ein medizinisches Betreuungsprogramm geradezu anbietet. Dieses wird mit Unterstützung der pharmazeutischen Industrie von Medizinstudentinnen gemeinsam mit Ärzten durchgeführt. Ausgangspunkt des Projekts ist die schlechte medizinische Versorgung der Bevölkerung. Die Studentinnen verbinden somit berufsspezifische Praxis mit der Hilfe für besonders benachteiligte Menschen am Land.

© ICEP 2003

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ICEP-Projekt Nr. 5: Erweiterung des Fanusi Study Centres. Die Ausbildungskapazitäten für Studentinnen wurden verdoppelt und der Radius der Sozialeinsätze auf dem Land erhöht.


„Ausbau des Fanusi Study Centres“

Juni 2000 bis April 2001

Projektbudget (in EUR) 183.540,-
Baukosten 131.320,-
Einrichtung, PC-Ausrüstung 13.100,-
Auto 17.400,-
Personalkosten 6.320,-
Projektbegleitung Kianda 5.000,-
Verwaltung ICEP 6 % 10.400,-

ICEP: 45.840 EUR
BMaA: 137.700 EUR

gefördert durch die


 

Die jährliche Ausbildungskapazität von Fanusi wurde im Bereich der Studentenbetreuung verdreifacht, im Bereich des Ausbildungskurses „Training of Trainers“ von 20 auf 40 verdoppelt. Damit konnte das Angebot und der Umfang der Fanusi Outreach-Programme stark erweitert werden, zum Beispiel die Vorbereitung von Kindern auf die Secondary School im Umland Nairobis und die medizinische Betreuung der ländlichen Bevölkerung.


Der ICEP Projektpartner: Kianda

Die Kianda Foundation, am 9. Jänner 1961 als Stiftung gegründet, macht mit der Forderung Chancengleichheit für Frauen ernst. Die Non-Profit-Organisation hat bereits zahlreiche wegweisende Projekte umgesetzt, die die edukative, soziale und kulturelle Situation in Kenia verbessert und bereichert haben. Die über 100 Mitarbeiterinnen sind davon überzeugt, dass die Förderung von Frauen und Mädchen den Schlüssel für die soziale Entwicklung des Landes bildet. Das Renommee Kiandas liegt auch darin begründet, dass es von Anfang an ausschließlich multiethnisch gearbeitet und Menschen verschiedener Stämme, Rassen und Religionen integriert hat. Kianda setzt seit vielen Jahren erfolgreich Projekte gemeinsam mit der Europäischen Union und europäischen NGOs um.

Eröffnung mit österreichischer Präsenz
Den Abschluss des baulichen Teils des Projekts beging Fanusi feierlich und öffentlichkeitswirksam. Besonders erfreulich war die Gegenwart einer hohen Repräsentantin der österreichischen Botschaft, von Evelin Sochor-Fischer, Erste Sekretärin und Konsulin. Sie freute sich, in Abwesenheit des Botschafters die Gelegenheit zu haben, Fanusis Aktivitäten kennen zu lernen, und richtete auch einige persönliche Worte an das Publikum: „Empowerment for women – one of the biggest challenges of today´s world, ... Without educating women who are the backbone of Kenyan society no real progress can be imagined nor made. It is heartbreaking to watch women – even here in Nairobi – carry a heavy load of wood on their backs while the men are sitting around talking, drinking, resting. [...]
The training of trainers, like it is done at the Fanusi Study Centre, is in fact one of the best ways to spread and multiply educational efforts and to reach as many young people as possible.“


Zum Thema: Landflucht

23 der 30 größten Städte der Welt liegen in den Entwicklungsländern. Täglich ziehen 160.000 Menschen vom Land in die Stadt. In Lateinamerika liegt der Urbanisierungsgrad schon länger sehr hoch (1990 über 70%). In den Staaten Afrikas ist die Landflucht zwar ein noch relativ junges Phänomen, sie entwickelt sich aber immer schneller. Insbesondere jungen Menschen bieten die ländlichen Gebiete häufig keine Zukunftsperspektive. Berufsbildung, oft sogar nur ein erfolgreicher Schulbesuch, ist dort für die meisten Jugendlichen ein unerfüllter Wunschtraum. Dazu kommt, dass Familien auf dem Land in der Regel sehr viel mehr Kinder haben (6-8) als in den Städten (3-4). Dadurch gibt es am Land kaum Chancen auf Arbeitsplätze. Das bewirkt, dass gerade die junge Bevölkerung mit dem größten Arbeitspotenzial vom Land in die Stadt abwandert.

Viele der größten Megastädte sind jedoch damit überfordert, ihrer schnell wachsenden Bevölkerung menschenwürdige Lebensbedingungen zu ermöglichen. Die Mehrheit der Menschen, die vom Land in die Städte ziehen, kommt in den Armutsgebieten der Städte unter. In Afrika leben 37 Prozent aller Stadtbewohner in solchen Slums, die vielfach nur unzureichend mit Trinkwasser sowie Abwasser- und Abfallentsorgung ausgestattet sind. Auch von Bildungs- und Gesundheitsdiensten sind die Armenviertel häufig ausgeschlossen. Für viele endet damit die erfolglose Arbeitssuche in Kriminalität und Prostitution.
Das bedeutet, dass die Versorgungslage in den Städten verbessert und gleichzeitig dafür gesorgt werden muss, dass sich die Lebenssituation der Menschen auf dem Land verbessert. Für beides ist der Zugang zu Bildungs- und Gesundheitsangeboten entscheidend.