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Montemira: Zukunft
im Hotelfach
„Ich habe 1991
in Montemira das Diplom gemacht“, erzählt
eine ehemalige Montemira-Schülerin, „zu
einer in El Salvador damals sehr unruhigen Zeit. Ich
sage das, weil die Bildung, die ich in Montemira erhielt,
mir die Grundlage dafür bot, mich in der Arbeitswelt
gut zurechtzufinden und meiner Umgebung zu helfen,
vor allem meiner Familie, für die ich eine Stütze
sein konnte. Derzeit arbeite ich als Leiterin der
Wäscherei des Hotels Marriot. Ich bin froh, diese
Arbeit in Montemira gelernt zu haben.“ Und eine
andere: „Ich habe in Montemira vieles gelernt.
In technischer Hinsicht habe ich eine gute Ausbildung
erhalten, die es mir ermöglicht, in verschiedenartigsten
Dienstleistungsunternehmen anspruchsvolle Aufgaben
zu übernehmen. Schließlich habe ich alles
gelernt, was man im Leben braucht, um auf eigenen
Beinen zu stehen, um anderen zu helfen und zur Entwicklung
meines Landes beizutragen.“

Mädchen
aus dem ganzen Land
Seit fast 30 Jahren schreiben sich jährlich 40
Mädchen in der als Internat geführten „Escuela
técnica de Hotelería y Hogar Montemira“
ein. Das Ausbildungszentrum liegt eine knappe Autostunde
außerhalb der Hauptstadt San Salvador. Die Mädchen
kommen aus allen Teilen des Landes. Montemira stellt
für sie eine einzigartige Möglichkeit dar,
eine gute Berufsausbildung zu erhalten. Die Geschäftsführerin
des Hotel Terraza in San Salvador lobte die Ausbildungsqualität:
„Die Abgängerinnen von Montemira finden
sich in der beruflichen Welt ausgezeichnet zurecht.
Mit ihrer Ausbildung sind sie fähig, in jedem
Hotelbetrieb Verantwortung zu übernehmen.“
Neuer Ausbildungszweig:
Start unter erschwerten Bedingungen
Nach der Anschaffung von Lehrmitteln und didaktischem
Material und der Einstellung von zusätzlichen
Lehrkräften ist Montemira nun dank des Projekts
in der Lage, in den vorhandenen Räumlichkeiten
zwei zusätzliche Jahrgänge mit je 20 erstmals
auch externen Schülerinnen zwischen 15 und 17
Jahren zu führen. Es wird ein zweijähriger
berufsbildender Kurs mit Baccalaureat, einer Art Matura,
angeboten – ein Abschluss, der auch in El Salvador
an Bedeutung gewinnt.
Die für Anfang
2001 geplante Einführung des neuen Kurses war
aber aufgrund tragischer Umstände gefährdet:
Montemira wurde durch die schweren Erdbeben, die El
Salvador im Februar 2001 erschütterten, in mehrfacher
Hinsicht in Mitleidenschaft gezogen. Das Gebäude
war bis Dezember unbenützbar. Der Unterricht
konnte allerdings ungeachtet aller Widrigkeiten mit
großem persönlichen Einsatz des Lehrpersonals
in einem gemieteten Lokal abgehalten werden, gerade
auch um den Mädchen möglichst rasch eine
„Rückkehr ins normale Leben“ zu ermöglichen.
Gleichzeitig initiierte die Schulleitung Hilfseinsätze
bei schwer betroffenen Familien von Schülerinnen.
ICEP reagierte auf die neue Situation, indem es einen
Hilfsfonds für vom Erdbeben besonders betroffene
Schülerinnen und ihre Familien einrichtete.
© ICEP 2003
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