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Unterstützung für das Berufsbildungsprogramm
von COWA-Vocational Training Centre
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung
Ugandas ist jünger als 15 Jahre. Das liegt unter
anderem daran, dass die ältere Generation von
den Folgen gewalttätiger politischer und inter-ethnischer
Auseinandersetzungen und heute vor allem durch AIDS
betroffen ist. Viele Kinder wachsen daher als Waisen
auf. Wegen mangelnder oder fehlender Betreuung, Schul-
und Berufsausbildung sind sie in Gefahr, in die Kriminalität
abzurutschen. Die wenigen Ausbildungsangebote, die
es gibt, sind für diese Kinder oft unbezahlbar.

COWA: für
benachteiligte Jugendliche
Das COWA Vocational Training Centre (COWA-VTC) liegt
in einem Außenbezirk Kampalas und wurde im Jahr
1994 gegründet, um benachteiligten Jugendlichen
eine Chance zu einem geregelten Leben zu geben. Aufgenommen
wurden ursprünglich vor allem 15- bis 17-jährige
AIDS-Waisen, die in öffentlichen oder privaten
Einrichtungen aufgewachsen waren. Während der
zweijährigen Ausbildung bei COWA leben sie in
kleinen Wohngemeinschaften, wo sich engagierte Erzieher
um sie kümmern.
Umfassende Bildung
Zusätzlich zur handwerklichen Ausbildung erhalten
die Jugendlichen Unterricht in Mathematik, Englisch
und Allgemeinbildung, was ihr Grundschulwissen festigt
und erweitert. Fachleute halten den Jugendlichen Vorträge
zu Themen wie Crime-Prevention oder HIV-Awareness.
Beim gemeinsamen Sport haben die Burschen Gelegenheit,
Teamgeist und Ausdauer zu praktizieren. Durch Gartenarbeit
lernen sie, im Kleinen Verantwortung zu übernehmen.

Auftrieb für
COWA
Mit den finanziellen Mitteln, die ICEP COWA zur Verfügung
stellte, trat das Ausbildungszentrum in eine neue
Phase. Ein erstes Ziel bestand darin, die Zahl der
Trainees von 30 auf 60 zu verdoppeln. Mit 87 Schülern,
die sich 2003 einschrieben, wurde das gesteckte Ziel
weit übertroffen. Für den Herbst 2004 wird
sogar erwartet, dass 100 Anmeldungen angenommen werden
können. Es werden inzwischen auch Nicht-Waisen
aufgenommen, sofern sie aus ärmsten Verhältnissen
kommen. Für diese Kinder zahlen die Eltern, soweit
möglich, ein geringes Schulgeld. Auch die beiden
Ausbildungsoptionen – Tischler oder Metallfacharbeiter
– wurden um eine dritte – Maurer –
erweitert.
Bessere Ausbildungsqualität
Gleichzeitig bestand ein wichtiges Anliegen darin,
die Qualität der Ausbildung zu heben. Dazu wurden
vor allem zwei Maßnahmen gesetzt: Einerseits
wurde das Ausbildungspersonal durch mehrere Fortbildungsseminare,
die das Directorate of Industrial Training anbietet,
auf den letzten Stand der Technik gesetzt. Die Ausbildner
erhielten außerdem extensiven pädagogischen
Unterricht. Andererseits wurde die Infrastruktur der
Werkstätten modernisiert: Konkret wurde der Fachbereich
Metallbearbeitung renoviert, für die Tischlerei
wurden fünf neue Drehbänke angeschafft.
Auch Lehrbücher und Werkstoffe wurden in größerem
Umfang eingekauft. Eine wichtige Erneuerung stellen
die Exkursionen in Industriebetriebe dar, die die
Ausbildung nun ergänzen. Jeder Schüler hat
Gelegenheit, zehn Unternehmen zu besuchen. Für
alle Trainees wurde außerdem ein verpflichtendes
Praktikum in einem Industriebetrieb eingeführt.
Für Burschen, die sich hier bewähren, erhöhen
sich die Chancen auf einen späteren Arbeitsplatz.

Höherer
Output
Alle diese Maßnahmen haben sich in einer quantitativ
und qualitativ verbesserten Produktivität und
einem höheren Einkommen der COWA-Werkstätten
niedergeschlagen. Die Abhaltung von Abend- und Wochenendkursen
für Berufstätige wird in Zukunft eine weiterer
Schritt sein, um finanziell allmählich auf eigenen
Beinen zu stehen. Mit der Gründung der COWA OLD
BOYS Association wurde dafür eine Voraussetzung
geschaffen.
Zusätzlich:
Post-Training-Support
Während der Projektlaufzeit haben 21 Jugendliche
im Zuge der Ausbildung bewiesen, dass sie das Zeug
dazu haben, ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Sie wurden mit einer Start-up-Hilfe zusätzlich
gefördert: Sie wurden unternehmerisch geschult
und erhielten für ihre Arbeit einen Kleinkredit
für die Grundausstattung aus einem dafür
errichteten revolvierenden Fonds. Da die Rückzahlungsquote
allerdings niedriger ausfiel als erwartet, wird COWA
bei der Weiterführung des Fonds darauf achten,
dass die Begünstigten durch die Sozialarbeiter
besser betreut und Kredite nur mehr an Kleingruppen
vergeben werden. 13 Trainees wurde eine weiterführende
Ausbildung ermöglicht.
Ausbildung:
Offizielle Anerkennung
Erfreulicherweise wurde dem Ansuchen COWAs beim Uganda
National Examination Board um offizielle Anerkennung
der Ausbildung stattgegeben, wodurch das Prestige
der Ausbildung und die Aussichten auf einen guten
Arbeitsplatz entscheidend erhöht wurden. Tatsächlich
fanden 90 Prozent der von COWA ausgebildeten Handwerker
nach Ausbildungsschluss eine Anstellung.
© ICEP 2004
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