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IMANI: Job Creation in den Slums
von Nairobi
Kenia erlebt zur Zeit die
größte Wirtschaftskrise seit seiner Unabhängigkeit
1963. Die wichtigsten Ursachen der Krise sind Dürreperioden,
niedrige landwirtschaftliche Produktion, unzureichende Infrastruktur,
Korruption und AIDS (mit einer Sterbequote von 710 Menschen
zwischen 15 und 49 Jahren täglich!). Sie treiben die
nationale Armutsrate kontinuierlich in die Höhe und
machen Kenia mit einem Human Development Index von 134 zu
einem der ärmsten Länder der Welt. Das brennendste
Problem von Kenias Wirtschaft ist die hohe Arbeitslosigkeit:
Sie liegt nach letzten verfügbaren Daten bei 50 Prozent
und prägt das Bild und die Atmosphäre der Städte.
IMANI: Einsatz für
die Ärmsten
In Eastleigh und Mukuru, zwei Slums in Nairobi, startete
IMANI Mitte der 80er Jahre seine Arbeit, durch die es die
Lebensbedingungen vieler Menschen und Familien entscheidend
verbesserte. IMANI unterstützte allein im Jahr 2001
mehr als 800 Frauen und Männer.
Job Creation Programme:
wirksames Instrument, das Synergien nützt
Mit seinem Job Creation Programme JCP versucht
IMANI, der Arbeitslosigkeit offensiv entgegenzuwirken. Dieses
Programm gliedert sich in zwei Tätigkeitsbereiche:
einerseits Arbeitsplatzsuche und -vermittlung, andererseits
Kleinunternehmerförderung. Zwischen beiden Bereichen
gibt es Synergien, nicht zuletzt weil neue Kleinunternehmen
neue Arbeitsplätze schaffen.

Jobs für Jugendliche
Der erste Bereich umfasst die Betreuung von arbeitslosen
Jugendlichen. Ihnen werden Kurzzeitjobs vermittelt, und
gleichzeitig sinnvolle Freizeittätigkeiten angeboten.
Sie erhalten ein theoretische und berufsbezogene Fortbildung.
Dazu kommt auch eine praktische Hilfestellung bei der Einhaltung
eines festen Tagesrhythmus – eine Herausforderung,
der sich viele der Jugendlichen noch nie gestellt haben.
Das Ziel ist eine dauerhafte Anstellung. Dafür steht
IMANI laufend in Kontakt mit Unternehmen, die über
offene Stellen verfügen. Besonders wirksam ist das
Instrument der so genannten „WEPs“ (Work Experience
Places), das IMANI den Unternehmern für die Anstellung
von Jugendlichen, die erstmals in die Arbeitswelt eingegliedert
werden sollen, anbieten kann: IMANI übernimmt dabei
die Lohnkosten der Jugendlichen während der ersten
drei Monate ihrer Anstellung. In dieser Zeit werden die
Jugendlichen außerdem von IMANI intensiv begleitet
und betreut: Besuch am Arbeitsplatz, Motivation, Workshops
am Abend, Gespräche mit dem Arbeitgeber.

Gemeinschaftskredite
in Nairobi
IMANIs Kleinunternehmerförderung richtet sich im Rahmen
des Projekts spezifisch an Frauen und arbeitet dabei parallel
mit einer Ausbildungs- und einer Kreditschiene. Frauen,
die im informellen Sektor ein kleines Einkommen erwirtschaften,
bilden mit 15 bis 20 anderen Frauen Gruppen, die sich wöchentlich
treffen. Ausbildungskurse durch IMANI-Trainerinnen legen
die Basis für den Zugang zu Mikrokrediten. Die Mittel
stammen aus einem revolvierenden Fonds, der mit Projektgeldern
ausgestattet wird. Die Frauen werden bei der Erstellung
eines Business-Plans unterstützt und nehmen neben den
wöchentlichen Treffen auch an zumindest einer mehrtägigen
Fortbildungsveranstaltung teil. Dabei geht es um Themen
wie „Preiskalkulation“ oder „Neue Produkte“.
ICEP: Ausbau von Imanis
JCP
Die Verbesserung des Büro-Equipments; die Anschaffung
eines Autos für Unternehmensbesuche, insbesondere zur
Betreuung der Jugendlichen während ihrer Probezeit;
die Aufstockung und Ausbildung des Personals; die Ausstattung
mit neuen Fondsmitteln: Das sind die Voraussetzungen, um
während der Projektlaufzeit die Jobvermittlungskapazität
um jährlich 50 Jugendliche zu erhöhen sowie insgesamt
acht neue Gruppen von Kreditnehmerinnen zu initiieren.
Noch ganz am Anfang
Das Projekt steht noch ganz am Anfang. Aus den
Berichten, die IMANI bisher geschickt hat, ergibt sich ein
erstes Bild von den Begünstigten einer Women‘s
Group, konkret von der Women‘s Group Nuru. Mitglieder
sind unter anderen Joyce Omurunga, die Teeblätterverkäuferin
ist und eine Krankenschwesternschule leitet; Margaret Bulimu,
die in ihrem Laden „Mama Nick Sweaters and Sweets“
selbstgestricke Pullover und Babykleidung sowie Süßwaren
verkauft; Esther Munyoki, die Second-Hand-Kleider verkauft.
© ICEP 2003
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