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CEDES: Mobile Ausbildungszentren
für Frauen und Jugendliche in Guatemala
Die Analphabetenrate im Westlichen
Hochland Guatemalas liegt bei über 60 Prozent. Es besteht
zwar eine allgemeine Schulpflicht, doch bricht der Großteil
der Jugendlichen den Schulbesuch vorzeitig ab. Gründe
dafür gibt es viele: Die Arbeitskraft wird in der Landwirtschaft
dringend gebraucht, Mädchen werden zu Hause eingesetzt
und früh verheiratet, die Schulen sind oft weit entfernt.
Das fehlende Angebot von Aus- und Weiterbildung ist ein
großes Hindernis für die wirtschaftliche Weiterentwicklung
dieser Region. Im Laufe von zweieinhalb Jahren sollen nun
in insgesamt zwölf abgelegenen Gemeinden ohne Ausbildungsinfrastruktur
600 Frauen und junge Mütter sowie Jugendliche ohne
abgeschlossene Schulausbildung die Möglichkeit haben,
einen sechsmonatigen berufsbildenden Kurs zu besuchen, der
ihnen ein regelmäßiges Einkommen ermöglicht.
Konkrete Projektziele
Nach Ablauf des Projektes haben 600 Frauen und Jugendliche
erfolgreich einen Kurs in einem mobilen Ausbildungszentrum
besucht.
Mindestens 10 Prozent der AbsolventInnen erhalten eine bessere
Anstellung
Mindestens 30 Prozent eröffnen ihr eigenes Mikrounternehmen
Mindestens 20 Prozent beschließen, eine weiterführende
Ausbildung (meist nebenberuflich in Form von Abend- und
Wochenendkursen) zu besuchen.
Mobile Ausbildungszentren,
wie sie unser Projektpartner FUNDAP bereits in mehreren
Gemeinden erfolgreich umgesetzt hat, sind ein bewährter
Weg, um regionale Defizite am Ausbildungssektor auszugleichen
– und für zahlreiche Menschen in entlegenen Gebieten
derzeit die einzige Möglichkeit, ihren Erfahrungshorizont
zu erweitern und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation
herbeizuführen.
Pro Gemeinde sechs
Monate Intensivkurs
Die Ausbildungskurse werden in ausgesuchten Zielgemeinden
abgehalten und dauern jeweils sechs Monate. Im theoretischen
Unterricht wird den Teilnehmerinnen unternehmerisches Grundwissen
vermittelt: von den Grundrechnungsarten bis zur Buchführung.
Im praktischen Unterricht sind vor allem Schneidern, Frisieren,
Nahrungszubereitung, insbesondere Brotbacken, nachgefragt.
Der Unterricht findet in Interessengruppen statt und wird
durch autodidaktische Einheiten ergänzt. Jede Teilnehmerin
nimmt pro Woche an insgesamt acht Unterrichtsstunden teil.
Die Ausbildung beinhaltet auch Selbstwertgefühl, Ethik
und Umwelt. Aus den Teilnehmerinnen wird partizipativ ein
"Leitungsgremium" gewählt, die die Ausbildnerin
in vielerlei Hinsicht unterstützen, z. B. bei der Vorbereitung
der Feria Artesanal, die am Ende des Kurses stattfindet.
Die Teilnehmerinnen müssen für die Ausbildung
einen kleinen Beitrag zahlen und das Material selbst beisteuern.

Offizieller Abschluss
Jeder Ausbildungskurs schließt mit einer Verkaufsausstellung
ab. Sie gibt den Absolventinnen Gelegenheit, der Gemeinde
ihr Können zu präsentieren. Außerdem werden
die Absolventinnen vom Unterrichtsministerium nach Abschluss
des Lehrgangs geprüft und erhalten, bei positiver Bewertung,
ein offizielles Zeugnis, das mit unserem Lehrlingsbrief
verglichen werden kann.
Das Ziel: 600 Absolventinnen
Der Erfolg des Projekts wird sich an konkreten Parametern
messen lassen: Nach Ablauf des Projekts werden mehr als
600 Frauen und Jugendliche erfolgreich an einem Ausbildungskurs
teilgenommen haben. Die Absolventinnen werden nach Kursabschluss
beim Einstieg in das Erwerbsleben unterstützt und können
zweimal jährlich an einem Weiterbildungsseminar teilnehmen.
es wird ihnen auch die Möglichkeit geboten, sich zu
einer Dorfbank zusammenzuschließen und dadurch Zugang
zu Gruppenkrediten zu erhalten. Jedenfalls ist gewährleistet,
dass die Frauen Rückhalt bekommen können, solange
sie ihn brauchen.
© ICEP 2003
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