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Frauen helfen Frauen:
Ausbildung in den Dörfern
EU-Projekt:
Frauen aus ärmsten ländlichen Gegenden werden
ausgebildet und erhalten Anleitung zu eigenem Einkommen.
Die Ausbildnerinnen sind heimische Expertinnen, die
meist selbst vom Land stammen. Die für das Projekt
geschaffenen Strukturen bleiben auch nach Projektende
voll wirksam.
Siebzig Prozent der
kenianischen Frauen, die am Land leben, erhalten sich
und ihre Kinder durch eine einfache Landwirtschaft.
Das Projekt soll ihnen alternative Einkommensmöglichkeiten
eröffnen: Frauen, die in ärmsten ländlichen
Gemeinden leben, erhalten eine handwerkliche und vor
allem wirtschaftliche Ausbildung. Sie sollen befähigt
werden, sich und ihren Familien ein regelmäßiges
Einkommen zu erarbeiten.

Konkrete Projektziele
- Jährlich werden 20 Studentinnen zu Trainerinnen
ausgebildet, die für die Ausbildung der Frauen
am Land eingesetzt werden. Es entsteht ein Frauen-Netzwerk,
das der Entwicklungsarbeit in Kenia nachhaltig Auftrieb
verleiht.
- Innerhalb von 30 Monaten erhalten 200 Frauen aus
ländlichen Gebieten eine theoretische und praktische
Ausbildung, die es ihnen ermöglicht, gewinnbringend
ein Handwerk auszuüben. Sie werden bis über
den Geschäftsstart hinaus unterstützt.
- Nach Projektende ist das Fanusi Training Centre
organisatorisch und finanziell in der Lage, das Ausbildungsprogramm
für Frauen aus ländlichen Gebieten weiterzuführen.
Das Training for Trainers wird dafür gute, engagierte
Einsatzkräfte ausbilden – sie sind der
zentrale Erfolgsfaktor des Projekts.

Frauen in ländlichen Gemeinden Zugang zu Einkommen
schaffen
Zentrum und Herz des Projekts „Helping Rural
Women to Generate Income“ ist das Fanusi Training
Center, ein Treffpunkt für Studentinnen und Frauen
Nairobis, die sich für die Anliegen ihres Landes
engagieren wollen. Fanusi hat mit Volontärinnen
bereits zahlreiche Sozialeinsätze am Land durchgeführt:
Es ging hierbei v. a. um medizinische Versorgung,
Anleitung im Bereich der Hygiene und Unterricht für
Kinder. Nun soll eine weitere Stufe der Solidarität
erreicht werden: Ab sofort sollen junge Frauen –
in erster Linie Studentinnen – ausgebildet werden,
um Frauen in ländlichen Gemeinden vor allem das
Know-how zu vermitteln, das sie brauchen, um auf der
Grundlage ihrer handwerklichen Fertigkeiten selbst
erwerbstätig zu werden. Dafür erfährt
das „Training for Trainers“, bei dem die
Volontärinnen in Fanusi geschult werden, eine
weitere Professionalisierung; die Trainerinnen werden
dafür vorbereitet, den Armutszyklus vor Ort nachhaltig
zu durchbrechen.
Die Ausgangslage
der Frauen
Das Schicksal der Frauen am Land ist vorprogrammiert:
Armut – Analphabetismus – frühe Heirat
– Armut: ein Kreislauf, der nur durch Ausbildung
durchbrochen werden kann. Allerdings sind viele kenianische
Frauen aufgrund der vorherrschenden patriarchalischen
Familienstruktur oft passiv geworden und trauen sich
die Übernahme von Verantwortung im Allgemeinen
nicht zu. Dennoch hat die Erfahrung gezeigt, dass
praxisorientierte, gehaltene Ausbildungskurse diese
Schwellenangst positiv verändern und Selbstbewusstsein
und -verantwortung fördern.

Der Projektverlauf
Im Zuge des zweieinhalbjährigen Projekts werden
in zwei Zyklen je 20 Trainerinnen ausgebildet und
je 100 Frauen aus ländlichen Gebieten im Alter
zwischen 20 und 50 Jahren, der Großteil davon
alleinerziehende Mütter, dazu zu befähigt
werden, einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Der Ablauf des ersten Projektzyklus gestaltet sich
folgendermaßen: In Fanusi werden zwanzig Studentinnen
in Wochenend- und Abendkursen im Laufe von drei Monaten
von Fachkräften theoretisch und praktisch geschult.
Dann werden die für die Frauen aus ländlichen
Gebieten geplanten Ausbildungskurse den Gemeindevertretern
der Projektgemeinden vorgestellt, die Kurse beworben,
Ausbildungsdefizite nochmals im Detail ermittelt (eine
erste Erhebung liegt bereits vor). Schließlich
werden einmonatige Intensivkurse in den drei Gemeinden
gestartet, mit je 100 Frauen, die in Gruppen aufgeteilt
und von Gruppensprecherinnen koordiniert werden. Die
Frauen zahlen nach ihren Möglichkeiten pro Kurswoche
einen minimalen Selbstbehalt. Nach dem Kurs werden
alle 100 Teilnehmerinnen in der Lage sein, ihre Einkommenssituation
wirksam und nachhaltig zu verbessern. Die Frauen werden
sechs Monate lang persönlich weiterbetreut. Dann
haben sie die Möglichkeit, die Übungsgeräte
(z. B. Nähmaschinen) zu einem Sonderpreis zu
erwerben.
© ICEP 2004
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