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ICEP-Projekt 14
Ausbildung von Jugendlichen für
Berufe im Fremdenverkehr in Guatemala
Die allgegenwärtigen
Naturschönheiten, die farbenfrohen Märkte
und das milde bis kühle Klima ziehen zunehmend
Touristen in das westliche Hochland Guatemalas, das
sich auf einer Höhe von 2300 Metern gebirgig
ausbreitet. Die Landbevölkerung ist großteils
indigen und vielfach nicht alphabetisiert: Hier herrscht
wahre Armut. Die Hauptstadt Quetzaltenango ist hingegen
eine pulsierende Kleinstadt mit reichlichem Entwicklungspotenzial.
Hauptproblem von Quetzaltenango ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit.
Um dieses Problem anzugehen und dabei gleichzeitig
regionale Enwicklung zu ermöglichen wird hier
ein Ausbildungszentrum für den Tourismusbereich
entstehen.

Konkrete
Projektziele
Während der Projektlaufzeit nehmen 600 Jugendliche
zwischen 15 und 28 Jahren, überwiegend indigener
Abstammung aus armen bis extrem armen Verhältnissen
an Fortbildungsangeboten des Zentrums teil.
Ab
dem zweiten Jahr nehmen jährlich 60 Jugendliche
an einem zweijährigen Ausbildungskurs teil, 250
Jugendliche an kurzen Ausbildungseinheiten.
Es
wird eine Cafeteria, eine Jobvermittlungsbörse
und eine Touristeninformation eingerichtet.
Das
Ausbildungszentrum wird nach Projektende auf dem erreichten
Niveau weitergeführt.
Ausbildung
für Jugendliche im westlichen Hochland Guatemalas
Bei einer sehr hohen Arbeitslosenrate (33 Prozent
bei Männern, 88 Prozent bei Frauen) im westlichen
Hochland von Guatemala gibt es in der Gegend kein
adäquates Ausbildungsangebot für Fremdenverkehrsberufe,
das Jugendliche ohne finanzielle Ressourcen nützen
könnten. Daher beginnen Jugendliche im Fremdenverkehr
zu arbeiten, ohne irgendwelche Qualifikationen zu
besitzen. Was sie mitbringen, ist höchstens ein
Grundschulabschluss und ein eingeschränktes Erfahrungswissen.
Die Daten des "Instituto de Turismo de Guatemala"
belegen dies: Landesweit sind nur zehn Prozent der
im Fremdenverkehr Beschäftigten fachlich ausgebildet,
nur drei Prozent angemessen qualifiziert. Personal
für qualifizierte Aufgaben kommt daher aus der
Hauptstadt oder aus dem Ausland.
Sanfter Tourismus
Somit schafft die Mehrheit der Jugendlichen nicht,
sich aus der persönlichen Armut herauszuarbeiten,
sie tragen auch nichts zur Entwicklung der Tourismusbranche
bei. Und den soziokulturellen Problemen, die der internationale
Tourismus mit sich bringen kann, sind sie nicht gewachsen:
der Gefahr der Kommerzialisierung der indigenen Alltagswelt,
die mit einem Identitätsverlust sowie einer Verschlechterung
des Lebensumfeldes der Einheimischen einher gehen.
Das Projekt:
Antwort auf die Nachfrage
Der Bedarf an einem Ausbildungszentrum für den
Fremdenverkehr ist daher sehr groß. Zu den Vorarbeiten,
die FUNDAP-Pevi, der ICEP-Projektpartner, in den ersten
Monaten des Projekts leistet, gehört vor allem
der Kontakt zu Fremdenverkehrsunternehmen und den
zuständigen Stellen des Bildungsministeriums.
Dann muss das Ausbildungsangebot im Detail geplant
werden. Es wird auf zwei Schienen angeboten: Jugendliche
mit Volksschulabschluss oder vergleichbarem Niveau
können an dem zweijährigen Ausbildungskurs
teilnehmen, der ihnen eine gute berufliche Laufbahn
am Tourismussektor eröffnet. Eine weit größere
Zahl von Jugendlichen kann an kurzen Fortbildungskursen
teilnehmen, in denen sie spezifische Fähigkeiten
erwerben.
Multifunktionales
Ausbildungszentrum
Das Ausbildungszentrum wird in Quetzaltenango eröffnet.
Hier werden unter anderem Computerplätze eingerichtet.
In der hauseigenen Cafeteria können die Kursteilnehmer
praktisch tätig werden und Erfahrung sammeln.
Das gilt auch für das Tourismus-informationszentrum,
das es im westlichen Hochland von Guatemala bisher
noch nicht gibt. Eine Arbeitsvermittlungsstelle wird
Jugendliche bei der Suche eines Arbeitsplatzes beraten
und anleiten. Jugendliche, die sich selbstständig
machen möchten, erhalten eine spezifische Beratung
bei der Erstellung eines Business-Plans und bei Kreditansuchen.
Unternehmen auf Personalsuche finden hier auch eine
Anlaufstelle vor. Durch diese einkommensschaffenden
Tätigkeiten und die Kursbeiträge der Kursteilnehmer
kann das Zentrum seine zukünftigen Betriebskosten
decken.
© ICEP 2004
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