|
ICEP-Projekt 15
El Salvador – Solidarität
von Studentinnen: Sozialeinsätze wirksam gestalten
In El Salvador sind
Studenten und Studentinnen dazu verpflichtet, sich
vor Abschluss ihres Studiums mindestens 200 Stunden
sozial zu engagieren. Die Sozialeinsätze sollen
dazu beitragen, die Studenten für die soziale
Not ihres Landes zu sensibilisieren. Die Qualität
und Nachhaltigkeit ihres Einsatzes ist sehr davon
abhängig, wie gut sie von der jeweiligen Durchführungsorganisation
auf den Einsatz vorbereitet werden. Die Asociación
de Fomento Cultural y Deportivo AFCyD verfügt
über fast zehn Jahre Erfahrung in der Vermittlung
und Organisation von Sozialeinsätzen für
Studentinnen der Universitäten von San Salvador.
Im Zuge des Projekts werden die räumlichen Kapazitäten
von AFCyD erweitert und die Sozialeinsätze ausgebaut.

Konkrete
Projektziele
Die
jährliche Ausbildungs- und Umsetzungskapazität
für Sozialeinsätze wird auf 300 Studentinnen
erweitert.
Insgesamt
3.500 sozial schwache Frauen haben von den Ausbildungsprojekten
profitiert. Von den ausgebildeten Frauen können
mindestens 80 Prozent ihr Einkommen um mindestens
40 Prozent steigern.
Es
wird eine fixe Zusammenarbeit mit Universitäten
etabliert.
AFCyD
kann mindestens zehn Studentinnen als Ausbildnerinnen
gewinnen.
Frauen helfen
Frauen: Studentinnen bilden Frauen am Land aus
El Salvador ist mit 21.041 Quadratkilometern und rund
7 Millionen Einwohnern, fast ausschließlich
Mestizen, der kleinste, jedoch dichtest bevölkerte
Staat Zentralamerikas. Seit 1975 hat sich das Land
an der Küste des Pazifischen Ozeans vor allem
auch dank hoher Auslandsunterstützung kontinuierlich
erholt. Doch haben der Hurricane Mitch, der 1998 über
das Land hinwegfegte, die Erdbeben im Jahr 2001 und
der allgemeine Kaffeepreisverfall viele Bemühungen
wieder zurückgeworfen. Die Landbevölkerung
ist weit davon entfernt, den Komfort, den die Stadt
bietet oder zur Schau stellt, genießen zu können:
60 Prozent der ländlichen Bevölkerung lebt
in Armut, 30 Prozent in bitterster Not. Zu einer gespannten
innenpolitischen Lage tragen weiters die hohe Arbeitslosigkeit
(30 bis 40 Prozent) sowie der niedrige Bildungsstand
bei.

Studenten
leisten "Sozialstunden"
Um ihr Studium abschließen zu können, müssen
Studenten „Sozialstunden" aufweisen. Der
dahinter stehende Gedanke ist sehr positiv: die zumeist
aus privilegierten Schichten stammenden Studenten
sollen mit der Armut ihres Landes in hautnahen Kontakt
kommen und dadurch ein Solidaritätsempfinden
entwickeln. Die Umsetzung der Sozialstunden unterliegt
allerdings einer gewissen Beliebigkeit. Verschiedene
Durchführungsorganisationen sind darum bemüht,
den jungen Leuten Einsatzmöglichkeiten zu bieten,
die zu einem langfristigen Commitment führen.
Eine dieser Organisationen ist AFCyD, das außerhalb
von San Salvador mit Studentinnen Ausbildungsprojekte
für stark benachteiligte Frauen durchführt.
Organisationen, die dafür sorgen, dass die Studenten
diese Stunden sinnvoll verwenden, werden von manchen
Universitäten besonders empfohlen.

AFCyD: Commitment
von Studentinnen
Bei AFCyD erhalten Studentinnen, die in das Programm
aufgenommen worden sind, zunächst eine 25-stündige
theoretische Ausbildung. Sie werden aktiv an der Erhebung
der aktuellen Situation im Projektgebiet und an der
Konzeptionierung der Einsätze beteiligt. Schließlich
erhalten die Frauen, die in den Zielgebieten am Projekt
teilnehmen, eine Ausbildung, die sowohl praktisch
als auch vor allem wirtschaftlich ausgerichtet ist.
Die Frauen sollen befähigt werden, ihr Einkommen
und die Verwaltung ihres Haushalts nachhaltig zu verbessern.
Die Evaluierung des Projekterfolgs wird ebenfalls
von den Studentinnen durchgeführt. Es wird geprüft,
ob tatsächlich 80 Prozent der Frauen ihre Einkommenssituation
nach dem Projekt erheblich verbessern konnten. Nach
Projektabschluss wird AFCyD das Studentenausbildungsprogramme
und die Einsätze auf dem erreichten Niveau weiterführen.
Zudem rechnet AFCyD damit, im Zuge des Gesamtprojekts
zehn Studentinnen für einen langfristigen Einsatz
und für ein Verbleiben im AFCyD-Personal begeistern
zu können.
© ICEP 2004
|