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Nutztiere richtig halten
- Ausbildung für Kleinviehbauern
Das erste Entwicklungsprojekt,
das ICEP in Kofinanzierung mit dem Außenministerium
durchführte, war das so genannte „Kartoffelsilo-Projekt",
bei dem 350 Kleinbauern im Westlichen Hochland Guatemalas
geeignete Methoden zum Kartoffelanbau und zur Lagerung
erlernten. Die Beratungsfirma Ecodesa evaluierte das
Projekt und beurteilte es umfassend als sehr gelungen.
Gleichzeitig wies sie auf weiteren Ausbildungsbedarf
hin, u. a. im Bereich der Nutztierhaltung. Sie gehört
für fast alle Bauern im Projektgebiet zu ihrer
landwirtschaftlichen Tätigkeit. Besonders in
Notzeiten, bei schlechtem Ernteertrag, sind die Zuchttiere
als „Notgroschen" wichtig. Doch fehlt es
den Bauern an elementaren materiellen Voraussetzungen
und grundlegenden Kenntnissen für eine artgerechte
und ökonomisch sinnvolle Tierhaltung.

Konkrete
Projektziele
- Rund 500 Familien sollen ausgebildet und in leicht
praktikable Methoden der Nutztierhaltung eingeführt
werden.
- Bei rund 200 Kleinbauern werden Ställe gebaut.
- Zur Kreditfinanzierung von Investitionen und Aktivitäten
der Kleinbauern im Projektgebiet wird ein Rotationsfonds
eingeführt. Geplante Anzahl an Kreditnehmern
nach 2 Projektjahren: 200.
500 Bauernfamilien
lernen neue Methoden der Nutztierhaltung
Die Kleinbauernfamilien
in den zerstreuten Gemeinden des Westlichen Hochlands
bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Landwirtschaft,
Viehzucht und Kunsthandwerk. Angebaut werden vor allem
Mais, Kartoffeln und etwas Gemüse. Die Nutztiere
der Bauern sind vor allem Schweine, Geflügel
und Schafe, seltener Rinder und Pferde. Das Problem,
das dem Projekt zugrunde liegt, sind grobe Fehler
bei der Nutztierhaltung mit Folgen für Tiere
und Menschen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die
Tierbehausungen bieten nicht mehr als ein Dach. Es
gibt keine Futtertröge, das Futter wird auf den
Boden geworfen und mischt sich unter den Mist. Es
gibt keine oder nur ungeeignete Tränken, der
Boden ist ständig feucht. Es gibt keineAbwassergräben,
die fehlende Hygiene wirkt sich umfassend negativ
aus, auch auf das Grundwasser.

Arbeiten
in kleinen Gruppen
Zu Projektbeginn werden in Feldstudien die Gemeinden
ermittelt, in denen die Nutztierhaltung intensiv betrieben
und dem Projekt das größte Interesse entgegengebracht
wird. Ziel sind zwölf Dorfgemeinschaften, die
Vorbildwirkung für andere haben sollen. Innerhalb
der Dorfgemeinschaften werden im Laufe des Projekts
diejenigen Landwirte ausgewählt, mit denen das
Projekt verwirklicht wird. Dazu werden Gespräche
mit den Dorfvorstehern und möglichst vielen Dorfbewohnern
geführt. Mit den ausgewählten Bauernfamilien
wird dann in kleinen Gruppen gearbeitet. Die Gruppenarbeit
fördert die Leistungsbereitschaft, verbessert
die Zusammenarbeit, ermöglicht den gemeinsamen
Bau von Ställen und Gehegen und stellt die Grundlage
für Gruppenkredite dar.

Ausbildung
für die ganze Familie
Die Ausbildung beginnt mit einem informellen Erfahrungsaustausch
und einer Sensibilisierung für die bestehenden
Missstände. Dann werden gemeinsam mit den Bauern
sechs Modellställe geplant und gebaut. Die Bauern
lernen, die Ställe und Gehege zu erhalten, zu
besorgen und zu reinigen, die Tiere in den Ställen
richtig unterzubringen (z. B. Trennung von alten und
jungen Tieren), den Tiermist weiter zu verwenden etc.
An den Ausbildungskursen nehmen 500 Bauern teil. Gleichzeitig
wird ein Rotationsfonds eingerichtet, der in den ersten
beiden Jahren jenen Bauern offensteht, die aktiv am
Projekt teilnehmen. Primärer Zweck des Fonds
ist, die Bauernfamilien beim Bau ihrer Ställe
zu unterstützen. Nach der Errichtung von 200
Ställen soll der Kreditfonds auch für andere
landwirtschaftliche Aktivitäten genutzt werden
können. Für die Frauen sieht das Projekt
zusätzliche Ausbildung in allgemeiner Hygiene
und Gesundheitsvorsorge, besonders im Umgang mit Tieren
und bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln, vor.
© ICEP 2004
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