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Las Gravileas: Maya-Frauen
erhalten Ausbildung in den Dörfern
ICEP hat das „Ausbildungszentrum
für die Handwerkerin" Las Gravileas bereits
einmal unterstützt: Damals wurde ein Keramikatelier
errichtet und die Vermarktung der in Las Gravileas
erzeugten Produkte vehement angekurbelt. Dadurch konnte
das Einkommen jener Frauen, die in Las Gravileas Textilien,
Keramik und Nahrungsmittel herstellen, entscheidend
verbessert werden. Die Frauen betrachten es als eine
Ehre, nach Las Gravileas, das in Sta. Catarina Bobadilla,
einem Dorf an der Stadtgrenze von Antigua, zu kommen
und nehmen dafür auch mehrere Gehstunden in Kauf.
Trotzdem bleibt Las Gravileas für viele Interessierte
unerreichbar. Daher hat Las Gravileas begonnen, in
verschiedene Dörfer zu fahren und dort Kurse
anzubieten. Diese Linie soll mit Hilfe von ICEP weiter
ausgebaut werden.

Konkrete
Projektziele
- Bei Projektende besteht eine Fortbildungskapazität
für jährlich 180 Frauen in verschiedenen
Gemeinden des zentralen Hochlands von Guatemala
- Von den 180 Frauen schließen jährlich
160 die Ausbildung ab. Innerhalb von drei Monaten
beginnen 130 – allein oder in einer Gruppe –
ein Kleinunternehmen. Nach einem Jahr hat sich ihr
Einkommen verdoppelt, Neueinsteigerinnen verdienen
umgerechnet 70 € monatlich.
- Die Kosten für Ausbildner und Ausbildungsmaterial
werden nach Projektabschluss durch eigene Einnahmen
zur Gänze gedeckt.
Mayafrauen lernen in ihren Dörfern, ihr
Einkommen zu verbessern
Las Gravileas ist ein Berufsbildungszentrum für
die Frau, das seit Jahren besteht. Im letzten Jahr
wurde begonnen, in weiter entfernten Gemeinden externe
Ausbildungskurse anzubielten: in San Miguel Dueñas
und in San Mateo Milpas Altas. Die Kurse, die in von
der Gemeinde oder Pfarre zur Verfügung gestellten
Räumlichkeiten abgehalten wurden, waren gut besucht.
Es zeigt sich, dass nach einem Jahr der örtliche
Ausbildungsbedarf für einen konkreten Erwerbszweig
gedeckt und es daher überaus sinnvoll ist, das
Ausbildungsangebot in andere Gemeinden zu verlagern.

Vielseitiges
Ausbildungsangebot
Im Zuge des Projekts richtet Las Gravileas zwei mobile
Ausbildungsprogramme ein, die jeweils ein Jahr lang
in einer Gemeinde verbleiben und jeweils sechs Kurse
anbietet: drei für Schneiderei und drei für
Nahrungsmittelproduktion. An den einzelnen Kursen
können bis zu 15 Frauen teilnehmen. Damit ergibt
sich eine Teilnehmerinnenzahl von 90 Frauen pro Gemeinde.
Die Kurse werden jeweils in zwei Stunden pro Woche
abgehalten. Zusätzlich zu den praktischen Kursen
erhalten die Teilnehmerinnen halbstündige Kurse
zu betriebswirtschaftlichen Themen. Ein Zusatzangebot
besteht in Alphabetisierungskursen, in Vorträgen
zu Ernährung, Hygiene, Umweltschutz und Familienpädagogik.

Vorarbeit
durch Promotorinnen
Die Auswahl der Zielgemeinden erfolgt nach Kriterien
der Infrastruktur, sozioökonomischer Umstände,
sozialer Struktur und Interesse. Dieses haben bereits
neun Gemeinden bekundet. Die Lokalitäten sollen
im Prinzip von den Gemeinden zur Verfügung gestellt
werden. Die Bewerbung der Kurse wird über so
genannte Promotorinnen erfolgen, die selbst der lokalen
Bevölkerung angehören und für jeweils
ein Jahr angestellt werden. Zu ihren Aufgaben gehört,
den Kontakt zwischen den Gemeinden und Las Gravileas
zu halten, vor allem auch zur Vermarktung der Produkte,
sofern die Begünstigten das wünschen –
und das ist zumeist der Fall. Aufnahmegespräche
mit den Frauen stellen die Grundlage für die
Ermittlung der Wirksamkeit des Kurses und die Festlegung
des monatlichen Kursbeitrags dar.
Nachbereitung
und Evaluierung
Die Frauen haben die Möglichkeit, während
des Kursjahres und außerhalb der Kursstunden
die Geräte zu verwenden, die Las Gravileas aufgestellt
hat. Damit können sie Praxis gewinnen, bereits
produktiv tätig werden und die notwendigen Mittel
für die Anschaffung eigener Geräte verdienen.
Die Nutzung geschieht in Solidaritätsgruppen
und erfolgt nach einem Reglement, das den Frauen dazu
dient, wirtschaftlich zu denken und Verantwortung
zu übernehmen. Im ersten Jahr werden die Frauen
beim Aufbau einer eigenständigen Produktion beratend
unterstützt.
© ICEP 2004
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