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ICEP-Projekt 18
Nicaragua: Ausbildung von Handwerkern
zu erfolgreichen Unternehmern
Nicaragua ist nach
Haiti das ärmste Land Mittelamerikas. Mehr als
die Hälfte der Bevölkerung ist arm oder
extrem arm. Klein- und Mittelunternehmer stellen das
Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung für
die Mehrheit der städtischen Bevölkerung
dar. Es fehlt ihnen jedoch vielfach am notwendigen
wirtschaftlichen Know-how, um ihre Geschäftstätigkeit
zu stabilisieren. ACODEP, eine nicaraguanische gemeinnützige
Organisation, hat seit seiner Gründung 1989 mit
großem Erfolg die unternehmerische Kompetenz
und Initiative von Kleinunternehmern gefördert.
ICEP hat dabei mit ACODEP bereits mehrfach kooperiert:
1999/2000 bei der Ausbildung von 1800 städtischen
Kleinunternehmern, 2001-2003 bei der Ausbildung von
450 Kleinunternehmern im Tourismusbereich. Ein drittes
Projekt gilt nun der Förderung von Handwerkern.

Konkrete Projektziele
ACODEP
geht mit acht technischen Fachschulen und mit vier
Mikrofinanzinstituten eine Kooperation ein.
280
Jugendliche beginnen die Ausbildung, 250 schließen
sie erfolgreich ab.
In
Kleingruppen werden 75 Businesspläne ausgearbeitet.
75 Unternehmen werden im Jahr nach der Ausbildung
initiiert.
21
Kleinunternehmen haben sich erfolgreich etabliert.
Sie erwirtschaften Gewinn und beschäftigen mindestens
drei Leute. Sie erreichen eine sehr hohe Kundenzufriedenheit.
Ausbildung von 250 Handwerkern zu soliden Arbeitgebern
Gegenwärtig stellen die Klein- und Mittelbetriebe
in Nicaragua 85 Prozent der Unternehmen dar. So schnell,
spontan und planlos sie oft entstehen, so verschwinden
sie auch wieder. In der überwiegenden Mehrheit
bestehen sie nicht länger als zwei Jahre. Im
Rahmen des Projekts sollen nun 230 Jungunternehmer
und -unternehmerinnen zwischen 18 und 35 Jahren befähigt
und motiviert werden, gegen den allgemeinen Trend
bestandsfähige Unternehmungen zu gründen
und stabile Arbeitsplätze zu schaffen.
Kooperation mit zehn Berufsbildungsstätten
Ob Jugendliche in den staatlichen Berufsschulen zum
Auto- oder Industriemechaniker, zum Elektriker, Elektroniker,
Kühltechniker, Maurer, Installateur oder Tischler
ausgebildet werden – der Lehrplan sieht keine
oder höchstens rudimentäre Elemente einer
unternehmerischen Ausbildung vor. Diese Lücke
will ACODEP stopfen, zumindest für etwa 5 Prozent
der Abgänger der berufsbildenden Schulen. Letztere
stehen dem Vorhaben sehr positiv gegenüber, ebenso
staatliche Stellen. Die unternehmerische Ausbildung
wird fürs erste in zehn berufsbildenden Schulen
in sechs verschiedenen Städten Nicaraguas angeboten
werden. Die Schulen werden nach Interesse und Kooperationsbereitschaft
auswählt.

Ausbildung zu selbstständigen
Unternehmern
Das Kursangebot steht Handwerkern, die sich noch in
Ausbildung oder auch schon im Berufsleben befinden,
offen. Sie müssen kommunikativ, verantwortlich,
motiviert und zielstrebig sein. Sie müssen eine
Vorstellung von ihrem zukünftigen Geschäftsfeld
haben und über mindestens 40 Prozent des notwendigen
Kapitals zur Gründung ihres zukünftigen
Unternehmens verfügen. Dieses kann auch in Form
von Anlagen gegeben sein: in Form eines Geschäftslokals
oder auch von Arbeitskraft. Diese Anforderung ist
sinnvoll und deckt sich mit den Bedingungen fast aller
Mikrokreditinstitute in Nicaragua.
Zentrales Element: Erstellung
eines Business Plans
Die Kurse dauern 150 Stunden und finden in der Dauer
von drei Monaten an jeweils zwei Tagen der Woche ganztags
statt. ACODEP baut dabei auf seine langjährige
Erfahrung mit dem in Deutschland entwickelten CEFE
(Competency Based Economies through Formation of Enterprise)
Ansatz, einer aktionsorientierten Methode, die die
Teilnehmer zu gestalterischem Handeln motiviert und
befähigt. Wichtigster Teil des Kurses ist die
Erstellung eines Business Plans. Dieser umfasst eine
Marktstudie, die Festlegung einer Marktstrategie und
eines Vermarktungsplans, die Organisation der Produktion,
den Aufbau von Verwaltungsstrukturen, die Durchführung
einer Kostenanalyse und den Aufbau einer Buchhaltung.
© ICEP 2004
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