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Chance für Jugendliche
in den Eastlands von Nairobi
In den Eastlands, einem
Slumgebiet vor Nairobi, fehlt es an fast allem. Nach
eingehenden Beratungsgesprächen und Vorort-Studien
startet ICEP mit dem Strathmore Educational Trust
eine Initiative, die bereits innerhalb von zweieinhalb
Jahren mehr als 800 Jugendliche nachhaltig zugute
kommt. Es wird ein Gebäude gemietet und adaptiert,
das zweifach genutzt und dadurch ausgelastet wird:
als Fortbildungs- und als Betreuungsstätte. Vormittags
werden hier Jugendliche, die die Schule bereits verlassen
haben und im informellen Sektor erwerbstätig
sind, Schulungen erhalten, in denen sie sich unternehmerisches
Basiswissen aneignen. Nachmittags finden Schüler
hier einen Ort, um in Ruhe und mit Unterstützung
durch fachkundiges Personal zu lernen. Zusätzlich
bietet die Stätte den Jugendlichen Freizeitprogramme
und einen moralischen Rückhalt. Die Eltern werden
weitestgehend eingebunden.

Konkrete Projektziele
- Bereich jugendliche Kleinstunternehmer: Es besteht
eine jährliche Fortbildungskapazität für
300 jugendliche Kleinstunternehmer im informellen
Sektor.
- Bereich Schüler: Es werden kontinuierlich 50
Schüler in ihrem Schulfortgang unterstützt.
- Die Kosten für Ausbildner und Trainingsmaterialien
werden nach Projektabschluss durch Teilnahmegebühren
der Begünstigten zumindest zu zwei Dritteln gedeckt.
Strathmore:
Rückhalt und Ausbildung für 850 Jugendliche
Extreme Armut, hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Schulbildung,
fehlende Berufsausbildung: einige Eckdaten, die die
Eastlands charakterisieren. 60 Prozent der Haushalte
haben keinen Stromanschluss. Die dürftigen Wohnverhältnisse,
die Einkommenssituation und das AIDS-Problem sind
wenig geeignet, eine geordnete Lebensführung
zu fördern. Als eine Folge davonverlassen 50
Prozent der Kinder die 8-jährige Primary School
vorzeitig. Bei den wenigen, die in die vierjährige
Secondary School aufgenommen werden, liegt die Ausfallsquote
immer noch bei 22 Prozent. Jugendliche, die nicht
mehr in die Schule gehen, werden im Allgemeinen im
informellen Sektor tätig, in „Ein-Personen-Unternehmen",
die die Existenzgrundlage für 70 Prozent der
arbeitenden Bevölkerung Kenias ausmachen.

Einsatzteam
mit Vorbildwirkung
Das neue Bildungs- und Betreuungszentrum, das Strathmore
in den Eastlands eröffnet, wird der Zukunft vieler
Jugendlicher eine entscheidende Wende geben. Der Leiter
findet nicht nur guten Zugang zu den Jugendlichen,
sondern hat auch Einblick in ihre Situation, da er
selbst aus armen Verhältnissen stammt. Die übrigen
Mitarbeiter sind zum einen Studenten der Strathmore
University, die ihre Freizeit oder Ferien zur Verfügung
stellen, und Professoren, die einschlägige Materien
unterrichten. Sowohl Studenten wie Professoren werden
von der Projektleitung für ihren Einsatz vorbereitet.
Schüler
im kritischen Alter
Das schulergänzende Betreuungsangebot ist für
Jugendliche zwischen 13 und 14 Jahren konzipiert.
Mit der Entrichtung eines symbolischen Beitrags können
sie alle Angebote nützen: Lernplatz und -betreuung,
Bibliothek, Freizeitangebote. Jeder Jugendliche erhält
einen Coach, der seine Fortschritte überwacht
und ihn persönlich betreut. Ziel ist, dass regelmäßig
50 Schüler das Angebot nützen, nicht mehr
als 10 Prozent von ihnen die Schule aufgeben und 90
Prozent in die Secondary School aufgenommen werden.
Jugendliche
aus dem informellen Sektor
Jugendliche, die am informellen Sektor tätig
und bereit sind, einen Kursbeitrag von umgerechnet
19 € zu leisten – Stipendien sind vorgesehen
–, können an Kursen teilnehmen, die jeweils
einen Monat dauern und an den Vormittagen stattfinden.
Die Teilnehmerzahl wird mit 25 gedeckelt. Es kann
davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmer oft
über erstaunliche handwerkliche Fertigkeiten
verfügen. Die unternehmerische Ausbildung wird
ihnen helfen, größeren Nutzen daraus zu
ziehen und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung
zu übernehmen. Ziel ist, dass jährlich 300
Jugendliche an einem Kurs teilnehmen, 100 Prozent
von ihnen aus ihrem höheren Geschäftsgewinn
die Kursgebühr bezahlen, 50 Prozent deutlich
besser verdienen, 15 Prozent eine feste Stelle im
formalen Sektor finden, 10 Prozent innerhalb von sechs
Monaten jemanden einstellen und 20 Prozent sich innerhalb
eines Jahres für einen Mikrokredit qualifizieren.
© ICEP 2004
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