Entwicklungsprojekte

===

ICEP Projektarbeit
---

 Berufliche Ausbildung

38 MOJE - El Salvador: Berufsausbildung im Tourismussektor

40 FUNDAP - Guatemala: Tourismus- Ausbildung durch mobile Trainingszentren

52 MASP - Kasachstan:
Berufsausbildung und Jobvermittlung für Jugendliche

---

 Förderung von Kleinunternehmern

47 ERAYIM - Kirgistan:
Unternehmertraining und Kredite für Selbsthilfegruppen

50 CED – Kamerun:
Businesstrainings für Kleinunternehmer

---

Empowerment von Frauen

53 Ostafrika & Zentralamerika:
WorldWideWomen – Bessere Zukunftschancen für Frauen

---

Ländliche Entwicklung

32 FUNDAP - Guatemala: Bessere Bildung - längerer Schulbesuch

44 LEWA - Kenia:
Nachhaltige Einkommensquellen für ländliche Gemeinden

45 CENADE - Nicaragua:
Unternehmerische Ausbildung für Kleinbauern und Kooperativen

49 MOC – Brasilien:
Strukturelle Verbesserung der Schulbildung in ländlichen Regionen

51 FUNDAP - Guatemala:
Landwirtschaftliche Ausbildung und Business-Trainings

56 FABRETTO – Nicaragua:
OMV VIVA unterstützt Schulbildung in ländlichen Regionen

---

abgeschlossene Projekte

---

Mikroprojekte

---

ICEP-Projekt 20

Umfassende Berufsbildung für Jugendliche in Uganda

Die Einführung der Grundschule in den städtischen und ländlichen Gebieten Ugandas im Jahr 1997 führte zu einer Reduktion der Analphabetenrate auf 30 Prozent. Für den Großteil der Jugendlichen, besonders für die vielen Aids-Waisen, ist der Bildungsweg aber spätestens mit Abschluss der Grundschule beendet. Ohne Berufsausbildung ist es aber praktisch unmöglich, sich ein regelmäßiges Einkommen zu erwirtschaften.

Die lokale NGO Companionship of Works Association COWA gründete 1994 außerhalb der Hauptstadt Kampala ein Vocational Training Centre VTC, um 15- bis 20jährigen Jugendlichen aus ärmsten Verhältnissen eine zweijährige handwerkliche Ausbildung zu ermöglichen und sie in die Gesellschaft einzugliedern. ICEP arbeitet mit COWA seit 2001 zusammen. Im Rahmen einer Evaluierung der gemeinsamen Arbeit wurden vier Ansatzpunkte für ein Folgeprojekt identifiziert: Die Schülerzahl des VTC kann weiter erhöht werden; die Ausbildung bedarf einer Aktualisierung, um die hohe Qualität weiterhin zu gewährleisten; die Nachbetreuung der Absolventen, die sich in den Arbeitsmarkt eingliedern, soll verbessert werden; außerdem braucht das Centre neue Einkommensmöglichkeiten, um von Spendern finanziell noch stärker unabhängig zu werden.

Konkrete Projektziele
Die jährliche Neuaufnahmekapazität des VTC wird von 40 auf 60 Berufsschüler pro Jahr gesteigert.
Der Lehrgang Maurer wird ausgebaut, die Unterrichtsqualität durch Weiterbildung der Ausbildner in 8 Kursen erhöht.
Ein 3-monatiges Pflichtpraktikum für alle Kursteilnehmer wird eingeführt; zukünftige Jungunternehmer erhalten Start-up Werkzeugsets als einjährige Kredite sowie Coaching.
Das VTC steigert seine Einnahmen von 50 auf 90 Prozent des Gesamtbudgets.

Ausbildungschance für jährlich 60 junge Männer in Uganda
In Uganda gelangen jedes Jahr über 300,000 Jugendliche neu auf den Arbeitsmarkt. Der Großteil der Jugendlichen kann allerdings höchstens den Grundschulabschluss vorweisen. Die Wirtschaft braucht aber dringend qualifizierte Arbeitskräfte. Daher bleiben die Jugendlichen zumeist arbeitslos und ohne Aussicht auf eine ordentliche Beschäftigung. Berufsausbildungsmöglichkeiten und die Integration von Jugendlichen in Wirtschaft und Gesellschaft stellen somit zwei Schlüsselfaktoren für die Zukunft von Jugendlichen und die Entwicklung des Landes dar.

Vorhandene Potenziale nützen
ICEP und COWA haben gemeinsam das Vocational Training Centre in Kampala aufgebaut. Das VTC bietet Jugendlichen aus in der Regel ärmsten Verhältnissen eine zweijährige Ausbildung in drei handwerklichen Bereichen – Tischler, Metallarbeiter und Maurer – an. Zusätzlich zur beruflichen Ausbildung wird das Grundschulwissen v. a. in Mathematik, Basis-Englisch und Allgemeinwissen vertieft, betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse werden vermittelt. Die Trainees wohnen in betreuten Wohnheimen und führen oft zum ersten Mal ein geregeltes Leben. Nun sollen in den Bereichen Ausbildung, Nachbetreuung und bei der Erwirtschaftung von Eigenmitteln weitere wesentliche Verbesserungen erzielt. VTC schwebt vor, das führende Berufsausbildungszentrum des Landes zu werden.

Der Weg in das Berufsleben
Um jährlich 60 statt wie bisher 40 neue Schüler aufnehmen zu können, muss das Personal aufgestockt und Werkzeug angeschafft werden. Die Ausbildner nehmen an Fortbildungskursen teil, der Lehrbücherbestand wird ergänzt. Handwerklich wird auf Quantität ebenso wie auf Qualität Wert gelegt: Was im VTC produziert wird, muss verkaufbar sein. Im Herbst 2004 wurden u. a. 100 Verkaufskioske für eine Telefongesellschaft und die Büroeinrichtung für eine Organisation hergestellt. VTC legt nicht nur hohen Wert darauf, dass die Trainees bei der Abschlussprüfung durch das Erziehungsministerium gute Noten erzielen, jeder einzelne Absolvent soll außerdem innerhalb von drei Monaten nach seinem Abschluss entweder einen Job in einem lokalen Unternehmen finden, sich selbstständig machen oder seine Ausbildung fortsetzen. COWA unterhält gute Beziehungen zu lokalen Unternehmen. Hier können viele Trainees die vorgeschriebenen dreimonatigen Praktika ablegen und danach gegebenenfalls auch beruflich einsteigen. 40 Absolventen stattet COWA jährlich mit einer Werkzeugausrüstung aus, die die Grundlage für ihre Selbstständigkeit darstellt. Den Wert des Werkzeugs müssen sie innerhalb eines Jahres zurückzahlen. Erfahrungsgemäß setzen etwa 20 Absolventen ihre Ausbildung fort.

Finanzielle Selbstständigkeit für das VTC
Die Abhängigkeit des VTC von internationalen Spendengeldern soll stark reduziert werden. Der Verkauf der Eigenproduktion soll 70 Prozent zum Einkommen beitragen, 10 Prozent sollen durch Schulgeld zahlungsfähiger Schüler hereinkommen. Vermietung von Infrastruktur und die Werkzeugrückzahlungen erbringen weitere 15 Prozent. Mit diesen Maßnahmen kann der Zielkonflikt "Ausbildung für Arme – finanzielle Eigenständigkeit" nahezu gelöst werden.

© ICEP 2005

Das Projektbudget
in Euro für Sept. 2004 bis Juni 2006

Bücher und Werkzeug 22.937
Gehälter 21.277
Werkstatt-Rohstoffe 26.000
Nachbetreuung 4.766
Administrative Kosten VTC 10.894
Vorsorge (Inflation etc.) 4.294
Projektbetreuung ICEP 5.410

Projektkosten 95.577

Finanzierung durch private Mittel.


Das Projektgebiet
Mit einem Altersdurchschnitt von 14,7 Jahren ist Ugandas Bevölkerung die weltweit jüngste. Die Regierung bemüht sich um eine Ausweitung des Zugangs zu formeller Ausbildung – bis zum vierten Kind ist die Grundschule gratis. Für weiter gehende Ausbildung existieren jedoch nur mehr kostenpflichtige private Institutionen in den Städten. Aidswaisen geraten zumeist gesellschaftlich ins Abseits und gelangen in einen Teufelskreis von fehlender Bildung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Armut. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 42 Prozent. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei unter einem US-Dollar täglich.


Der Projektpartner
COWA (Companionship of Works Association) wurde 1988 von engagierten Privatpersonen gegründet und ist seit 1998 als gemeinnütziger Verein registriert. Ziel von COWA ist die Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Ugandas durch Ausbildungsinitiativen, insbesondere für benachteiligte Bevölkerungsgruppen. COWA verfügt über zwei Ausbildungszentren, eines davon das COWA Vocational Training Center.