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ICEP-Projekt 20
Umfassende Berufsbildung
für Jugendliche in Uganda
Die Einführung der
Grundschule in den städtischen und ländlichen
Gebieten Ugandas im Jahr 1997 führte zu einer
Reduktion der Analphabetenrate auf 30 Prozent. Für
den Großteil der Jugendlichen, besonders für
die vielen Aids-Waisen, ist der Bildungsweg aber spätestens
mit Abschluss der Grundschule beendet. Ohne Berufsausbildung
ist es aber praktisch unmöglich, sich ein regelmäßiges
Einkommen zu erwirtschaften.
Die lokale NGO Companionship
of Works Association COWA gründete 1994 außerhalb
der Hauptstadt Kampala ein Vocational Training Centre
VTC, um 15- bis 20jährigen Jugendlichen aus ärmsten
Verhältnissen eine zweijährige handwerkliche
Ausbildung zu ermöglichen und sie in die Gesellschaft
einzugliedern. ICEP arbeitet mit COWA seit 2001 zusammen.
Im Rahmen einer Evaluierung der gemeinsamen Arbeit
wurden vier Ansatzpunkte für ein Folgeprojekt
identifiziert: Die Schülerzahl des VTC kann weiter
erhöht werden; die Ausbildung bedarf einer Aktualisierung,
um die hohe Qualität weiterhin zu gewährleisten;
die Nachbetreuung der Absolventen, die sich in den
Arbeitsmarkt eingliedern, soll verbessert werden;
außerdem braucht das Centre neue Einkommensmöglichkeiten,
um von Spendern finanziell noch stärker unabhängig
zu werden.

Konkrete Projektziele
Die
jährliche Neuaufnahmekapazität des VTC wird
von 40 auf 60 Berufsschüler pro Jahr gesteigert.
Der
Lehrgang Maurer wird ausgebaut, die Unterrichtsqualität
durch Weiterbildung der Ausbildner in 8 Kursen erhöht.
Ein
3-monatiges Pflichtpraktikum für alle Kursteilnehmer
wird eingeführt; zukünftige Jungunternehmer
erhalten Start-up Werkzeugsets als einjährige
Kredite sowie Coaching.
Das
VTC steigert seine Einnahmen von 50 auf 90 Prozent
des Gesamtbudgets.
Ausbildungschance
für jährlich 60 junge Männer in Uganda
In Uganda gelangen jedes Jahr über 300,000 Jugendliche
neu auf den Arbeitsmarkt. Der Großteil der Jugendlichen
kann allerdings höchstens den Grundschulabschluss
vorweisen. Die Wirtschaft braucht aber dringend qualifizierte
Arbeitskräfte. Daher bleiben die Jugendlichen
zumeist arbeitslos und ohne Aussicht auf eine ordentliche
Beschäftigung. Berufsausbildungsmöglichkeiten
und die Integration von Jugendlichen in Wirtschaft
und Gesellschaft stellen somit zwei Schlüsselfaktoren
für die Zukunft von Jugendlichen und die Entwicklung
des Landes dar.
Vorhandene Potenziale
nützen
ICEP und COWA haben gemeinsam das Vocational
Training Centre in Kampala aufgebaut. Das VTC bietet
Jugendlichen aus in der Regel ärmsten Verhältnissen
eine zweijährige Ausbildung in drei handwerklichen
Bereichen – Tischler, Metallarbeiter und Maurer
– an. Zusätzlich zur beruflichen Ausbildung
wird das Grundschulwissen v. a. in Mathematik, Basis-Englisch
und Allgemeinwissen vertieft, betriebswirtschaftliche
Grundkenntnisse werden vermittelt. Die Trainees wohnen
in betreuten Wohnheimen und führen oft zum ersten
Mal ein geregeltes Leben. Nun sollen in den Bereichen
Ausbildung, Nachbetreuung und bei der Erwirtschaftung
von Eigenmitteln weitere wesentliche Verbesserungen
erzielt. VTC schwebt vor, das führende Berufsausbildungszentrum
des Landes zu werden.

Der Weg in das
Berufsleben
Um jährlich 60 statt wie bisher 40 neue
Schüler aufnehmen zu können, muss das Personal
aufgestockt und Werkzeug angeschafft werden. Die Ausbildner
nehmen an Fortbildungskursen teil, der Lehrbücherbestand
wird ergänzt. Handwerklich wird auf Quantität
ebenso wie auf Qualität Wert gelegt: Was im VTC
produziert wird, muss verkaufbar sein. Im Herbst 2004
wurden u. a. 100 Verkaufskioske für eine Telefongesellschaft
und die Büroeinrichtung für eine Organisation
hergestellt. VTC legt nicht nur hohen Wert darauf,
dass die Trainees bei der Abschlussprüfung durch
das Erziehungsministerium gute Noten erzielen, jeder
einzelne Absolvent soll außerdem innerhalb von
drei Monaten nach seinem Abschluss entweder einen
Job in einem lokalen Unternehmen finden, sich selbstständig
machen oder seine Ausbildung fortsetzen. COWA unterhält
gute Beziehungen zu lokalen Unternehmen. Hier können
viele Trainees die vorgeschriebenen dreimonatigen
Praktika ablegen und danach gegebenenfalls auch beruflich
einsteigen. 40 Absolventen stattet COWA jährlich
mit einer Werkzeugausrüstung aus, die die Grundlage
für ihre Selbstständigkeit darstellt. Den
Wert des Werkzeugs müssen sie innerhalb eines
Jahres zurückzahlen. Erfahrungsgemäß
setzen etwa 20 Absolventen ihre Ausbildung fort.
Finanzielle Selbstständigkeit
für das VTC
Die Abhängigkeit des VTC von internationalen
Spendengeldern soll stark reduziert werden. Der Verkauf
der Eigenproduktion soll 70 Prozent zum Einkommen
beitragen, 10 Prozent sollen durch Schulgeld zahlungsfähiger
Schüler hereinkommen. Vermietung von Infrastruktur
und die Werkzeugrückzahlungen erbringen weitere
15 Prozent. Mit diesen Maßnahmen kann der Zielkonflikt
"Ausbildung für Arme – finanzielle
Eigenständigkeit" nahezu gelöst werden.
© ICEP 2005
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