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ICEP-Projekt 23
Kenia: Integration von
jungen Leuten in das Berufsleben
Die Arbeitslosigkeit ist
eines der bedrängendsten Probleme Kenias: 40
Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen,
mehr als die Hälfte der Betroffenen sind Jugendliche.
Die beschäftigungslosen oder unterbeschäftigten
Jugendlichen stammen zumeist aus den dicht bevölkerten
Armenvierteln der Ballungszentren. Die Slums von Nairobi
etwa beherbergen 60 Prozent der Einwohner Nairobis
und nehmen gleichzeitig nur 5 Prozent des Siedlungsraums
ein.
In diesen Armenvierteln
ist die kenianische Companionship of Works Association
mit Erfolg darum bemüht, Jugendlichen einen Zugang
zum Arbeitsleben zu verschaffen. Companionship bietet
Interessenten zwischen 15 und 35 Jahren die Chance,
sich adäquat auf den Arbeitsmarkt und dessen
Ansprüche vorzubereiten und eine dauerhafte Arbeit
zu finden: als Lehrling, Angestellter oder selbstständiger
Unternehmer.

Konkrete Projektziele
Ausdehnung
des bestehenden Ausbildungsangebots auf weitere Stützpunkte
in Nairobi mit Unterstützung der lokalen Verwaltung.
600
Jugendliche führen ein Vorstellungsgespräch,
250 werden fest angestellt, 150 bekommen eine Lehrstelle
(Jobvermittlungsprogramm).
180
Jugendliche starten ihr eigenes Unternehmen, 120 Jugendliche
bauen ihr bereits bestehendes Unternehmen aus (Kleinunternehmertraining).
Zur
Unterstützung von Klein- und Kleinstunternehmen
wird eine Savings & Credit Initiative mit mind.
50 Mitgliedern aufgebaut.
Ausbau einer wirksamen
Anlaufstelle für arbeitssuchende junge Leute
Kenia ist nach wie vor ein typisches Agrarland, das
kaum über nennenswerte Ressourcen verfügt.
75 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft
beschäftigt, die Produktion dient allerdings
vor allem der Deckung des Eigenbedarfs. Wichtigster
Industriezweig ist die Nahrungsmittelverarbeitung.
Der Anteil des Industriesektors am BIP liegt dabei
seit Jahrzehnten bei nur etwa 10 Prozent. Zweitwichtigste
Deviseneinnahmequelle ist der Tourismus, der an der
Küste und in den zahlreichen Nationalparks das
Rückgrat der Wirtschaft bildet. Ein ganz anderes
Bild bietet die Hauptstadt Nairobi. In Folge einer
massiven Land-Stadt-Migration hat sich die Bevölkerung
der Millionenstadt in den letzten 10 Jahren verdreifacht.
Gleichzeitig hat sich die städtische Arbeitsmarktsituation
dramatisch verschlechtert.

COWA: Wirksame
Anlaufstelle für junge Arbeitssuchende
Die NGO Companionship of Works mit Sitz in
Rukara, einem Außenbezirk von Nairobi, stellt
für arbeitssuchende junge Menschen durch verschiedene
Programme – Job-Orientation, Lehrstellenvermittlung
und Unterstützung von Kleinunternehmern –
eine wirksame Anlaufstelle dar, um ins Erwerbsleben
einzusteigen und/oder sich darin zu behaupten. Seit
2001 konnte Companionship über diese Programme
3.400 junge Leute erreichen, über 400 erhielten
eine Anstellung, über 500 gründeten ein
Mikrounternehmen. Die Bewerbung erfolgt vor allem
über Mundpropaganda. Die Stärkung des Selbstvertrauens
der jungen Leute und die Fokussierung auf gut gemachte
Arbeit stehen dabei im Zentrum der Bildungsbemühungen.
Während Companionship seine Kontakte zu Unternehmen
und potenziellen Arbeitgebern laufend ausbaut, hält
es den Kontakt zu den Jugendlichen über den Berufseinstieg
hinweg zu erhalten, um ihnen auch über spätere
berufliche Schwierigkeiten hinweg zu helfen.
Bestehende Programme
ausweiten und ergänzen
Mit Hilfe von ICEP wird Companionship seine
Kapazitäten verbessern und ausweiten. Im Zuge
des Projekts sollen 1250 junge Menschen zwischen 15
und 35 Jahren erreicht und 750 ihre berufliche Situation
entscheidend verbessern können. Eine Ausbreitung
des Programms auf andere Bezirke Nairobis erfolgt
zusätzlich auf Wunsch und in Zusammenarbeit mit
der Stadtverwaltung. Companionship wird für arbeitssuchende
junge Leute Berufsorientierungs-Seminare einführen,
um sie für den Bewerbungsprozess vorzubereiten.
Ehemalige Begünstigte werden eingebunden: Sie
berichten von ihren Erfahrungen. Auf Wunsch ist auch
individuelle Beratung möglich. Die Lehrstellenvermittlung
wird ausgebaut: Die Vorbereitung der Lehrlingsanwärter
wird verbessert, die Kontakte zu Unternehmen werden
erweitert, Personalleiter von Unternehmen in die Ausbildung
und Beratung der Lehrlingsanwärter einbezogen.
Das betriebswirtschaftlich ausgerichtete Training
für junge Kleinunternehmer wird durch den Aufbau
eines Netzwerks für den Know-how-Austausch unter
den Teilnehmern ergänzt. Ziel ist, dass die Mikrounternehmer
auch Wachstumsperspektiven entwickeln. Ehemalige Begünstigte
des Companionship Kleinunternehmerprogramms wollen
weiters ein Savings & Credit Programm einrichten,
das anderen Teilnehmern eine Startfinanzierung bei
der Unternehmensgründung ermöglicht. Companionship
übernimmt das Training der Teilnehmer und steht
ihnen beratend zur Seite.
© ICEP 2005
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