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ICEP-Projekt 24
Chancen für Frauen
in ländlichen Gemeinden Ugandas
Ugandas ländliche
Bevölkerung lebt hauptsächlich von Subsistenz-landwirtschaft:
Die Familien ernähren sich ausschließlich
vom eigenen Anbau. Und diese Aufgabe obliegt vor allem
den Frauen. Oft sind sie Alleinversorgerinnen mehrerer
Kinder.
Die ugandische NGO Kyoga
Foundation setzt sich seit 1998 für die Verbesserung
des Lebensstandards von Frauen ein. Durch dieses Projekt
sollen Frauen in ländlichen Gemeinden Ausbildung
erhalten, um abseits der Landwirtschaft ein eigenes
Einkommen erwirtschaften zu können und der Familie
eine gesundere Lebensweise zu ermöglichen. Kyoga
profitiert bei der Umsetzung des Projekts von einer
South-South Kooperation mit der kenianischen Organisation
Kianda.

Konkrete Projektziele
Während
der Projektlaufzeit werden 200 Frauen ausgebildet.
80
Prozent der Teilnehmerinnen beginnen innerhalb von
drei Monaten nach Ausbildungsende ein Kleinunternehmen
aufzubauen oder sich in Gemeindegruppen wirtschaftlich
zu engagieren.
Das
Einkommen der bereits vor der Ausbildung unternehmerisch
tätigen Frauen verdoppelt sich innerhalb eines
Jahres. Vorher wirtschaftlich nicht aktive Frauen
verdienen mindestens 100.000 Ush (45 €) pro Monat.
Nach
Projektende bleibt das Ausbildungsangebot für
100 Frauen jährlich bestehen.
Outreach: Einkommenserhöhung
für Frauen in ländlichen Gemeinden
Uganda ist ein traditionelles Anbauland für
Kaffee, Tee, Bananen, Baumwolle etc. Das Klima ist
feucht und mild, der Boden fruchtbar. Trotzdem wuchs
die Landwirtschaft in den letzten Jahren nur wenig.
Fehlende Verkehrswege, mangelhafte Elektrizitäts-
und Wasserversorgung, sinkende Weltmarktpreise und
unflexible Bodenrechtsregelungen sind dafür ebenso
verantwortlich wie gesellschaftspolitische Zustände.
Während sich die Männer eher den Cash Crops
widmen, d. h. auf für den Markt erzeugte landwirtschaftliche
Produkte, oder in der näheren oder weiteren Umgebung
Gelegenheitsarbeiten nachgehen, sind die Frauen traditionell
für den durchschnittlich siebenköpfigen
Haushalt und die Subsistenzwirtschaft verantwortlich,
und das oft völlig auf sich allein gestellt.
In einem Land, in dem Vergewaltigungen als Kavaliersdelikt
gelten und auch innerfamiliär üblich sind,
fällt den Frauen von der Wasserbeschaffung über
die landwirtschaftliche Arbeit bis zur Kindererziehung
oft die ganze Arbeit zu.

Selbstbestimmung
durch Ausbildung
Die Kyoga Foundation gründete mit Hilfe
von ICEP im Jahr 2003 in Kampala das Pearlcrest Hospitality
Training Centre, um jungen Frauen aus armen Verhältnissen
die Chance auf Eigenständigkeit und Selbstbestimmung
durch eine vielseitige Berufsausbildung zu eröffnen.
An den Wochenenden und Abenden können Frauen
zusätzlich an Kursen in Kochen, Ernährung,
Hygiene, Erziehung teilnehmen. Durch ein so genanntes
Outreach-Projekt soll diese Ausbildung nun auch verstärkt
in ländlichen Gemeinden außerhalb der Hauptstadt
angeboten werden. Ziel ist, Frauen die Möglichkeit
zu geben, ihr Einkommen, ihren Lebensstandard und
ihre Rolle in der Gesellschaft zu verbessern.
Umfassende Ausbildung
für Frauen in ländlichen Gemeinden
Im Zuge des Projekt werden insgesamt 200
Frauen in drei ländlichen Gemeinden ausgebildet,
nämlich in Munyongo am Viktoria See, in Kivulu,
dem größten Slum Kampalas, und in Kamwokya,
das wenige Kilometer östlich von Kampala liegt.
Die Themen, die die Pearlcrest Ausbildnerinnen für
Gruppen von 30 bis 35 ausgewählten Frauenbehandeln,
umfassen Ernährung und Nahrungsmittelproduktion,
unternehmerisches Know-how sowie Hygiene und Aids-Prävention.
Kochkurse ergänzen die Ausbildung, die der Verbesserung
der Gesundheit der Frauen und ihrer Familien dient
und ihnen Einkommensmöglichkeiten eröffnet.
Während der Nachbetreuung durch Kyoga starten
80 Prozent der Absolventinnen innerhalb von drei Monaten
ein Kleinunternehmen oder schließen sich wirtschaftlich
mit anderen Frauen zusammen. Zukünftig werden
fähige und engagierte Pearlcrest Trainees diese
Kurse in weiteren Dörfern halten und damit die
Kontinuität der Ausbildung für 100 Frauen
pro Jahr sicherstellen. Die Trainees kommen oft selbst
aus den Dörfern, haben dadurch einen leichten
Zugang zu den Frauen und beherrschen vor allem die
jeweilige lokale Sprache – es gibt in Uganda
über 40 Sprachen!
Best Practice
aus Kenia
Die kenianische Kianda Foundation wird Kyoga
bei der Konzeption und Umsetzung der Outreach-Aktivitäten
ihr Know-how zur Verfügung stellen. Damit unterstützt
ICEP als Organisation aus dem Norden den innovativen
Ansatz einer South-South Kooperation.
© ICEP 2005
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