ICEP-Projekt
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Kenia: Erfolgreiche Unternehmerinnen
in Stadt und Land
Ein Know-how-Transfer vom
Land auf die Stadt ermöglicht die Ausweitung
des Angebots von Ausbildung und Gruppen-Mikrokrediten
für kenianische Frauen.
In Kenia sind mehr als
15 Mio. Menschen gezwungen, von weniger als einem
Dollar pro Tag zu leben. Dabei ist die Armut ungleich
verteilt: 85 Prozent der Armen leben am Land. In der
Hoffnung auf bessere Chancen ziehen vor allem Männer
vom Land in die Städte, wo sich die Elendsviertel
verbreitern. In Nairobi, der Hauptstadt Kenias, hat
sich die Bevölkerung in nur zehn Jahren auf drei
Millionen verdreifacht, mehr als die Hälfte der
Einwohner lebt auf engstem Raum, unter zumeist widrigeren
Bedingungen als auf dem Land. Die Situation in Kenia
ist für arme Frauen schwierig, am Land wie in
der Stadt: Ohne Ausbildung bleiben sie in der absoluten
Armut gefangen – und tragen trotzdem die Verantwortung
für die Familie. Das Projekt wird diesem Problem
entgegen wirken, indem es sowohl in der Stadt als
auch auf dem Land Frauen Ausbildung anbietet. Projektpartner
sind die in Slums von Nairobi arbeitende Organisation
Imani und die etwa 400 km nördlich von Nairobi,
sehr entlegen am Land stationierte Organisation Lewa.

Vernetzung der Akteure
ICEP hat mit Imani erst kürzlich ein Projekt
abgeschlossen, bei dem die Umstellung von Einzel-
auf Gruppenkrediten einen Schwerpunkt darstellte und
das nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr erfolgreich
verlief: Effizienz, Kreditrückzahlungsquote sowie
die Tragfähigkeit der unternehmerischen Initiativen
der Kreditnehmer konnten deutlich verbessert werden.
Durch das neue Projekt soll die Ausbildungs- und Mikrofinanztätigkeit
Imanis in Nairobi ausgeweitet werden, gleichzeitig
soll das Know-how von Imani in ländliche Regionen
portiert werden. Konkret soll die Organisation Lewa
von Imanis Erfahrungen lernen und diese selbst erfolgreich
umsetzen. Die Schulung von Lewa-Mitarbeitern durch
Imani und zusätzliche spezialisierte Institutionen
stellt die erste Etappe des Projektes dar.

Ausbildung und Startkapital
Bei der Auswahl der begünstigten Frauen werden
vor allem das Geschäftsmodell oder die bereits
vorhandene Erfahrung berücksichtigt. Die Ausbildungsmaßnahmen
für die Begünstigten werden in Nairobi regelmäßig
während des Jahres angeboten, am Land werden
sie konzentriert abgehalten, alles in der jeweils
lokalen Sprache. Mit einer jährlichen Erhöhung
der Kursteilnehmerinnen sollen in Nairobi insgesamt
570, am Land insgesamt 630 Frauen ausgebildet werden.
Nach der Ausbildung ist es den Frauen möglich,
sich innerhalb einer Gruppe für einen Gruppenkredit
zu qualifizieren. In Nairobi sollen 21, am Land sollen
in den Distrikten Laikipia, Samburu und Isiolo insgesamt
19 Frauengruppen entstehen. Durch eine Nachbetreuung
soll sichergestellt werden, dass die begünstigten
Frauen ihr monatliches Einkommen verdoppeln oder ein
monatliches Ersteinkommen von mindestens 5.000 Ksh
(entspricht 55 Euro) erwirtschaften. Im Rahmen des
Projekts wird Imani unabhängig von Lewa für
insgesamt 750 junge Leute, die eines der beiden Imani-Ausbildungszentren
besuchen, eine zusätzliche unternehmerische Ausbildung
anbieten. Ziel dieser Maßnahme ist die Förderung
der Formalisierung von Kleinunternehmen.
Aufbau der Kapazitäten von NGOs
Beide Organisationen werden auch institutionell gestärkt:
Imani wird beim Ausbau von Büroräumlichkeiten
unterstützt werden. Lewa kann eine zusätzliche
Arbeitskraft einstellen und ein Fahrzeug anschaffen.
© ICEP 2006
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