ICEP-Projekt
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Landwirtschaft in Nicaragua:
Effizienz steigern
In einem der ärmsten
Länder Amerikas führt die Organisation
Cenade seit 1993 Ausbildungsinitiativen zur wirtschaftlichen
und sozialen Entwicklung durch. Primäre Zielgruppe
sind nicaraguanische Kleinbauernfamilien, die bei
Cenade Techniken der nachhaltigen Landwirtschaft
erlernen. Dieser Ansatz, der den schwerwiegenden
ökologischen Problemen des Landes entgegenwirkt,
soll nun erweitert werden. Die Ausbildung soll zukünftig
neben technischem Know-how auch eine unternehmerische
Ausbildungskomponente umfassen und zudem nicht nur
an Kleinbauern, sondern auch an Führungspersonal
von Bauernverbänden und Mitglieder von Standesvertretungen
gerichtet sein. Das Pilotprojekt dient dazu, die
Effektivität eines erweiterten Ausbildungsangebots
zu testen.
Projektziele:
Das Projekt stellt einen Beitrag dar, den Lebensstandard
von Kleinbauernfamilien in der Region zu heben.
Dies geschieht über die Verbesserung der Funktionsfähigkeit
von fünf Kooperativen und die wirtschaftliche
Ausbildung von Kleinbauern und -bäurinnen.
Der Erfolg des Projekts
wird an folgenden Zielvorgaben gemessen werden:
Alle fünf Kooperativen werden innerhalb von
sechs Monaten nach der Ausbildung einen Business-Plan
ausarbeiten.
Die Kooperativen werden
innerhalb eines Jahres nach der Ausbildung 80 Prozent
der Produkte ihrer Mitglieder vermarkten.
Die Preise für
landwirtschaftliche Rohprodukte können um 15
Prozent gehoben werden.
75 Prozent von mindestens
250 Kleinbauern werden innerhalb von sechs Monaten
nach der Ausbildung einen Wirtschaftsplan für
ihre Betriebe umsetzen.
Das Einkommen der Kleinbauernfamilien
kann im Schnitt um 20 Prozent gesteigert werden.
Mindestens 20 Prozent
der Betriebe werden innerhalb von neun Monaten neue
Einkommensquellen erschlossen haben.

Vorbereitung der Trainings
In einem ersten Schritt
werden fünf Agrarkooperativen ausgewählt,
denen etwa 250 Kleinbauern und -bäuerinnen
angehören. Auswahlkriterien sind v. a. die
Organisationsstruktur des Verbandes und die Einbindung
der Mitglieder in die Aufgaben der Kooperative.
In den fünf Kooperativen wird erhoben, inwiefern
die Kooperativen partizipativ strukturiert sind,
wie sehr sich Kleinbauernfamilien mit der Arbeit
ihrer Kooperative identifizieren, welche wirtschaftlichen
Vorteile und welches Entwicklungspotenzial die Kooperativen
bieten. Die Ergebnisse
stellen die Grundlage dar, um zwei Kurse zu entwickeln:
Für die Leitungsgremien der Kooperativen einen
Kurs zu wirtschaftlicher Innovation sowie Partizipation.
Für die Mitglieder der Kooperativen eine Schulung
zu administrativem und wirtschaftlichem Basiswissen.

Training
und gezielte Nacharbeit
Die Schulungen – für 30 Führungskräfte
und 250 Bauern – werden von Cenade-Mitarbeitern
durchgeführt, die ihrerseits zuvor eine zusätzliche
wirtschaftliche Ausbildung von der mit ICEP seit
sieben Jahren kooperierenden Organisation Prodem
erhalten. Die Cenade-Kursleiter werden auch die
individuelle Nachbetreuung der Kursteilnehmer übernehmen.
Im Anschluss an die Schulungen sollen die Kooperativen
einen Business-Plan zur effizienteren wirtschaftlichen
Arbeit entwickeln und für rund 190 bäuerliche
Betriebe einen Wirtschaftsplan erstellen. Am Ende
des Projekts sollen die Kooperativen wirtschaftlich,
organisatorisch und ökologisch nachhaltig arbeiten.
Die Betriebe sollen im Jahr nach der Ausbildung
ihr Einkommen im Schnitt um zwanzig Prozent gesteigert,
zwanzig Prozent der Betriebe sollen neue Einkommensquellen
erschlossen haben.
© ICEP 2006