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ICEP-Projekt 29
Guatemala: Las Gravileas erreicht Frauen am Land
durch mobile Ausbildung
Durch gezielte berufliche
Ausbildung unterstützt die guatemaltekische Organisation
ACOE einfache Frauen dabei, ein regelmäßiges
Einkommen zu erwirtschaften. Das ländliche Ausbildungszentrum
Las Gravileas, unweit von Antigua, bietet Ausbildungseinheiten
u. a. in der Textilverarbeitung, in der Nahrungszubereitung
oder im Kunsthandwerk an, vermittelt aber auch grundlegendes
unternehmerisches Know-how. Um auch Frauen, die aufgrund
der weiten Entfernung und mangelnder Infrastruktur
nicht regelmäßig nach Las Gravileas kommen
können, die Möglichkeit zur Teilnahme an
einem Weiterbildungskurs zu geben, hat die Organisation
mit Unterstützung und Hilfe von ICEP 2004 drei
mobile Ausbildungszentren eingerichtet, die von Gemeinde
zu Gemeinde reisen. Nun sollen zwei weitere mobile
Ausbildungszentren eingerichtet.

Projektziele:
Im
Laufe des Projektzeitraums werden 1.500 Frauen in
ländlichen Gemeinden eine Ausbildung erhalten.
85
Prozent der Frauen werden innerhalb von drei Monaten
nach der Ausbildung ein selbstständiges Kleinstunternehmen
aufbauen.
Das
Einkommen der Frauen wird sich innerhalb eines Jahres
nach Aufbau des Unternehmens verdoppeln.
Bei
Projektende soll die Projektarbeit selbstständig
weitergeführt werden. Es wird eine Ausbildungskapazität
für jährlich 500 Kleinstunternehmerinnen
bestehen.
Allgemein
wird das Projekt den Lebensstandard von Frauen in
extremer Armut aus dem Bezirk Sacatepéquez
heben.
Das Ausbildungszentrum Las Gravileas
ist ein weithin bekanntes Ausbildungszentrum für
Frauen wie auch eine „Vertriebsplattform“
für die von den Frauen hergestellten Produkte.
Seit 2004 erreicht Las Gravileas über drei mobile
Ausbildungszentren auch Frauen, die in entlegenen
Dörfern im Westen Guatemalas leben. Aufgrund
des hohen Interesses der Bevölkerung wird ICEP
die drei bestehenden Ausbildungszentren in einer zweiten
Phase unterstützen und ermöglichen, dass
zwei weitere mobile Ausbildungszentren eingerichtet
und betrieben werden.
Umfassende
Ausbildung
Die mobilen Ausbildungszentren
bleiben ein Jahr lang in einer Gemeinde, die aufgrund
ihres Interesses, ihrer Kooperationsbereitschaft und
ihrem Bedarf ausgewählt wurde. Die Promotorinnen,
die mit der Durchführung der Kurse betraut sind,
bieten im Rahmen eines Ausbildungsjahres drei Schneiderei-
und drei Koch- und Backkurse an. Die Kurse sind für
16 bis 18 Frauen ausgelegt und umfassen zwei Praxisstunden
wöchentlich. Die Praxis wird durch eine einfache
unternehmerische Ausbildung ergänzt. Ein Zusatzangebot
besteht in Alphabetisierungskursen, in Vorträgen
zu Ernährung, Hygiene, Umweltschutz und Familienpädagogik.
Hausbesuche durch die Promotorinnen dienen der individuellen
berufsorientierten Beratung der Frauen.

Erstes einkommensorientiertes
Arbeiten
Unterstützt
durch die Ausbildung und unter Verwendung der Geräte
der mobilen Ausbildungseinheit haben die Kursteilnehmerinnen
die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten bei der
Herstellung qualitätsorientierter Produkte zu
trainieren. Die so erzeugten Produkte werden nach
Wunsch über Las Gravileas vertrieben, das Einkommen
ermöglicht die Anschaffung eigener Geräte.
Die Organisation der Übungsstunden am Equipment
sowie die Berechnung der Kosten für Material
und Infrastruktur dienen der Einübung von betriebswirtschaftlichem
Denken. Die Frauen werden auch über das Ausbildungsjahr
hinaus betreut.
Starthilfe durch Rotationsfonds
Ziel ist, dass 85 Prozent der Kursteilnehmerinnen
innerhalb von drei Monaten allein oder in einer Gruppe
ein Kleinunternehmen aufbauen. Frühere Erfahrungen
zeigten, dass der Mangel an Kapital ein Hindernis
für den Start in die Eigenständigkeit darstellte.
Daher wird nun ein kleiner Rotationsfonds in der Höhe
von rund 5.000 Euro eingerichtet, bei dem die Frauen
zur Startfinanzierung ihres Mikrounternehmens Kredite
in Höhe von 10 bis 50 Euro aufnehmen können.
© ICEP 2006
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