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ICEP-Projekt 33
Kirgistan: Selbsthilfegruppen
im ganzen Land stärken
Marktwirtschaftliches Denken
und unternehmerisches Handeln sind für viele
Menschen im ehemals sowjetischen Kirgistan noch ungewohnt
– noch mehr in ländlichen Gebieten. Über
Multiplikatorin-nen wird grundlegendes Wissen dazu
in alle sieben Oblaste Kirgistans transferiert mit
dem Ziel, bestehende Frauenselbsthilfegruppen am Land
institutionell zu stärken und den Frauen zu helfen,
ihre Einkommenssituation zu verbessern.
Der Zusammenbruch der Sowjetunion
bedeutete für die Nachfolgestaaten nicht nur
politische Un-abhängigkeit, sondern auch die
Notwendigkeit, eigene Wirtschafts- und Sozialsysteme
aufzubauen – eine Herausforderung gerade für
ärmere Länder wie Kirgistan. Während
Frauen in Zeiten des Kommunismus gleiche Ausbildungs-
und Arbeitsplätze wie Männer besetzten,
verschlechterte sich ihre Stellung im neuen Kirgistan:
Die Umstellung von der Plan- zur Marktwirtschaft kostete
viele Frauen ihren Arbeitsplatz. In den ländlichen
Gebieten ist die Lage der Frauen noch bedrückender.
Anstellungen sind nur schwer zu finden, unternehmerisches
Denken und die Idee der Selbständig-keit waren
bislang unbekannt. Aber auch gesellschaftlich haben
sie wenig Einfluss.

Hilfe durch Selbsthilfe
Die NGO Erayim arbeitet seit mittlerweile 10 Jahren
daran, die Stellung der Frau zu stärken. Bisher
unterstützte Erayim den Aufbau von Selbsthilfegruppen
vor allem in Gemeinden rund um die Hauptstadt Bishkek.
Durch das aktuelle Projekt erhält Erayim die
Chance, den Wirkungskreis auf die ländlichen
Regionen im ganzen Land zu erweitern.
Selbsthilfegruppen sind keine Unbekannte in Kirgistan.
Das Projekt macht es möglich, dass beste-hende
Selbsthilfegruppen gestärkt und mit Wissen ausgestattet
werden. Wissen, das den Frauen dabei helfen soll,
die Gestaltung ihres Umfelds in Angriff zu nehmen.
Dazu erhalten sie eine prak-tisch ausgerichtete Einführung
in Themen wie Marktwirtschaft und Demokratie, Unternehmens-gründung,
Regelwerke für Selbsthilfegruppen und die nachhaltige
Nutzung der natürlichen Res-sourcen. Die Weitergabe
des Wissens erfolgt über Multiplikatorinnen,
motivierte und engagierte Frauen, die von Erayim ausgewählt
und ausgebildet werden.
Konkrete Ziele bis 2008 sind:
In insgesamt 27 dreiwöchigen
Intensiv-Trainingskursen werden 540 Multiplikatorinnen
ausgebildet. 90 Prozent setzen sich danach aktiv in
ihrer Heimatgemeinde für das Empo-werment der
Selbsthilfegruppen ein und geben das Wissen weiter.
Insgesamt 450 Selbsthilfegruppen
werden dadurch erreicht.
Sechs Monte nach dem Training
können 80 Prozent der Selbsthilfegruppenmitglieder
ange-ben, dass die Effizienz der Gruppe gestiegen
ist.
Ein Jahr nach dem Training
ist das Durchschnittseinkommen der Gruppe um 30 Prozent
gestiegen.
Der Anteil der Frauen
in Entscheidungspositionen hat sich um 70 Prozent
erhöht.
50 der ausgebildeten Trainerinnen
setzen ihre Kooperation mit Erayim fort und tragen
das Gedankengut weiter in die ländlichen Gebiete
hinein.
Es darf erwartet werden, dass das Projekt dank des
Engagements der Frauen weit über die umit-telbaren
Projektziele hinauswirkt und auch über Vorbildwirkung
zur effektiven sozialen und wirt-schaftlichen Stärkung
der ländlichen Gebiete beiträgt.
© ICEP 2006
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