ICEP-Projekt
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Nicaragua: Vom Handwerker zum
Kleinunternehmer 2
Nicaragua ist bis heute
von den politischen Unruhen in den 80ern gekennzeichnet:
Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit von
bis zu 50 Prozent der Bevölkerung prägen
das Bild. 85 Prozent der Unternehmen sind Mikrounternehmen,
mit einer Durchschnittsüberlebensdauer von
weniger als zwei Jahren. Für Jugendliche gibt
es keine Arbeitsplätze oder sie sind nicht
stabil.

Ein rascher Einstieg
in das Berufsleben ist für viele Jugendliche
und deren Familien jedoch sehr wichtig, um zusätzliches
Einkommen zu generieren. Ein Großteil der
Jungen und Mädchen wählen deshalb nach
Abschluss der Grundschule eine handwerkliche Ausbildung
zum Installateur, Tischler, Elektriker etc. in einem
der technischen Trainingszentren. Von 2004 bis 2006
arbeiteten ACODEP und ICEP gemeinsam daran, diese
technische Ausbildung mit unternehmerischem Basiswissen
zu ergänzen (vgl. Projekt 18). Themen wie die
Erstellung eines Business Plans, Finanzplanung,
Analyse von Marktchancen und Risiken sollten es
den zukünftigen Jungunternehmern ermöglichen,
ein auch langfristig erfolgreiches Unternehmen zu
gründen. Sowohl das Interesse von Seiten der
Ausbildungszentren wie der Jugendlichen war sehr
groß, die Ergebnisse beachtlich.
Auch Vorbesserungspotenzial wurde sichtbar. Es stellte
sich heraus, dass zwischen ACODEP und den zukünftigen
Jungunternehmern schnell abbrach, obwohl eine Nachbetreuung
sehr sinnvoll gewesen wäre, vor allem in der
ersten Zeit der Unternehmensgründung.

Bis zur Unternehmensgründung
Ziel des aktuellen Projekts ist es, das Ausbildungsangebot
geografisch in vier weitere Bezirke auszuweiten
(Granada, Rivas, Chontales Matagalpa und Esteli)
und das Training durch ein Coaching und eine Beratung
zu ergänzen. 13 Ausbildungszentren werden sich
am Projekt beteiligen.
Die Teilnahme am Programm ist freiwillig und wird
mit Broschüren und durch Mundpropaganda beworben.
Aus den interessierten Jugendlichen werden jene
ausgewählt, die sich durch Kreativität,
Ideen und Engagement hervortun. Inhaltlich wird
das Vorgängerprojekt mit den Bereichen Erstellung
eines Business Plans, Marktanalysen, Ideenfindung
etc. fortgesetzt. Zusätzlich werden vier Mikrofinanz-Institutionen
beigezogen, um den Jugendlichen nach Ausbildungsende
und bei Unternehmensgründung Finanzierungsmaßnahmen
zu eröffnen. Nach Beendigung des drei monatigen
Programms und den ersten Schritten zur Selbständigkeit
und Unternehmensgründung, werden die Jungunternehmer
sechs Monate lang von Prodem gecoacht und beraten.
Ein weiteres Ziel ist es, ein Netzwerk zwischen
den Jungunternehmern aufzubauen, damit sie Probleme
diskutieren und Erfahrungen austauschen können.
Ein Netzwerk, das auch für die zukünftigen
Jungunternehmer hilfreich sein wird.

Die konkreten
P rojektziele lauten:
Von den 13 technischen Trainingszentren,
die am Projekt teilnehmen nehmen anschließend
mindestens die Hälfte eine unternehmerische
Ausbildung in ihren Studienplan auf.
325 junge Handwerker beginnen den Kurs, 90
Prozent schließen ihn planmäßig
ab.
90 Business Pläne werden in Dreiergruppen
erstellt.
Im Jahr nach dem Projektabschluss werden
90 Kleinunternehmen gegründet.
45 Kleinunternehmen werden noch während
der Projektlaufzeit gegründet.
Es wird erwartet dass die Kleinunternehmen
nach ihrem ersten Jahr den wirtschaftlichen Break-Even
Point erreicht haben, mindestens drei Personen an-
und 80 Prozent der Kunden zufriedenstellen können.
© ICEP 2006