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ICEP-Projekt 46
Guatemala: „Fondo Gutmann“
– Dorfbanken für Maya-Frauen im westlichen
Hochland
Die Vergabe von
Kleinstkrediten durch Dorfbanken gilt als eines der
erfolgreichsten Mittel im Kampf gegen Armut. Die Bank
Gutmann und ICEP unterstützen die guatemaltekische
Organisation FUNDAP durch Capacity Building im Bereich
Mikrofinanz. Dadurch wird der Aufbau von drei Dorfbanken
für Maya-Frauen im westlichen Hochland Guatemalas
unterstützt. Zusätzlich wird ein Rotationsfonds
für Mikrokredite etabliert.
Die Region im westlichen
Hochland Guatemalas hat eine der höchsten indigenen
Bevölkerungsdichten weltweit. Die Analphabetenrate
liegt bei über 60 Prozent. Unter den Maya-Frauen
ist der Analphabetismus besonders hoch: Viele Mädchen
werden früh verheiratet und als Arbeitskräfte
an den Haushalt gebunden – die Möglichkeit,
eine Schule zu besuchen bleibt den meisten von ihnen
verwehrt. Die Situation von armen Frauen in dieser
Region ist daher besonders schwierig: Ohne Ausbildung
können sie der Armut nicht entkommen und trotzdem
lastet auf ihren Schultern oft die gesamte Verantwortung
für ihre Familien. Ein Großteil der Männer
zieht in der Hoffnung auf bessere Einkommensmöglichkeiten
in die Stadt. So müssen sich die Frauen nicht
nur um den Haushalt für ihre durchschnittlich
siebenköpfigen Familien kümmern, sondern
zusätzlich auch alleine für das Familieneinkommen
sorgen.

Ziel des Projekts ist eine
nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse
und Entwicklungsmöglichkeiten von Maya-Frauen
und deren Familien im ländlichen Gebiet des westlichen
Hochlands Guatemalas: Durch eine produktive Beschäftigung
können die Frauen nicht nur selbstständig
Einkommen generieren, sondern vor allem auch ihr Selbstwertgefühl
stärken. Es hilft ihnen, sich aus ihren Abhängigkeiten
zu befeien und ihre Potenziale richtig und gezielt
einzusetzen.
Um den Frauen ihren Weg in die Selbstständigkeit
zu ermöglichen, benötigen sie einerseits
Zugang zu Kapital und andererseits zu unternehmerischer
Ausbildung – an beidem mangelt es den Frauen,
um nachhaltig Einkommen generieren zu können.
Durch eine Kombination aus Mikrofinanzierung und unternehmerischer
Ausbildung unterstützt ICEP Maya-Frauen aus ärmsten
Verhältnissen dabei, ihr eigenes Kleinunternehmen
aufzubauen bzw. zu erweitern. Unabhängig, welchem
Erwerbszweig die Frauen angehören: Entscheidend
für einen Einkommenszuwachs ist der Umstand,
dass sie mit dem zur Verfügung gestellten Kredit
die entsprechende Beratung und Unterstützung
erhalten.

Konkrete Projektziele
Im Rahmen des Entwicklungsprojekts werden nachhaltige
Finanz- und Ausbildungsstrukturen für drei neue
Dorfbanken aufgebaut, die nach Projektende eigenständig
weitergeführt werden können.
Direkt
Begünstigte des Projekts sind 75 Maya-Frauen
(rund 25 pro Dorfbank) aus ärmsten Verhältnissen,
etwa 70 Prozent davon sind Analphabeten. Zusätzlich
werden die begünstigten Frauen sechs Monate lang
betreut und durch kaufmännische Schulungen beim
Auf- und Ausbau ihrer Geschäftstätigkeiten
beraten, um ihre Einkommenssituation nachhaltig verbessern
zu können.
Nach
abgeschlossener Ausbildung werden rund 60 Frauen einen
Mikrokredit aufnehmen, um ein Kleinstunternehmen zu
gründen oder zu erweitern.

So funktioniert
eine Dorfbank
Für die Gründung der drei neuen Dorfbanken
wird ein Rotationsfonds eingerichtet. Eine Gruppe
von rund 25 Frauen bildet eine „Dorfbank“,
der ein Gemeinschaftskredit gewährt wird. Jede
Dorfbank verwaltet ihr Kapital selbstständig
und vergibt Individualkredite an die einzelnen Frauen
der Gruppe. Die Frauen werden besonders in der Anfangsphase
intensiv betreut und ausgebildet. Sie lernen nicht
nur die Regeln einer Bank kennen, sondern erhalten
auch eine kaufmännische Basisausbildung.
Um in die Dorfbank aufgenommen zu werden, muss die
Mehrheit der Mitglieder der Aufnahme zustimmen. Vor
jedem Erhalt eines Kredits legen die Frauen schriftlich
fest, wofür sie ihn verwenden wollen: Er darf
nur unternehmerisch investiert werden. Zum Erfolg
des Dorfbankenmodells gehört, dass die Kreditnehmerinnen
Rückzahlungen und den methodisch festgelegten
Zinssatz von monatlich 2,42% aus den höheren
Einkünften bestreiten können. Die Frauen
verpflichten sich, den Kredit innerhalb der festgesetzten
Frist zurückzuzahlen und das angebotene Ausbildungsprogramm
zu besuchen. Ein weiterer Baustein der FUNDAP-Strategie
bei der Gründung von Dorfbanken ist jener der
Spar- und Kreditkonten. Die Frauen werden angehalten
zu sparen, falls es ihre Einkommenssituation irgendwie
erlaubt. Auf ihre Sparkonten bei ihrer Dorfbank erhalten
sie ebenfalls 2,42% Zinsen.
© ICEP 2007
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