| CSR-Global
(2006-2008):
Die Beteiligung der europäischen
Wirtschaft an der globalen Armutsbekämpfung –
Fakten und Möglichkeiten
Die Wahrnehmung und gezielte
Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung
durch Unternehmen ist keine Selbstverständlichkeit
– besonders in ihrem globalen Aspekt. Und schon
gar nicht in den neuen EU-Mitgliedsländern. Es
mangelt an Information über Best Practice und
Orientierung. Darüber hinaus wird die Beteiligung
an der Armutsbekämpfung weithin immer noch viel
zu sehr als Last verkannt und als Chance übersehen.
Das Bildungsprojekt, das ICEP mit der etablierten
spanischen Entwicklungsorganisation Codespa und jeweils
einer jungen NGO in Tschechien, der Slowakei und Ungarn
in den nächsten drei Jahren mit starker finanzieller
Unterstützung durch die Europäische Kommission
umsetzen wird, stellt eine Chance dar, europäischen
Unternehmern Win-win-Möglichkeiten durch ein
Engagement in Entwicklungsländern aufzuzeigen.
Durch das Projekt soll es zudem gelingen, den Begriff
der globalen Corporate Social Responsibility als Überbegriff
für die Aktivitäten der Wirtschaft im Bereich
der globalen Armutsbekämpfung wissenschaftlich
fundiert zu definieren und kommunikativ zu etablieren.

Case Studies und
Reader Eine empirische Untersuchung der Praxis
von globaler CSR steht am Beginn des dreijährigen
Projekts: Studierende der renommierten IESE
Business School in Barcelona werden fünfzehn
Case Studies ausarbeiten, die die Aktivitäten
und Strategien in Entwicklungsländern tätiger
europäischer Unternehmen empirisch erheben und
analysieren. Auf der Basis der Ergebnisse wird ICEP
gemeinsam mit Experten einen umfassenden Reader erstellen.Die
Boston Consulting Group konnte als
Partner für die Betreuung der Studenten und Schnittstelle
zu den Unternehmen gewonnen werden.
Kommunikation
Die fünf am Projekt beteiligten NGOs
werden dieses Werk – inklusive Vervielfältigungsmöglichkeit
– an rund hundert europäischen Wirtschaftsuniversitäten
präsentieren, ihn vor allem aber mehreren Tausend
Führungskräften europäischer Unternehmen
zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollen
Unternehmen mittels regelmäßig erscheinender
Publikationen erreicht werden. ICEP wird diese Kommunikation
über sein im Jahr 2003 eingeführtes corporAID
Magazin führen, auch der spanische Partner Codespa
kann auf ein Special Interest Magazin zurückgreifen:
CE – Compromiso Empresarial, das er 2005 in
Spanien lanciert hat. Beide Magazine erreichen viermal
jährlich als Supplements von Tageszeitungen eine
breite Öffentlichkeit. Im Falle der Partner in
Tschechien, Ungarn und der Slowakei müssen vergleichbare
Kommunikationsstrukturen erst geschaffen werden. Dies
ist ein zentrales Ziel des Projekts.
Expertise Die
lebendige Information über Möglichkeiten
der Beteiligung an der globalen Armutsbekämpfung
wird für Unternehmen einen wichtigen Incentive
darstellen. Für die Implementierung dieser Perspektive
in die unternehmerische Strategie werden viele Unternehmen
spezifische Expertise und individuelle Beratung benötigen.
Daher werden im Rahmen des Projekts auch Informationsveranstaltungen
stattfinden: Jede der am Projekt beteiligten NGOs
wird in ihrem Land eine Konferenz veranstalten, zusätzlich
werden insgesamt zwölf eintägige Workshops
angeboten werden. Hierin kann insbesondere Codespa
auf eine mehrjährige Erfahrung zurückgreifen.
Europäisches
Netzwerk Im Zuge der engen Zusammenarbeit
der fünf NGOs wird ein Netzwerk entstehen, das
die Beteiligung des privaten Sektors an der globalen
Armutsbekämpfung in ganz Europa vorantreiben
wird. ICEP hofft, mit diesem Projekt dem Konzept der
globalen CSR eine Dynamik zu verleihen, die auch in
andere europäische Länder portierbar sein
wird. •
© ICEP – April 2006
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