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Mitteleuropa-Netzwerk
Im Sommer 2004 wurden zehn mittel- und
osteuropäische Staaten neue Mitglieder der Europäischen
Union. Schon seit einiger Zeit arbeitete Außenministerin
Dr. Benita Ferrero-Waldner am Aufbau einer so genannten
regionalen Partnerschaft mit unseren unmittelbaren
Nachbarn. Die österreichische Außenpolitik
sieht gerade in der engen Kooperation Österreichs
mit den angrenzenden neuen EU-Mitgliedern Chancen,
im Rahmen der verschiedenen Gremien der Europäischen
Union gemeinsame Standpunkte einzunehmen und so auch
gemeinsamen Interessen ein stärkeres Gewicht
zu geben.

Gemeinsame EU-Entwicklungspolitik
Die neuen Mitgliedstaaten werden die Entwicklungspolitik
der EU übernehmen. So plant zum Beispiel die
Tschechische Republik ihr nationales EZA-Budget schon
heute nach EU-Richtlinien. Dazu kommt, dass seit Sommer
2004 auch für mittelosteuropäische NGOs
Kofinanzierungsmittel aus Brüssel für Projekte
in Entwicklungsländern zugänglich sind.
Mitteleuropäisches Netzwerk
Rechtzeitig vor dem EU-Beitritt der mittel- und osteuropäischen
Staaten begann ICEP mit dem Aufbau eines mitteleuropäischen
Entwicklungsarbeits-Netzwerkes. Gemeinsam mit seinen
Partnern „Sila Rozvoja“ (Bratislava) „ARS–
Asociace pro rozvojovou spolupráci“ (Praha)
und „Híd a 3. világért“
(Budapest) leitete ICEP eine weit reichende Zusammenarbeit
in drei Bereichen ein: Capacity Building, Bildungsarbeit,
Fundraising.
Know-how-Transfer
Gerade in den mittelosteuropäischen Staaten sind
Entwicklungshilfe-NGOs etwas Neues. Die Partner können
daher von ICEPs Erfahrung profitieren. Gemeinsam veranstaltete
Seminare dienen dem Austausch von Information und
helfen im Umgang mit EU-Behörden und bei der
Optimierung des Fundraisings. Darüber hinaus
wird ICEP den Blick der Partner auf Lateinamerika,
Afrika und Asien richten und sie bei der konkreten
Projektarbeit unterstützen.
Staatenübergreifende Bildungsarbeit
Eine unserer Zielgruppen im Bereich der EZA-Bildungsarbeit
sind junge Menschen in Ausbildung. Die Erweiterung
der EU wird vielen Schülern und Studenten neue
Perspektiven eröffnen, die Mobilität im
Bereich der Ausbildung wird steigen. ICEP und seine
Partner können hier Länder übergreifende
Projekte speziell für junge Menschen auf einer
mitteleuropäischen Ebene durchführen, und
zwar authentisch, da unser Netzwerk tatsächlich
überall vor Ort präsent ist.
Ein dynamischer Wachstumsraum
Die Mittel- und Osteuropäischen Staaten sind
Österreichs zweitwichtigster Handelspartner,
viele österreichische Unternehmen sind in diesen
Staaten tätig. Gleichzeitig haben auch zahlreiche
Konzerne Produktionsstätten und Niederlassungen
in der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Im „Westen“
sind Unternehmen heute schon wichtige Partner und
Financiers der Anliegen der Entwicklungs- Zusammenarbeit.
Unternehmen denken und handeln aber in größeren
Zusammenhängen. Ihnen kann ICEP in Zukunft Sponsoring-Konzepte
anbieten, die in vier Ländern von involvierten
mitteleuropäischen Partnern promotet und umgesetzt
werden.
Zugunsten globaler Entwicklung
ICEP hatte ab 2003 die Möglichkeit,
sein bewährtes Konzept der Zusammenarbeit mit
starken Partnern nicht nur mit Projekten im Süden,
sondern auch im Bereich Sensibilisierung und Fundraising
im „erweiterten Heimmarkt“ umzusetzen.
Davon profitiert ICEP, da seine Strukturen gestärkt
werden, davon profitieren freilich in einem noch größeren
Ausmaß ICEPs Partner. Es zeigt sich, dass politische
Entwicklungen wie der europäische Einigungsprozess
auch für eine „kleine und feine“
Organisation eine Fülle an neuen Chancen birgt,
die konkret umzusetzen ICEP im Begriff ist.
© ICEP – 2005
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