Initiativen in Europa

===

ICEP Bildungsarbeit
---
>> corporAID Initiative
---
Mitteleuropa-Netzwerk
---
CSR Global (2006-2008)
---
Abgeschlossene Bildungsprojekte

Dr. Wolfgang Ruttenstorfer,
OMV

„Als international tätiges Unternehmen mit Standorten und Geschäftsverbindungen auf allen fünf Kontinenten, darunter auch Schwellen- und Entwicklungsländer, trägt die OMV eine besondere Verantwortung für Menschen und Umwelt auch in sozial- und wirtschaftlich sensiblen Regionen. Daher hat Verantwortung nach der triple bottom line für die OMV eine internationale Dimension, die gleichzeitig Chance und Herausforderung für die Umsetzung im Unternehmen und im Geschäftsalltag bedeutet. Wir unterstützen die Initiative corporAID, denn sie eröffnet Unternehmen eine neue Sichtweise auf die Herausforderungen der Globalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft, bringt positive Beispiele über den Beitrag von Unternehmen zu globaler Entwicklung und Armutsbekämpfung und leistet einen wertvollen Beitrag zur Diskussion und Weiterentwicklung von CSR in Österreich.“

corporAID Multilogue 12. April 2007

The social responsibility of corporations is innovation!

Christian Seelos sprach am 12. April im corporAID Multilogue, dem Learning Forum zu Wirtschaft und Entwicklung und globaler Verantwortung von Unternehmen, über globale Strategien für wirtschaftlichen Erfolg und soziale Entwicklung.


Globale Strategien für wirtschaftlichen Erfolg und soziale Entwicklung – unter diesem Heading möchte ich Ihnen heute ein dynamisches Verständnis von globalen Strategien näher bringen und Fragen behandeln wie:

• Wie ist die Verbindung zwischen globaler und wirtschaftlicher Entwicklung?
• Wie kann soziale Entwicklung möglich gemacht werden?
• Wie können Firmen eine soziale Entwicklung positiv verwerten?
Der erste Teil meines Vortrags ist eher theoretisch, der zweite soll anhand praktischer Beispiele konkrete Lösungsansätze aufzeigen. Ich werde meinen Vortrag auf drei zentrale Thesen aufbauen:
• Die soziale Verantwortung von Unternehmen ist Innovation, damit wir auch in Zukunft Lösungen entwickeln können für Herausforderungen, die wir noch gar nicht kennen.
• Die Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung kann zu einem essenziellen Thema der Unternehmensstrategie werden.
• Entrepreneurs, die Innovation für die Armen am Rande unserer Märkte betreiben, sind die großen Herausforderer, aber auch wichtige Partner für heutige und zukünftige Unternehmen. Und es wollen doch alle am nächsten China teilhaben!

Globale Strategien zu wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Entwicklung ist natürlich ein gigantisch großer Begriff. Ein guter Ansatz, um Nachhaltigkeit oder CSR in einem globalen Kontext zu begreifen, ist, dass man in erster Linie versteht wo Unternehmen herkommen: Wie ist die Wettbewerbssituation? Wo liegen die Prioritäten? Wenn man die Regeln nicht kennt, denen die Unternehmen in einem sehr globalen, aggressiven Wettbewerbsmarkt unterworfen sind, kann man meiner Meinung nach nicht sinnvoll in einen Diskurs über Nachhaltigkeit eintreten. Oft wird unterschätzt, wie komplex das ist.
Gleichzeitig hilft das Nachdenken über Organisation, Erfolg, Misserfolg, Möglichkeiten und Chancen in einem sozialen Kontext auch neue innovative Unternehmensstrategien zu entwerfen: man kann viel über Strategie, Organisationsmechanismen, Marketing, Kundenwünsche und -bedürfnisse lernen, wenn man seine Perspektive ändert. Was bedeutet eigentlich Strategie in einem ganz anderen Kontext? Zum Beispiel in den ärmsten Ländern der Welt? Wie würde man als Unternehmen dort agieren?

Zum Einstieg ins Thema Globalisierung möchte ich Ihnen ein Bild der Erde bei Nacht zeigen. Licht ist ein guter Indikator um anzuzeigen wo Entwicklung bereits stattgefunden hat und wo nicht. Man kann hier die regionalen Unterschiede deutlich erkennen. Was ich damit aufzeigen möchte, ist dass man Lösungen in einem regionalen Kontext entwickeln muss! Es ist wichtig, dass man Wirtschaftsentwicklung nicht durch ökonomische Lösungen, die man einfach über alle Länder stülpt, erreichen kann, so wie es sich die Weltbank seit 20 Jahren vorgestellt hat.

Noch nie zuvor in der Geschichte war die Schere zwischen arm und reich so groß wie heute. Die Vorstellung, dass sich die ärmsten Länder über Technologieprozesse und Ausbildung anschließen – dieser Catch Up hat für viele Regionen und Länder nicht stattgefunden. Bisher haben wir es geschafft, 50 Prozent der Weltbevölkerung über die „Armutshürde“ zu bringen und trotzdem befürchtet man, dass diese nur sehr kurze Wirtschaftsentwicklung negative Auswirkungen auf die globale Umwelt oder die globale Dynamik hat.
Ich glaube, daraus ergibt sich eine große Chance für das Thema Nachhaltigkeit. Man kann aus diesen zwei Dimensionen, also dem potentiellen negativen Impact von Wirtschaftsentwicklung und der ungleichen Entwicklung, neue innovative Ansätze entwickeln. Bei unseren Forschungen an der IESE haben wir festgestellt, dass etablierte Formen von Wirtschaftsentwicklung in vielen Regionen der Welt nicht funktioniert haben. Um diese Barrieren zu überwinden ist wirkliche Innovation notwendig: ein radikales Umdenken. Ich werde an konkreten Beispiele zeigen, wie diese Innovation ausschauen kann und damit aufzeigen, dass es eine große strategische Chance für Unternehmen gibt: die Rückbesinnung auf die historische Symbiose zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Gesellschaft hat Wirtschaft zugelassen, weil Wirtschaft und Gesellschaft im Prinzip eine sehr gesunde Symbiose sein können – aber das ergibt sich nicht unbedingt automatisch.

Wirtschaftlicher Aufschwung, wie wir ihn kennen, ist ein historisch relativ junges Phänomen. Die Entwicklung zeichnet sich im Prinzip erst seit 1850 so stark progressiv ab. Und im Moment wird das gesamte Konzept wirtschaftlichen Aufschwungs in Frage gestellt, da zu viele nicht mit der industrialisierten Welt Schritt halten konnten und auch die Nebenwirkungen deutlich spürbar werden.

Aber eines ist mittlerweile klar: Wenn ich unser Leben heute mit dem der vorigen Generation vergleiche, dann gibt es einen enormen Unterschied. Und das meiste davon hat Wirtschaftsentwicklung möglich gemacht. Ich glaube, dass das prinzipiell eine gesunde Entwicklung ist. Viele soziale Faktoren korrelieren positiv mit steigender Wirtschaftsentwicklung. Dennoch möchte ich Sie auf folgende Phänomene hinweisen:

• Wirtschaftsentwicklung führt in unseren reichen Ländern dazu, dass fundamentale Notwendigkeiten in immer bizarrere Kundenwünsche übergehen. Was das langfristig bedeutet – wie bizarr unsere Wünsche noch werden können, um Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, weiß man nicht.
• Auf der anderen Seite stellen NGOs, die immer mehr Einfluss und Vertrauen in der Bevölkerung haben, prinzipiell Wirtschaftsentwicklung und globale Unternehmen in Frage. Viele Unternehmen lassen sich dadurch in eine reaktive Position drängen, aus der sie nur schwer herauskommen. CSR- oder Nachhaltigkeitsreporte klingen oft so, als ob sich eine Firma entschuldigen müsste, dass sie überhaupt existiert
• Ein anderes Phänomen ist der Verlust von Vertrauen in globale Unternehmen. Bei weltweiten Befragungen dazu landen sie, neben politischen Institutionen, ganz hinten. Gleichzeitig glaubt die Bevölkerung aber daran, dass die freie Marktwirtschaft das beste System ist, um langfristig die Gesellschaft weiterzubringen. Das ist ein Dilemma. Und in diesem Umfeld finden wir Themen wie Nachhaltigkeit, soziale Entwicklung, Wirtschaftsentwicklung.

Innovation kann dieses Dilemma lösen. Aber alle müssen sich im Diskurs engagieren, um Wachstum für Entwicklungsländer zu ermöglichen und Wachstum insgesamt mit der Kapazität des Ökosystems, Leben zu ermöglichen, abzustimmen. Und wie kann man die Unternehmer mit ins Boot holen? Es muss sich für sie natürlich auch auszahlen. Sind also Innovation und Kooperation die Grundpfeiler für wirtschaftliche Entwicklung? Die Unternehmer sind ja grundsätzlich bereit, zu unterstützen – teilweise aber noch mit dem falschen Fokus des „Geld Schickens“! Soziale Entwicklung funktioniert nicht durch „Kapital Reinstopfen“, sondern wir müssen Wege finden, wie Unternehmen als Firma daran teilhaben können.
Was könnte Innovation also bedeuten?

Eines der Phänomene, das wir an der IESE untersuchen, sind so genannte „Social Entrepreneurs“, soziale Unternehmer, die es ganz besonders in den ärmsten Ländern schaffen, erfolgreiche Organisationen aufzubauen. Viele von ihnen sind hochprofitabel und entwickeln sich teilweise zu großen Playern, die ihre Produkte und Services in etablierte Märkte hineinbringen.
Die EU hat definiert: „Corporate Responsibility is a voluntary contribution to sustainable development.“
Wenn die Nachhaltigkeitsperspektive „sustainable development“ ist, und man sich auch um die Erreichung der Millennium Development Goals kümmert, kann ich nur empfehlen sich die Social Entrepreneurs näher anzuschauen und vielleicht mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Eines der Modelle, von dem Sie vielleicht gehört haben, ist „Bottom of the Pyramid“ (BOP). Es geht davon aus, dass man günstige Produkte an Arme verkaufen kann und so eine neue gewaltige Konsumentengruppe erschließt. Der Einzelne mag zwar ein niedriges Einkommen von bis zu $ 1.500 Dollar im Jahr haben – in Summe erreichen die vier Milliarden ärmsten Menschen aber eine potenzielle Kaufkraft und Nachfrage von 6 Billionen Dollar!
Es gibt aber kaum überzeugende „BOP“-Unternehmensmodelle, die funktioniert haben. Der Grund liegt darin, dass nur Konsum per se nicht automatisch zu verbesserten Lebensbedingungen und mehr Wohlstand führt. Es kann vielleicht einen Unterschied für Individuen machen, aber nicht für die Gesellschaft als Ganze.
Das Bemerkenswerte an diesem Konzept ist aber der mentale Shift: Arme Menschen werden nicht als Entwicklungsgeldempfänger gesehen, sondern als Marktteilnehmer und Konsumenten. Trotzdem muss man dieses Modell noch weiterdenken. Es geht darum, ganz neu über BOP und Wirtschaftsmöglichkeiten in armen Ländern nachzudenken. Diese 4 Milliarden armen Menschen sind nicht ein Markt, den man einfach bedienen kann. Diese Märkte sind nicht alle gleich.

Soziale Innovation für die Armen –
Wie könnte ein solches Modell aussehen? Hier kommen nun die so genannten Social Entrepreneurs ins Spiel. Social Entrepreneurs agieren oft dort, wo es noch keine Märkte gibt. Sie gehen von einem neuen Mind-Set für soziale Innovation aus: Armut ist kein natürlicher Zustand, sondern viel mehr ein Symptom für fehlende Strukturen, die es Menschen erlauben würden, für sich und im gesellschaftlichen Verbund für andere zu sorgen.
Die Fallstudien, die ich Ihnen in der Folge vorstellen möchte, zeigen Business Cases auf: integrierte Unternehmensstrategien in Entwicklungsländern.

Als einen ersten Social Entrepreneur stelle ich Ihnen BRAC vor: Diese Entwicklungsorganisation ist seit über 20 Jahren in Bangladesch aktiv und hat herausgefunden, dass arme Menschen ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben, die man ganz unterschiedlich bedienen muss. Die Ärmsten der Armen sind zum Beispiel oft gar nicht in der Lage, ökonomisch tätig zu werden.
Die Innovation bei BRAC besteht darin, dass von Anfang an eine Organisationseinheit eingerichtet wurde, die sich RED (Research and Evaluation Division) nennt. Sie diente BRAC während der Aufbauphase dazu, systematisch zu lernen. Der Ansatz von BRAC – und das ist die Innovation im Gegensatz zu Entwicklungsorganisationen, die schon eine Lösung parat zu haben – war: „Wir kennen die Lösung nicht. Die sozialen Probleme in Bangladesch sind so vielfältig. Wir müssen experimentieren und wir müssen systematisch lernen, was funktioniert und was nicht.“
Dieses systematische Lernen, war Prozessinnovation und hat BRAC geholfen zu wachsen – BRAC ist heute die größte NGO der Welt und eine fantastische Organisation. Bei BRAC kann man unglaublich viel darüber lernen, wie soziale Entwicklung und Wirtschaftsentwicklung möglich sind.

Das zweite Beispiel veranschaulicht, wie die Kollaboration zwischen einem Social Entrepreneur – Aravind – und einem Unternehmen – Aurolab – ein neues Business Modell kreiert hat, das immer mehr in etablierte Märkte eindringt und mittlerweile 15 Prozent globalen Marktanteil hat: Die Study baut auf der Augenkrankheitsproblematik in Entwicklungsländern auf. 37 Millionen Menschen sind blind, 127 Millionen sehbehindert. Häufigste Krankheit ist der Graue Star, der durch den Einsatz einer künstlichen Linse ganz einfach behoben werden kann – eine Operation, die für Arme unerschwinglich ist. Social Entrepreneur David Green begann in den 80er Jahren Spenden für künstliche Linsen zu sammeln, die an das Aravind Eye Hospital in Indien geliefert wurden.

Als der Spendenfluss versiegte, nahm Green die Linsenproduktion selbst in die Hand. Er gründete Aurolab. Statt des Profits setzte er sich zum Ziel, die Zahl operierter Patienten zu maximieren. Den Preis konnte er über social target costing mit vier Dollar pro Stück extrem niedrig halten – bei Weltmarktqualität. Obwohl 47 Prozent der Patienten nichts für die Operation bezahlen und 18 Prozent nur zwei Drittel der Kosten, hat Aurolab eine profit margin von 50 Prozent. Das ist gegen jede Logik. Und deshalb ist es Innovation!

Die Kosten allein machen noch kein profitables Modell. Die Innovation hier ist das so genannte Business Modell.
Es gab 4 strategische Ziele:

• Gratis Operationen
• High Volume: so viele Menschen zu behandeln wie möglich
• Hohe Qualität
• Profit

Die Kostenstruktur kann zu einem großen Teil dadurch niedrig gehalten werden, dass man auch die Ärmsten behandeln wollte. Wann immer Unternehmen so etwas tun, haben sie Zugang zu anderen Finanzquellen, wie z.B. der Asian Development Bank, der UNDP, etc.
Ein großer Kostenvorteil für das Marketing ist, dass Aravind mit Community Partnern – also NGOs, die seit vielen Jahren Zugang zu den Ärmsten aufgebaut haben, über eigenes Funding verfügen und praktisch umsonst arbeiten – zusammen arbeitet. High Volume führt dazu, dass die Unit Costs tief gehalten werden konnten. High Quality machte das Krankenhaus zu einem der größten Trainingszentren für Augenärzte. Die besten Institutionen der Welt schicken Ärzte zu Aravind, die dort durch effizientes work-flow management wesentlich produktiver arbeiten: 2.000 Operationen pro Arzt pro Jahr versus 150 in den USA. Das spart Kosten und führt dazu, dass sowohl Volumen als auch Qualität aufrecht erhalten werden können. All das führt zu niedrigen Kosten im Gesamtsystem und ermöglicht einen niedrigen Preis. Inzwischen werden in diesem Hospital die besten Augenoperationen der Welt durchgeführt. 18 Prozent ausländische Patienten, z.B. aus den USA zahlen für die Operation mehr, als nur die Kosten. Fast 2/3 sind immer noch Gratisoperationen.

Noch ein Beispiel, das eine erfolgreiche Kooperation zwischen einem Unternehmen und einem Social Entrepreneur veranschaulicht:
Grameen und Telenor. Diesen zwei Firmen – Grameen als einer der ersten Mikrokreditanbieter, bekannt geworden durch den Nobelpreisträger Mohamed Yunus – und Telenor, als norwegischer Mobilfunkbetreiber – ist eine fantastische Symbiose gelungen. Sie haben in Bangladesch gemeinsam zwei Projekte ins Leben gerufen: Grameen Telecom, die Arbeitsplatzschaffung und Einkommensgenerierung zum Ziel hat, und Grameen Phone, die sich auf den Shareholder Value konzentriert.
Beide Unternehmen agieren extrem profitabel: Grameen Telecom hat als NGO über 250.000 Arbeitsplätze für so genannte Telephone Ladies – Frauen in Dörfern, die Mobiltelefone vermieten – geschaffen und schreibt Gewinne. Grameen Phone verzeichnet mit 2,4 Millionen Nutzern einen Marktanteil von 60 Prozent am Mobilfunkmarkt. Erfolgsstrategie war die Aufteilung der Ziele, die beiden Partnern half, ihre Anliegen erfolgreich zu verfolgen. Ein Vorteil für Telenor war wiederum, dass das Unternehmen aufgrund der sozialen Anliegen Zugang zu günstigerer Finanzierung hatte, was bei einem so großen Business Risiko, wie es in Bangladesch besteht, bedeutend war.

Das ist, was wir Business-Modell-Innovation nennen. Business Modelle helfen zu verstehen, wie strategische Ziele über Aktivitäten und Ressourcen ermöglicht werden können. Letztlich geht es darum, Aufgaben nach Kompetenzen aufzuteilen!
Was sagen uns diese Cases?
Entwicklungsarbeit ist schwierig. Man kennt die Lösung von vorne herein nicht. Um zu Lösungen zu kommen, ist sehr viel Experimentieren, viel Risikofreudigkeit und vor allem systematisches Lernen nötig. Die meisten so genannten BOP-Strategien gehen schief, weil die Firmen glauben: „Wir kommen als große Retter zu den armen Menschen und geben ihnen neue Produkte und Services.“ So einfach geht das nicht. Aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist. Mit der richtigen Einstellung kann man daraus fantastische Zukunftsmärkte entwickeln.
Letztendlich ist es alles strategische Arbeit. Es gibt definitiv ein großes Betätigungsfeld für Unternehmen. Und Unternehmen können zwar nicht alle, aber einige soziale Probleme lösen.
Folgende Fragen könnte sich ein Unternehmen dazu stellen:

• Für welche Probleme haben wir spezielle Ressourcen und Know-how?
• Wo kann sich auch wirklich eine Symbiose und eine Synergie mit sozialen Problemstellungen ergeben?
• Was müssen wir aus Wettbewerbsgründen, was aus rechtlicher Hinsicht tun?
• Letztlich auch die Frage nach der Identität: Wer wollen wir eigentlich sein? Und was wollen wir tun?

Zusammenfassend: Nachhaltigkeit und CSR und Innovation sind in erster Linie harte strategische Arbeit.
Die sozialen Themen, um die sich eine Firma letztendlich kümmern sollte, sind die, wo das Unternehmen den besten Beitrag leisten kann. Nämlich dort, wo es schon ganz bestimmte Ressourcen und Kompetenzen besitzt. Geld ist zum Beispiel keine spezielle Ressource. Das ist auswechselbar. Wir müssen mit den wenigen Ressourcen, die wir auf dem Planeten haben, möglichst effizient umgehen. Und effizient umgehen heißt, dass man sich überlegt, welche Ressource zu welchem Thema am besten passt.
Zum Abschluss möchte ich sagen, dass man meiner Meinung nach eine wirklich nachhaltige strategische Position entwickeln kann wenn man sich überlegt:
Was sind eigentlich die unerfüllten Bedürfnisse, die es da draußen in globalen Märkten gibt? Die dringend Lösungen brauchen? Was sind die neuen Themen, die für morgen auf uns zu kommen?
Alternde Bevölkerung, Immigration, Wassermangel? Welche Kompetenzen muss man heute aufzubauen, um sich in Zukunft dort zu positionieren, wo man stehen will? Welche Kompetenzen, welche Unternehmenskultur braucht man? Welche Leute muss man anstellen?
Man kann heute ziemlich genau absehen, um welche Themen es in 10 Jahren gehen wird; die Trends sind klar. In Zukunft mitzuspielen ist eine Business Opportunity – die Chance, diese Symbiose zwischen dem, was die Gesellschaft wirklich braucht und der Kraft mit der Unternehmen etwas auf die Beine bringen können.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige Anregungen geben, sich selbst Gedanken zu machen zu Wirtschaft und Entwicklung. Diese Fragen müssen wir gemeinsam beantworten.
alle Illustrationen © Christian Seelos

Eine ausführliche Dokumentation und weitere Information erhalten Sie unter >> multilogue@corporaid.at.

Christian Seelos forscht und lehrt zu Social Entrepreneurship und Unternehmensstrategie.

corporAID Multilogue ist das Learning Forum der corporAID Initiative zu Wirtschaft und Entwicklung und globaler Verantwortung von Unternehmen.

© 2007

corporAID Initiative
---
corporAID Magazin
---
>> corporAID Multilogue
---
corporAID Expertise


>> zurück zur
corporAID Multilogue Übersicht