Initiativen in Europa

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CSR Global (2006-2008)
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Abgeschlossene Bildungsprojekte

Dr. Wolfgang Ruttenstorfer,
OMV

„Als international tätiges Unternehmen mit Standorten und Geschäftsverbindungen auf allen fünf Kontinenten, darunter auch Schwellen- und Entwicklungsländer, trägt die OMV eine besondere Verantwortung für Menschen und Umwelt auch in sozial- und wirtschaftlich sensiblen Regionen. Daher hat Verantwortung nach der triple bottom line für die OMV eine internationale Dimension, die gleichzeitig Chance und Herausforderung für die Umsetzung im Unternehmen und im Geschäftsalltag bedeutet. Wir unterstützen die Initiative corporAID, denn sie eröffnet Unternehmen eine neue Sichtweise auf die Herausforderungen der Globalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft, bringt positive Beispiele über den Beitrag von Unternehmen zu globaler Entwicklung und Armutsbekämpfung und leistet einen wertvollen Beitrag zur Diskussion und Weiterentwicklung von CSR in Österreich.“

corporAID Multilogue 24. Mai 2005

Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist Innovation - "Social Entrepreneurs" als Chance für Nachhaltigkeit

Dr. Christian Seelos sprach am 24. Mai 2005 im Rahmen des ersten corporAID Multilogue in der >> Wiener OMV-Zentrale über globale Strategien für wirtschaftlichen Erfolg und soziale Entwicklung.

Christian Seelos stellte drei Thesen in den Mittelpunkt seines Vortrags:

• Die soziale Verantwortung von Unternehmen ist Innovation, damit auch in Zukunft Lösungen für heute noch unbekannte Herausforderungen entwickelt werden können. 
• Die Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung kann zu einem essenziellen Thema von Unternehmensstrategien werden. 
• Entrepreneurs, die Innovation für die Armen am Rande unserer Märkte betreiben, sind große Herausforderer und gleichzeitig wichtige Partner für Unternehmen.

Um wirtschaftliche Entwicklung für arme Länder zu replizieren, stellte Seelos zwei Fragen in den Raum:

• Wie entsteht wirtschaftlicher Erfolg im kapitalistischen System?
• Und wie können arme Länder profitieren?

Seelos sieht die Unternehmen an zwei Fronten kämpfen. An der einen Front befinden sie sich in einem Dilemma zwischen Hypercompetition, zunehmender Unsicherheit und dem Auftrag, den Shareholder Value zu maximieren. An der anderen Front müssen sie sich durch einen Sustainability Jungle aus vielen oft nicht genau definierten Termini (CSR, Nachhaltigkeit, Ökoeffizienz, ...) kämpfen. Seelos konstatierte nicht nur eine Unklarheit der Begrifflichkeiten, sondern auch der Verantwortlichkeiten für die verschiedenen Aufgaben in der Gesellschaft – zum Beispiel für soziale, wirtschaftliche oder nachhaltige Entwicklung. Er schlug einen globalen kollektiven Nachdenkprozess vor, um diese Rollenverteilung zu klären – bottom-up durch Innovation und Beteiligung aller.

Wirtschaftswachstum ist ein historisch relativ junges Phänomen. Seelos zitierte den österreichischen Nationalökonomen Joseph Schumpeter: Wirtschaftswachstum beruhe auf produktiven Innovationen. Seelos definierte die produktive Innovation als mehrwertschaffende Interaktion von Erfindung und Entrepreneur. Damit produktive Innovationen wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, brauche es in der Folge Unternehmen, die die Innovationen der Gesellschaft auf breitem Wege zugänglich machen. Und einen mentalen Shift, eine neue Sichtweise der Welt – insbesondere in Bezug auf die Armen.
Unternehmen sehen sich in den Industrieländern stagnierenden Märkten und geringem Bevölkerungswachstum gegenüber, was eine Neuorientierung auf Entwicklungsländer nicht nur attraktiv, sondern sogar notwendig erscheinen lässt. Seelos stellte die Frage, wie man Wachstum für Entwicklungsländer ermöglichen und dazu die Unternehmen mit ins Boot holen könne, und gab eine klare Antwort: es müsse sich für sie auszahlen.

Seelos brachte den Begriff der Social Entrepreneurs in die Diskussion ein. Diese agieren dort, wo es noch keine Märkte gibt. Sie gehen von einem neuen Mindset für soziale Innovation aus: Arme sind nicht Entwicklungsgeldempfänger. Seelos beschrieb die Entwicklungsländer als Markt mit vier Milliarden potentiellen Marktteilnehmern: das „Bottom of the Pyramid“-Konzept spricht von einer kumulierten Kaufkraft von bis zu sechs Billionen Dollar.

Soziale Innovation für die Armen – wie sieht so ein Modell für Seelos aus? Anhand von drei Case Studies zeigte er, wie Entwicklung und Wirtschaftswachstum durch die Innovationen von Social Entrepreneurs auch in Entwicklungsländern funktionieren können: durch die Integration der Armen in die Marktprozesse, durch Social Target Costing und durch innovative Kooperationsmodelle. Der Schlüssel könne nur Innovation sein. Kooperationen mit Social Entrepreneurs sollten nicht Einzelfälle bleiben – und auch nicht als Spenden, sondern als Venture Capital betrachtet werden: als Aufbau von Beziehungen und Vertrauen, welche Zugang zu und Geschäftsmöglichkeiten in Entwicklungsländern eröffnen.

„Nachhaltigkeit muss für Unternehmen bedeuten, ihre besonderen Stärken und Fähigkeiten dafür einzusetzen, der Gesellschaft bei der Lösung der großen globalen Probleme zu helfen“, resümierte Seelos.

Eine ausführliche Dokumentation und weitere Information erhalten Sie unter >> multilogue@corporaid.at.

Christian Seelos forscht und lehrt zu Social Entrepreneurship und Unternehmensstrategie.

corporAID Multilogue ist das Learning Forum der corporAID Initiative zu Wirtschaft und Entwicklung und globaler Verantwortung von Unternehmen.

© 2005

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