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corporAID Multilogue
24. Mai 2005
Die
gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist
Innovation - "Social Entrepreneurs" als
Chance für Nachhaltigkeit
Dr. Christian Seelos sprach am
24. Mai 2005 im Rahmen des ersten corporAID Multilogue
in der >>
Wiener OMV-Zentrale über globale Strategien
für wirtschaftlichen Erfolg und soziale Entwicklung.
Christian Seelos stellte drei Thesen
in den Mittelpunkt seines Vortrags:
• Die soziale Verantwortung von
Unternehmen ist Innovation, damit auch in Zukunft
Lösungen für heute noch unbekannte Herausforderungen
entwickelt werden können.
• Die Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung
kann zu einem essenziellen Thema von Unternehmensstrategien
werden.
• Entrepreneurs, die Innovation für die
Armen am Rande unserer Märkte betreiben, sind
große Herausforderer und gleichzeitig wichtige
Partner für Unternehmen.
Um wirtschaftliche Entwicklung für
arme Länder zu replizieren, stellte Seelos zwei
Fragen in den Raum:
• Wie entsteht wirtschaftlicher
Erfolg im kapitalistischen System?
• Und wie können arme Länder profitieren?
Seelos sieht die Unternehmen an zwei
Fronten kämpfen. An der einen Front befinden
sie sich in einem Dilemma zwischen Hypercompetition,
zunehmender Unsicherheit und dem Auftrag, den Shareholder
Value zu maximieren. An der anderen Front müssen
sie sich durch einen Sustainability Jungle aus vielen
oft nicht genau definierten Termini (CSR, Nachhaltigkeit,
Ökoeffizienz, ...) kämpfen. Seelos konstatierte
nicht nur eine Unklarheit der Begrifflichkeiten, sondern
auch der Verantwortlichkeiten für die verschiedenen
Aufgaben in der Gesellschaft – zum Beispiel
für soziale, wirtschaftliche oder nachhaltige
Entwicklung. Er schlug einen globalen kollektiven
Nachdenkprozess vor, um diese Rollenverteilung zu
klären – bottom-up durch Innovation und
Beteiligung aller.
Wirtschaftswachstum ist ein historisch
relativ junges Phänomen. Seelos zitierte den
österreichischen Nationalökonomen Joseph
Schumpeter: Wirtschaftswachstum beruhe auf produktiven
Innovationen. Seelos definierte die produktive Innovation
als mehrwertschaffende Interaktion von Erfindung und
Entrepreneur. Damit produktive Innovationen wirtschaftliche
Entwicklung ermöglichen, brauche es in der Folge
Unternehmen, die die Innovationen der Gesellschaft
auf breitem Wege zugänglich machen. Und einen
mentalen Shift, eine neue Sichtweise der Welt –
insbesondere in Bezug auf die Armen.
Unternehmen sehen sich in den Industrieländern
stagnierenden Märkten und geringem Bevölkerungswachstum
gegenüber, was eine Neuorientierung auf Entwicklungsländer
nicht nur attraktiv, sondern sogar notwendig erscheinen
lässt. Seelos stellte die Frage, wie man Wachstum
für Entwicklungsländer ermöglichen
und dazu die Unternehmen mit ins Boot holen könne,
und gab eine klare Antwort: es müsse sich für
sie auszahlen.
Seelos brachte den Begriff der Social
Entrepreneurs in die Diskussion ein. Diese agieren
dort, wo es noch keine Märkte gibt. Sie gehen
von einem neuen Mindset für soziale Innovation
aus: Arme sind nicht Entwicklungsgeldempfänger.
Seelos beschrieb die Entwicklungsländer als Markt
mit vier Milliarden potentiellen Marktteilnehmern:
das „Bottom of the Pyramid“-Konzept spricht
von einer kumulierten Kaufkraft von bis zu sechs Billionen
Dollar.
Soziale Innovation für die Armen
– wie sieht so ein Modell für Seelos aus?
Anhand von drei Case Studies zeigte er, wie Entwicklung
und Wirtschaftswachstum durch die Innovationen von
Social Entrepreneurs auch in Entwicklungsländern
funktionieren können: durch die Integration der
Armen in die Marktprozesse, durch Social Target Costing
und durch innovative Kooperationsmodelle. Der Schlüssel
könne nur Innovation sein. Kooperationen mit
Social Entrepreneurs sollten nicht Einzelfälle
bleiben – und auch nicht als Spenden, sondern
als Venture Capital betrachtet werden: als Aufbau
von Beziehungen und Vertrauen, welche Zugang zu und
Geschäftsmöglichkeiten in Entwicklungsländern
eröffnen.
„Nachhaltigkeit muss für
Unternehmen bedeuten, ihre besonderen Stärken
und Fähigkeiten dafür einzusetzen, der Gesellschaft
bei der Lösung der großen globalen Probleme
zu helfen“, resümierte Seelos.
Eine ausführliche Dokumentation
und weitere Information erhalten Sie unter >>
multilogue@corporaid.at.
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Christian Seelos forscht
und lehrt zu Social Entrepreneurship und Unternehmensstrategie.
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corporAID
Multilogue ist das Learning
Forum der corporAID Initiative zu Wirtschaft und Entwicklung
und globaler Verantwortung von Unternehmen.
© 2005
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