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Weltfrauentag 2007
Kleinunternehmerinnen – unterschätztes
Potential für Entwicklung und Armutsbekämpfung
„2003 hat mein Leben
eine Wende genommen ...“ Noch vor 4 Jahren wusste
Eliza Njeri aus Kenia nicht, wie sie ihre beiden Kinder
ernähren sollte. Heute hat sie durch ein Ausbildungsprogramm
der österreichischen Entwicklungsorganisation
ICEP – Institut zur Cooperation bei Entwicklungs-Projekten
den Schritt zur Unternehmerin geschafft und unterstützt
inzwischen andere Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.
Empowerment von Frauen ist ein Schlüssel zur
nachhaltigen Bekämpfung von Armut – deshalb
stellt die Förderung und Ausbildung von Frauen
für ICEP einen besonderen Schwerpunkt dar.

In der kleinen Schneiderei in Ngong,
einem belebten Dorf 60 km westlich von Nairobi, wird
fleißig gearbeitet. Die Mädchen hinter
den Nähmaschinen werden hier zu Schneiderinnen
ausgebildet – und sie wissen, dass diese Ausbildung
die Voraussetzung für ein selbstständiges
Leben sein wird, die Grundlage, um mit selbst verdientem
Geld auf eigenen Beinen stehen zu können.
Die Frau, die all das ermöglicht, ist Eliza Njeri:
eine außergewöhnliche Frau, die Außergewöhnliches
leistet. In ihrem „Eliza Dressmaking & Tailoring
Training Centre“ bildet sie jährlich 20
Mädchen aus ärmsten Verhältnissen zu
Schneiderinnen aus und ermöglicht ihnen so den
Start in eine bessere Zukunft. Auch wenn sich ein
Großteil der Mädchen die Kursgebühren
kaum leisten kann, ist es Eliza ein großes Anliegen,
in deren Ausbildung zu investieren. Denn sie weiß,
wie wichtig diese vor allem für junge Frauen
ist: Noch vor vier Jahren war Eliza in derselben auswegslosen
Situation wie die Mädchen, die sie heute betreut.
Der Weg in die Selbstständigkeit
war für Eliza die einzige Möglichkeit, nachdem
sie 2002 ihre Arbeit in einer Fabrik verloren hatte
und nicht mehr genug Geld verdiente, um sich und ihre
beiden Kinder ernähren zu können. „Mein
Leben hat 2003 eine Wende genommen, als ich das Grundkapital
erhielt, um ein kleines Unternehmen zu gründen.
Und natürlich auch das Know-how, denn Kapital
alleine genügt nicht, um ein Unternehmen aufzubauen.“
beschreibt sie ihren Neubeginn. 2003 nahm Eliza an
einem von ICEP initiierten Ausbildungsprogramm teil:
Im Rahmen des Programms erhielt sie eine kaufmännische
Ausbildung, sie konnte sich die Grundkenntnisse von
unternehmerischem Know-how in den Bereichen Kostenrechnung,
Buchhaltung und Marketing aneignen. Außerdem
erhielt sie einen Mikrokredit von 70 Euro, womit sie
eine Nähmaschine kaufen konnte – die Basis
für ihr heutiges Unternehmen. Seit Eliza ihre
eigene Schneiderei besitzt und ihr Wissen an andere
Frauen weiter gibt, hat sich auch ihre gesellschaftliche
Stellung innerhalb des Ortes als auch innerhalb ihres
unmittelbaren Umfeldes verbessert. Jetzt möchte
Eliza noch einen Schritt weiter gehen. Sie träumt
von einer größeren Werkstatt, in der sie
bis zu 100 Schülerinnen den Start in eine bessere
Zukunft ermöglichen kann.

Leider gibt es viel zu wenige Erfolgsgeschichten
wie jene von Eliza Njeri: Die Lebenswirklichkeit von
Millionen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern
ist durch Armut, gesellschaftliche Marginalisierung,
geringe persönliche und wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten
sowie starke Abhängigkeiten gekennzeichnet. Vielen
Frauen wird das Mitspracherecht bei lebenswichtigen
Entscheidungen wie medizinische Versorgung ihrer Kinder
oder Geburtsvorsorge verwehrt, vor allem aber liegen
ihre persönlichen Freiheiten in der Hand der
Männer. Ein Großteil von ihnen hat keinen
Zugang zu Bildung und Ausbildung: weltweit gibt es
800 Millionen Analphabeten, zwei Drittel davon sind
Frauen.
Die Forderung nach verstärkter Bildung und Empowerment
von Frauen ist daher so groß wie nie zuvor.
Auch bei der Erreichung der im Jahr 2000 von der UNO
festgelegten Millenniums-Entwicklungsziele spielt
die Förderung von Frauen eine zentrale Rolle:
Gleichberechtigung und gesellschaftliche Einbeziehung
von Frauen sind der Schlüssel für eine weltweite
Armutsbekämpfung.
ICEP empowert Frauen
Die Stärkung und Ausbildung von Frauen
ist ein Schwerpunkt von ICEPs Projektarbeit in Entwicklungsländern.
Den Frauen dort fehlt es weder an Fähigkeiten,
noch an Talenten, Ideen oder Fleiß. Ganz im
Gegenteil: Es mangelt oft an Selbstbewusstsein und
an unternehmerischem Know-how, um aus dem eigenen
Potential ein regelmäßiges und nachhaltiges
Einkommen zu erzielen. Deshalb setzt ICEP auf der
sozialen als auch auf der ökonomischen Ebene
an: durch Bewusstseinsbildung, berufliche Ausbildung
sowie Schulungen zu Ernährungs- und Gesundheitsthemen.
Nur durch Bildung können sich Frauen aus ihrer
Abhängigkeit befreien und ihr Potential richtig
und gezielt einsetzen.
Frauensache – Geschenke
speziell für Frauen
Um auch von Österreich aus zur Unterstützung
von Frauen in Entwicklungsländern beitragen zu
können, hat ICEP unter dem Motto „MEHRschenken
beim VERschenken“ Geschenke mit Mehr-Wert kreiert
und in einen Katalog verpackt. Im Geschenkkatalog
finden sich Geschenke speziell für Frauen und
deren Bedürfnisse: Ein Hygiene- und Ernährungskurs,
eine Erste-Hilfe-Ausbildung oder ein Computer-Kurs
unterstützen Frauen in Entwicklungsländern
dabei, ihre Lebensumstände zu verbessern und
auf eigenen Beinen zu stehen. Mehr Information unter
>>
www.mehrschenken.at
>>
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