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Mehr Unternehmer in Kenia!

„Die Stärkung von lokalen Unternehmen ist das beste Mittel, Armut in Afrika nachhaltig zu verringern“, sagt die kenianische Entwicklungsexpertin Eunice Omondi. Omondi fordert die internationalen Geber auf, in der Entwicklungszusammenarbeit verstärkt auf die Kraft der Kleinunternehmen zu setzen.
Von 19.-23. November ist Eunice Omondi auf Wien-Besuch.

Auf Einladung der österreichischen Entwicklungsorganisation ICEP wirbt Entwicklungsexpertin Eunice Omondi Ende November in Wien für mehr Unterstützung für kenianische Kleinst-, Klein- und Mittel-betriebe. „Auch wenn es für KMUs in Kenia nicht einfach ist, sind sie doch der entscheidende Motor für ökonomischen und sozialen Fortschritt“, sagt Omondi, Direktorin des Job Creation and Microfinance Programme der Organisation IMANI in Nairobi. „Die Bedingungen für unternehmerisches Engagement haben sich dabei in den letzten Jahren verbessert.“

Kenia: Mehr Wachstum durch KMUs
Kenia belegte im Doing Business Report von Weltbank und IFC hinter Ghana den zweiten Platz der reformfreudigsten Afrikanischen Länder. Die kenianische Regierung startete mit Unterstützung der internationalen Gebergemeinschaft etwa ein ehrgeiziges Reform-programm, um die Gewerbe-Genehmigungen – heute gibt es noch 1.300 (vgl. in Österreich 189) – zu reduzieren und bestehende Regulierungen zu vereinfachen. Im Doing Business Report, der jährlich weltweit 178 Länder bezüglich der Rahmenbedingungen für Unternehmen bewertet, liegt Kenia mit Platz 72 im guten Mittelfeld (Österreich: Platz 25) und konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um 10 Plätze verbessern. Kenia ist eines der Vorzeigeländer Subsahara-Afrikas, was Wirtschaftsentwicklung betrifft. Allein für das Jahr 2007 wird mit einem Wirtschaftswachstum von 6,2 Prozent gerechnet.

Arme als Unternehmer
„Viele Menschen in Kenia machen sich aus schierer Not selbstständig. Unternehmertum ist für Arme meist die einzige Möglichkeit, um Geld zu verdienen“, so Eunice Omondi. „Kenia braucht mehr gute Mikro-unternehmen.“ Sie weiß aus 20-jähriger Erfahrung, welches unglaubliche Potenzial die Mikrounternehmer, die von IMANI in den Slums von Nairobi betreut werden, haben. „Um ein Unternehmen mit Bestand gründen zu können, fehlt es an kaufmännischer Ausbildung, Zugang zu Kapital, Information über den Markt und einem – zumindest einfachen – Business Plan.“

IMANI setzt mit einem Job Creation Programme und der Vergabe von Mikrokrediten – seit 2001 mit Unterstützung der österreichischen Entwicklungs-Organisation ICEP und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit – bei den Armen in den Slums von Nairobi an. „Allein im letzten Jahr haben wir 450 Menschen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleitet. Mehr als die Hälfte davon sind auf einem sehr guten Weg und expandieren bereits! Sie können jemanden anstellen oder schaffen es, sich als Zulieferer oder Vertriebs-Outlets größerer Unternehmen zu etablieren“, sagt Omondi. Der überwiegende Teil dieser neuen Unternehmer sind Frauen. „Frauen sind ehrgeiziger und kreativer. Schon allein aus dem Grund, da sie mitunter die größte Verantwortung für die Familie tragen“, so Omondi, und „Unternehmen sind die Basis für eine positive soziale Entwicklung. Investitionen in Mikrounternehmen, sei es durch Ausbildung oder Zugang zu Kapital, sind das beste Mittel, Armut in Afrika nachhaltig zu bekämpfen!“

Mehr Unterstützung für Kleinunternehmer
Die internationale Entwicklungszusammenarbeit setzt seit einigen Jahren verstärkt auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmen-bedingungen in Entwicklungsländern und Investment Promotion. „Damit diese Maßnahmen auch bei den Millionen von Mikro-unternehmen greifen können, brauchen wir einen fruchtbaren Boden. Und das sind gut ausgebildete Kleinst- und Kleinunternehmer, so wie es sie auch in Österreich gibt,“ ist Omondi überzeugt und fordert daher Unterstützung der Armen auf dem Weg in die Selbst-ständigkeit. Gleichzeitig appelliert Omondi auch für ein Umdenken: „Die Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit haben meiner Ansicht nach immer noch nicht die Bedeutung der Rolle von Entrepreneurship für Entwicklung erkannt,“ sagt Omondi. Dabei hätten vor allem gute Mikrounternehmer das Potenzial, Jobs zu schaffen und soviel Wertschöpfung zu erzielen, dass es gelingt, aus der Armutsspirale auszubrechen. „Wir brauchen vor allem intelligente Unterstützung!“, so Omondi abschließend „das sind vor allem Investitionen in Menschen, damit sie ihr unternehmerisches Potenzial entfalten können.“

Über IMANI
IMANI wurde 1986 als Self-Help-Group in Nairobi offiziell registriert und vereint heute drei Entwicklungs- und Ausbildungsprogramme: Eine Berufsausbildungsstätte für Frauen, ein Training Institute for Trade Education für Jugendliche und das Job Creation Programme, in dessen Rahmen auch die Kooperation mit ICEP stattfindet. IMANI baut bei seiner Arbeit auf rund 60 einheimische Mitarbeiter und die internationale Kooperation mit Gebern aus Deutschland, Spanien und aus Österreich mit ICEP.

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