Armut
bekämpfen
(ICEP Report 3, November
2000)
Hier Überfluss, dort bittere
Not: Gefahr? Verbrechen? Schande? Wir können und wir
müssen helfen.
„Die Armut ist die zentrale Herausforderung
unserer Zeit“, betonte Weltbank-Präsident James
Wolfensohn im Vorfeld der Jahrestagung von Internationalem
Währungsfonds (IWF) und Weltbank Ende September 2000
in Prag. Die Industrieländer müssten endlich begreifen,
so Wolfensohn, daß aus der ungleichen Verteilung des
Wohlstandes soziale Unruhen entstehen könnten, die
auch die Stabilität des reichen Teils der Welt gefährden.
Schnelle Erfolge?
Der Wille zur Entwicklungsarbeit entspringt allerdings im
Allgemeinen nicht so sehr der „Angst vor Unruhen“
als dem Sinn für Solidarität für die Ärmsten
der Armen. Und wer ihnen helfen will, muss auf langfristige
Wirkungen aus sein, darf nicht auf rasche Erfolgsmeldungen
abzielen. Denn die Ursachen von Armut liegen in Rahmenbedingungen
wirtschaftlich-politischer und sozial-kultureller Natur,
die sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg eingeschliffen
haben. Klimatische Faktoren und Katastrophen aller Art spielen
eine weit nebensächlichere Rolle.
Von Interessen zerrieben
Wirtschaftliche Armut ist kein unabwendbares Schicksal.
Wo sie sich aber ausbreitet und verstärkt, hat sie
neben Kriegen und Naturkatastrophen vor allem drei Gründe:
eine fehlerhafte Wirtschaftspolitik (Klientelwirtschaft,
falsche Preis- oder Import-Exportpolitik, ...); zweitens
nationale oder auch internationale Strukturen oder Gewohnheiten,
die dazu führen, dass die Ressourcen eines Landes ineffizient
genutzt oder sogar zerstört werden (Monopole, Handelshemmnisse,...);
und drittens der Egoismus einiger weniger, die sich auf
Kosten der Gemeinschaft ungerecht bereichern (Korruption).
Aus verschiedenen Gründen sind zahlreiche Entwicklungsländer
im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts in eine nahezu dramatische
Verschuldungskrise geschlittert. Sie löste eine Kapitalflucht
aus, senkte den Lebensstandard weiter ab und stürzte
die Entwicklungsländer zu guter Letzt in wirtschaftliche
Abhängigkeiten.
Analphabetentum und Status der Frau
Im Bereich der sozial-kulturellen Faktoren stellt der Bildungsstand
der benachteiligten Bevölkerungsschichten einen Schlüssel
zu ihrer Armut dar: Laut eines UNDP-Berichts liegt der Schulbesuch
in Industriestaaten durchschnittlich bei zehn Jahren, in
Lateinamerika bei 5,5 Jahren und in Afrika bei 2,2 Jahren.
Die Frauen sind üblicherweise die letzten, die Zugang
zu Ausbildungsmöglichkeiten bekommen. Ihre mangelnden
Kenntnisse über Hygiene, Ernährung, Wirtschaften
ganz allgemein, frühe Mutterschaft oder Geburten in
zu kurzen Abständen vermehren das Elend. Die Familien
in den Entwicklungsländern gehen davon aus, dass bloß
eine große Kinderzahl sie absichern kann. Nur die
Veränderung des sozialen Umfelds und die Hebung des
Bildungsstandes bieten einen Ausweg aus dieser Situation.
ICEP liegt richtig
In ihrem aktuellen Weltentwicklungsbericht schlägt
die Weltbank eine dreiteilige Stra-tegie zur Armutsbekämpfung
vor: Möglichkeiten fördern (durch Arbeitsplätze,
Kredite, Infrastruktur, Absatzmärkte, Schulen), Empowerment
(Ermächtigung zu eigenständigem Handeln) fördern,
Sicherheit verbessern (Gesundheitsvorsorge, ...). Für
ICEP eine Bestätigung, mit seiner Form der Entwick-lungszusammenarbeit
genau richtig zu liegen. Denn ICEP fördert vor allem
eines: Ausbildung. Und diese eröffnet Möglichkeiten,
verleiht Empowerment, bietet Sicherheit – ist ein
direkter Schlag gegen die Armut.
Das Um und Auf: ausgezeichnete Partner
Über die Frage, ob sich das Engagement für EZA
überhaupt auszahlt, entscheiden letztlich die Partner,
die die Projekte zum Nutzen ihrer Mitbürger umsetzen.
ICEP war daher bei der Partnersuche von Anfang an sehr wählerisch
und legte Wert darauf, die Partner persönlich kennen
zu lernen und sich von ihrer Arbeit selbst ein Bild zu machen.
Fazit: ICEP hat eine Reihe dynamischer und professioneller
Partner, mit denen es überschaubare, konkrete Projekte
mit klar definierten Zielen abwickelt.
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